treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

MARKUS STOCKHAUSEN // QUADRIVIUM //

Markus Stockhausen gilt als einer der besten Trompeter weltweit. Im Schnittfeld von Jazz, Klassik, Neuer Musik und elektronischen Experimenten forscht er unablässig nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Seit 2004 trat er im Trio „Lichtblick“ mit dem Pianisten Angelo Comisso und dem Perkussionisten Christian Thomé auf. QUADRIVIUM baut auf die Erfahrungen des Trios auf und integriert nun den Klangreichtum des Cellovirtuosen Jörg Brinkmann, der die perfekte Ergänzung der Gruppe ist. In den Stücken von Stockhausen, Comisso und Brinkmann, einer Synthese zwischen dem aktuellen Jazz und der europäischen Kunstmusik, bilden sich harmonische Verflechtungen von Komposition und Improvisation, die eine große Tiefe, eine klangliche Weite, aber auch eine Leichtigkeit, etwas Spielerisches und zuweilen Humorvolles entstehen lassen.

QUADRIVIUM

MARKUS STOCKHAUSEN, Trompete, Flügelhorn, Electronics
ANGELO COMISSO, Piano, Synthesizer
JÖRG BRINKMANN, Cello
CHRISTIAN THOMÉ, Drums

MARKUS STOCKHAUSEN // BiO

1957 in Köln geboren, begann er im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel. Ab 1975 studierte er an der Musikhochschule Köln Klavier und Trompete. Seine Lehrer waren Robert Platt (Klassik) und Manfred Schoof (Jazz). Weitere Lehrer waren Pierre Thibauld, Thomas Stevens, Carmine Caruso. Ein Jahr vor seinem Konzertexamen errang er 1981 den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs. Seitdem konzertierte er regelmäßig als Solist – darunter bei zahlreichen Uraufführungen, wie bei dem für ihn im Jahre 2002 komponierten Trompetenkonzert ‘Jet Stream’ von Peter Eötvös mit dem BBC Symphony Orchestra in London – und ist immer wieder zu Gast bei renommierten internationalen Musikfestivals.
Er arbeitete 25 Jahre lang intensiv zusammen mit seinem Vater, dem Komponisten Karlheinz Stockhausen, der zahlreiche Werke für ihn schrieb. Als Solist stand er u.a. in dessen großen musikdramatischen Werken aus LICHT auf den Bühnen der Mailänder Scala, der Londener Oper Covent Garden und der Oper Leipzig. Viele CDs im Stockhausen-Verlag dokumentieren diese Zusammenarbeit.
Seit dem Jahr 2002 konzentriert sich Markus Stockhausen vorwiegend auf seine eigene schöpferische Arbeit, als Improvisator in verschiedenen Ensembles, als Interpret eigener Werke oder als Komponist. Immer wieder trat er als Mitglied und Leiter verschiedener Improvisations- und Jazzformationen hervorgetreten. Mit seiner Frau, der holländischen Klarinettistin Tara Bouman konzertiert er seit 2002 erfolgreich als Duo Moving Sounds. Im Duo Inside Out spielt er mit dem Jazzpianisten Florian Weber, als Landscapes mit dem Gitarristen Ferenc Snétberger, Hamdelaneh heisst sein Projekt mit dem persischen Santurspieler Alireza Mortazavi, Quadrivium sein Jazzquartett mit mit Angelo Comisso (piano) Jörg Brinkmann (Cello) und Christian Thomé (drums). Eternal Voyage nennt sich sein ’One World Music’ – Projekt mit Tara Bouman, Hindol Deb (Sitar), Rabih Lahoud (Gesang), Alireza Mortazavi (Santur), Florian Weber (Piano), Bodek Janke (Perkussion). Wild Life heisst sein neuestes Projekt mit sieben Musikern, bei dem auch sein Bruder Simoin Stockhausen wieder mitspielt.
Andere Musiker, mit denen er oft spielt(e) sind u.a. Arild Andersen, Patrice Héral, Vladislav Sendecki, Fabrizio Ottaviucci, der leider zu früh verstorbene Stefano Scodanibbio, Mark Nauseef, Joey Baron, Stefan Poetzsch, Fabio Mina, Dinesh Mishra, Enrique Diaz u.a. Mit dem indischen Filmmusikkomponisten Sandesh Shandilya brachte er im Februar 2015 dessen neues symphonisches Werk Search For Buddha in Köln beim WDR zur Aufführung.
Gemeinsam mit seinem Bruder Simon Stockhausen realisierte er mehrere große Musikprojekte, (1991 die ’KölnMusikFantasy’ und 1996 ’Jubilée’ für die Kölner Philharmonie, mit über 100.000 Zuschauern open air am Rhein), schrieb Film- und Theatermusiken und produzierte mit ihm zuletzt die CD ’nonDuality’. Im der Saison 2012/13 wurde er zusammen mit Simon als „Artist in Residence“ von den Hamburger Symphonikern eingeladen.
Von 2000–2010 etablierte er unter dem Titel Klangvisionen zusammen mit dem Lichtkünstler Rolf Zavelberg (Licht) eine eigene Konzertreihe mit 118 Konzerten mit Intuitiver Musik in der St. Maternus-Kirche in Köln, die auch überregional Beachtung fand.

