treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

ADHD // island ambient

Óskar Guðjónsson (tenor saxophone)
Ómar Guðjónsson (guitar, bass)
Thómas Jónsson (piano, keybords)
Magnús Trygvason Eliassen (drums)

Der Bandname ADHD (Attention Deficit Hyperactivity Disorder) mag angesichts der geradezu hypnotischen Wirkung der musikalischen Verläufe innerhalb der Formation dieses Namens ein wenig verwirrend sein, aber die Musiker räumen auch eine therapeutische Wirkung auf die Gruppe selbst ein. Wie bei einem Vulkan konzentriert sich die Energie zunächst nach innen, um daraufhin mit umso mehr Wucht und Nachdruck nach außen zu dringen. Auf ihrem Album „6“ fokussieren ADHD sich noch viel überzeugender als bisher auf ihre eruptive Live-Energie. Die Isländer klingen rauer und direkter als je zuvor. In das zentrale ADHD-Motiv Frieden mischen sich Anklänge von urbaner Wut und Unnachgiebigkeit. Regeln und Rücksichten lassen sie vollends hinter sich und kommen wie immer ohne Definitionen oder Kategorien aus. Diese Suche nach dem gemeinsamen Punkt in der Konzentration der Weite macht die vier Wikinger zu einer unverwechselbaren Einheit. Im festen Verbund eines kohäsiven Quartetts schälen sich vier Individualisten heraus. Die Musik bleibt im jazzigen Flow kontemplativ, und doch sind da plötzlich Störgeräusche, Umleitungen und Ablenkungen. Radikale Bewusstheit, mit der sie diese ebenso monolithische wie holistische Musik spielen.

Iceland Ambient

Island da hat es wenig Leute, aber ganz viel gute Musik. Ein Beispiel dafür ist die Band ADHD. Ihre Musik ist so etwas wie der vertonte Charakter dieser Insel im Nordatlantik. Das Gemüt ist ruhig, die Töne kühl und das Timbre melancholisch. Es ist Jazz, der nahe am Ambient schreitet wären da nicht die tektonischen Verschiebungen im Untergrund. Dieser unsichere Boden bringt nun ordentlich Bewegung in die Sache. Sinnliche Sax-Melodien und Hammond-Teppiche werden plötzlich gefährlich und enden in feurigen Eruptionen. So wird die eigentümlich berührende Musik zu einem Trip an den Vulkankrater, was hier meisterlich inszeniert wird. Die Band ist dafür schon zig-fach mit Preisen ausgezeichnet worden.

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