treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

3. INNSBRUCKER WINTERSPIELE / DABEISEIN IST ALLES / EINTRiTT IST FREI & WILLIG

man sollt sich warm anziehen: die 3.innsbrucker winterspiele finden an der frischen luft im treibhausgarten statt. für viele veranstaltungen gibts platzkarten. das sind jene, die mit TICKETS auf der webseite ausgezeichnet sind. procedere ist wie beim open-air-kino. vorteil: man bekommt eine sitzplatz mit sicht auf die bühne zugewiesen. einlaß ist ab 18:00. doch auch für kurzentschlossene halten wir karten zurück - first come, first serve - wie der lateiner sagt. das gilt auch (wie schon die ganze zeit bei den konzerten im garten) bei allen anderen veranstaltungen. merke: auf plätzen mit schlechter sicht auf die bühne hört man vielleicht besser. oder kann auf der piazza vorn ratschen & ins feuer spucken - mit livemusik im hintergrund. doch den letzten beißen die hunde, wie der franzose sagt. zieht euch warm an, am besten die spendierhose... möge die übung gelingen!

MARTIN KLEIN & BAND: NACHTLIEDER


Martin Klein (Klavier/Vocals)
Michael Knoll (Gitarre)
Manuel Brunner (Bass)
Andreas Moser (Schlagzeug)

*

Die Einfachheit, sie ist die unterschätzteste aller musikalischen Qualitäten. Und der Liederschreiber, Sänger und Pianist Martin Klein (er spielt auch Cello und Schlagzeug, wenn es ihm einfällt) ist ein Meister des Unter- schätzten.
Ein Klavier ist eine perfekte Maschine, wie geschaffen zum Überladen von Musik mit Ornament, Bombast und Zehnfinger-Akrobatik, aber Martin Klein nähert sich ihr behutsam und widersteht ihr zugleich. Sein Ins- tinkt führt ihn immer zur Reduktion, wie ein sedierter John Cale, der seine Akkorde, anstatt sie zu hämmern, rhythmisch streichelt. So öffnet er weite Räume für seine klare, blonde Bubenstimme, die ein geographisch beinahe neutrales, im Duktus dafür umso emotionaleres Hochdeutsch pflegt, dem man das Aufwachsen in Innsbruck, die Auslandszeit in Utrecht und das Leben in Wien nicht anhört.
„Es kommt ihm so vor / Als wär‘ er der einsamste Mensch der Welt“ singt er gar in „Die Blume“, korrigiert aber gleich diese Note des Selbstmitleids: „Doch er sieht die Blume, der Tag ist erhellt.“ Nicht viele können solche Zeilen schreiben, geschweige denn singen, ohne sich dabei vor der dem Menschen in härteren Zeiten über- lebenswichtig zustehenden Sentimentalität zu fürchten. Martin Klein kann, und gerade deshalb gehören seine v zu den einnehmendsten, die er bisher in die Welt hinausgeschickt hat.
Doch noch weit darüber hinaus sagt es wohl alles über die Kunst seiner Lieder, dass er diese schon geschrie- ben hatte, bevor unsere Welt sich so radikal verändern sollte. Und dass sie trotzdem so klingen, als wären sie eigens gemacht für all die endlosen Nächte, die wir seither durchwacht haben und immer noch durchwachen. Und für die Morgen danach, und für die Tage dazwischen auch.

BIO:

Singer-Songwriter und Pianist Martin Klein scheint sich nicht wirklich etwas aus musikalischen Schubladen und Erwartungshaltungen zu machen.
Mittlerweile hat er schon zwei deutschsprachige, ein englischsprachiges sowie ein experimentell, elektronisches Album veröffentlicht. 2018 erschien die EP Lost Songs, auf der scheinbar verlorengegangene Lieder der letzten Jahre zu hören sind. Die Presse schreibt nur gutes über den eigenwilligen Künstler, so bezeichnete ihn etwa der Falter als “Thom Yorke ohne Kunstrucksack“, der Standard seine Kunst als “sensibel und obsessiv“, das deutsche Fachmagazin Jazzthetik ortete “traumverlorene Meisterwerke“, Bayern 2 eine Art “neuzeitlichen Franz Schubert“ und Radio Fm4 ein “musikalisch beeindruckendes Werk“. Die Tageszeitung die Presse schrieb: “Sein Utopia versucht nichts weniger, als die Entzauberung der Welt rückgängig zu machen.“

X