Als Komponist kann Markus Stockhausen auf einige Erfolge zurückblicken: Im Frühjahr 2004 wurden gleich drei neue Werke von ihm uraufgeführt: Ascent and Pause für Trompete und Streichorchester mit dem Orchestra d’Archi Italiana, Portrait for Tara für Bassetthorn und Ensemble, mit Tara Bouman und der London Sinfonietta, sowie Sonnenaufgang für das Jazz-Trio MAP mit dem Musikkollegium Winterthur. 2005 schrieb er Any Way für die Cheltenham Festival Players, 2006 Miniatur für die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker (CD Angel Dances), 2007 Symbiosis, ein halbstündiges Doppelkonzert für Klarinette und Trompete, uraufgeführt mit dem Franz Liszt Kammerorchester, und im September 2007 wurde Tanzendes Licht in Bern uraufgeführt, ein grosses Auftragswerk für das Swiss Jazz Orchestra und die Camerata Bern. Beim evangelischen Kirchentag 2007 in Köln erklang sein Abendglühen mit mehr als 1500 Blechbläsern und Solotrompete. 2009 entstand Olivers Abenteuer, eine Suite für Kinderorchester, 2011 die Stücke Yin und Yang als Auftragskompositionen für das Metropole Orkest, uraufgeführt beim Holland Festival. Für das Norddeutsche Philharmonische Akkordeonorchester schrieb er 2012 Ein Glasperlenspiel, ein umfangreiches Konzert mit Solotrompete, und für die Hamburger Symphoniker schrieb er ein großes Werk mit drei Solisten: Das Erwachende Herz, das im März 2013 uraufgeführt wurde. Ein neues Orchesterwerk ist in Vorbereitung für das WDR Funkhausorchester.

Über 90 CD-Veröffentlichungen dokumentieren das Schaffen von Markus Stockhausen auf Labels wie ECM, Enja, EMI Classics, Sony, Aktivraum, Stockhausen-Verlag, ACT. 2016 erschien die Duo CD Alba von Florian Weber und Markus Stockhausen bei ECM. Im August 2017 erschien Far into the Stars, die neue CD von Quadrivium bei OKeh/Sony, 2018 Eternal Voyage live ebenda, 2019 Hamdelanehmit dem persischen Santurspieler Alireza Mortazavi.

PRESSE

„Ruhepunkte, Loslassen, der Drang zur Entspannung charakterisieren die aktuelle Musik von Markus Stockhausen, die nie ins Beliebige abdriftet und vielleicht als eine moderne Variante des „Cool Jazz“ eingeordnet werden könnte.“ BR5 Radio

"Die [Klangexperimente] nutzen die vier glänzend aufeinander abgestimmten Musiker aber mit Bedacht und mit großen Gespür für feinsinnige Nuancen und vor allem mit einem ausgeprägten Sinn für weitere, sachte fortschreitende Entwicklungen. Was dabei herauskam, war ein innerer Film, so sinnenfreudig wie bei Peter Greenaway und so mystisch wie bei Andrei Tarkowski. Begeisterter Applaus und eine Zugabe." Süddeutsche Zeitung

„Ein einzigartiges Soundkonzept: eine Musik des Übergangs, im Raum schwebend, die einem im Hören eine Vorstellung vom Überwinden des Gegenwärtigen gibt - und damit von Freiheit. Voller spiritueller Kraft, aber nicht esoterisch; den ganzen Raum flutend, aber gesichert in großer Tiefe verankert; leuchtend, aber nie blendend; unaufdringlich, aber handwerklich zu jedem Zeitpunkt von allerhöchster Brillanz. … Musik exakt im Augenblick ihres Höhepunktes, also genau dann, wenn sie sich rückhaltlos öffnet, dem Hörer zu überantworten - es gibt derzeit nur eine Handvoll durchaus unterschiedlicher Ensembles wie das Tarkovsky Quartett oder eben Quadrivium, denen dieses Kunststück gelingt." Jazzpodium

„Der Trompeter Markus Stockhausen hat auf seinem Instrument einen ganz eigenen Ton entwickelt, der sofort identifizierbar ist. Der umtriebige Musiker, der im Mai 60 Jahre alt geworden ist, unterhält eine Vielzahl von Projekten vom Duo bis zur spektakulären Großformation. Seine neue Band Quadrivium, die sich mit dem Album „Far Into The Stars“ und einer Deutschlandtournee im Oktober vorstellt, ist ein Ensemble in Aufbruchsstimmung. […] Quadrivium haben einen Sound kreiert, der im Raum zu schweben scheint, dabei aber auch nicht um zupackende Grooves verlegen ist, die fast schon eine Anmutung von Jazzrock ins Spiel bringen. Hinzu kommen freie Stücke […], die vom Einfallsreichtum der vier Musiker zeugen und für eine ganz besondere Atmosphäre stehen.“ Jazzthing

„[…] Immer wieder ist es eine Freude, Markus Stockhausen beim Trompete-Spielen zuzuhören: die vollendete Beherrschung von Spieltechnik und Atmung; die enorme Reinheit, entschiedene Eindeutigkeit und Klarheit des Klangs; das souveräne Umgehen mit der Zeit – all das ist unverwechselbar. Zugleich hat das Quartett in der Gestaltung von Klang und von strukturierenden Prozessen einen intensiven Konsens gefunden.“ Jazzthetik

„In der bestens harmonierenden Viererbande ist jeder auf Augenhöhe mit dem anderen. Cellist Jörg Brinkmann und Drummer Christian Thomé sind Pulsgeber wie solistisch bestens unterwegs […]. Mit dem zurückhaltenden wie vorwärtsdrängenden Flügelmann Florian Weber entstehen harmonische Verbindungen von Komposition und Improvisation sowie eine prägnante Tiefe, eine klangliche Dimension, mit Leichtigkeit und Humor zelebriert.“ Jazzpodium

„Die Musik besitzt viele klassische Anmutungen, wirkt choralhaft, elegisch fließend, gestalterisch versöhnlich. Immer, wenn es in Plakatives zu münden droht, schafft es Stockhausens unglaublicher Trompetenton, das Pathos zugunsten intellektueller Kraft und hinreißender Melodieführung hinter sich zu lassen.“ Audio, CD des Monats

"Die hohen Erwartungen des Publikums wurden bei weitem übertroffen. Als Quartett „Quadrivium“ erschuf Stockhausen, gemeinsam mit Jörg Brinkmann (Cello), Angelo Comisso (Klavier) und Christian Thomé (Schlagwerk), außergewöhnliche Klangwelten, kosmische Spaziergänge zwischen Realität und Fantasiegebilden."  WAZ

„An diesem Album werden sich die Geister scheiden. … Da verschiebt sich eine Stimmung von der klaren Schönheit beinahe unmerklich in die Spannung harmonischer Gegensätze und löst sie wieder. Schwebungen münden in Pulse, alles wirkt organisch, zwangsläufig in seiner Dramaturgie. An erster Stelle steht Stockhausens makelloser Trompetenton, dessen Reinheit die Musik umarmt und ihr eine Strahlkraft gibt … Dazu kommen die ostinaten, flirrenden Klavierotive von Angelo Comisso, ein deneznt mal als kantable Melodieführung, mal bassähnlich eingesetztes Cello von Jörg Brinkmann und Christian Thomés behutsam gestaltetes Schlagzeug, das oszillierender Perkussion näher ist als der Rhythmusknecht. Das ist konsequente Kammermusik…“ Stereoplay, Jazz CD des Monats

„Das noch nicht Erklärbare als solches zu akzeptieren und seine Harmonie zu genießen. Mit seiner Band Quadrivium macht der Trompeter Markus Stockhausen genau dies: Sie spielen neun Kompositionen, in denen sich Freude, Andacht, Bewunderung spiegeln, indem sie angenehme, oft hymnische Melodien und beschwingte Ensembleklänge vereinen.“
RONDO

„[…] von fast schmerzlicher Schönheit. […] Ein wundervolles Album.“ Mannheimer Morgen

„Überhaupt zog sich die Verwebung von kammermusikalischen mit zeitgenössischen Jazz-Spielweisen, von Komposition und Improvisation wie ein roter Faden durch das ganze Konzertprogramm. Groovend, treibend und jauchzend zog das Quartett alle Register als ästhetisch wohlig gesinnte Klangmaler und -zauberer. Das akustisch brillante Resultat zog stehende Ovationen der rund 100 Zuhörer am Ende des Abends nach sich.“ Gießener Allgemeine

„Das Gesamtergebnis war vollkommen stimmig, so genau war die Interaktion der Musiker; Trompete und Cello verschmolzen gelegentlich, wobei sich ein gewisser hochwertiger Crooning-Effekt einstellte. Stockhausens wunderbar kantable Trompete oder Flügelhorn besitzen im Klang stets auch eine erzählerische Ebene. Das Publikum, im Nu in Bestlaune, applaudierte von Beginn an herzlich und anhaltend – man ging mit. Das Konzert stellte klar die verschiedenen Beiträge aller Musiker in ein stimmiges Konzept, das dem Zuhörer ein elektrisierendes Musikerlebnis auf diversen Ebenen bot, wobei sich Pianist Comisso und Schlagzeuger Thomé durch ihre handwerklich und inhaltlich hochwertigen Beiträge als substanzielle Kooperateure erwiesen. Wohin man auch hörte in dieser enormen Vielfalt, es war stets exzellent.“ Gießener Anzeiger

„[Markus Stockhausen] spielt und schreibt seit über 40 Jahren eine Musik, die zwar oberflächlich betrachtet auch dem Einfluss des Vaters verpflichtet ist, schon lange jedoch zum eigenwilligsten und (der Begriff ist hier ausnahmsweise keine Platitüde) schönsten gehört, was die hiesige Jazzlandschaft zu bieten hat.“ Vanmagazin

„Es sind phantasievolle Wanderungen zwischen differenzierter Kammermusik und atmosphärischen Ambientflächen. Stockhausen gestaltet Trompetenmelodien in jubilierender Leidenschaft, er findet verstörend schöne Themen und klaustrophobische Triller. Alles ist harmonisch miteinander verflochten, beeindruckt in der Auslotung von Seelenlagen und steht für Selbstvertrauen und Kreativität. Es ist die dynamische Musizierhaltung eines gebändigten Pathos und zugleich eine Musik voller Assoziationen und berührender Schwingungen.“ Kultkomplott.de

„Wenn die Trompete und das Cello miteinander spielen entsteht eine Klangsinnlichkeit, die das Publikum ganz in die Musik, ganz in das Jetzt holt. Das Pianospiel von Antonio Comisso trägt seinen Teil zur Klangfülle bei, die von Markus Stockhausen mit seiner Trompete oder seinem Flügelhorn angeführt wird. Zwischen dem Schlagzeuger Christian Thome und dem Cellisten Jörg Brinkmann entstehen immer wieder rhythmisch spannende und schöne Dialoge.“ NRWJAZZ

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