treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

SPENDENKONTO * IBAN: AT 752050303352791960 * TREIBHAUS- KATASTROPHENFONDS

das treibhaus, ansteckend wie es ist, hat schon wieder die höchststrafe ausgefaßt - es wurde ein betretungsverbot verhängt // bis wann? wer weiß. // damit nicht schon wieder jene auf der strecke bleiben, die zum vierten mal unschuldig ein berufsverbot bekommen haben, hat das treibhaus wiederum beschlossen, den prekären licht & tontechnikern die jobs für die wir sie engagiert haben, auch zu bezahlen. und den musikern einen gutteil der vereinbarten gage. quasi lohnfortzahlung im lockdownfall - egal welche hilfeleistungen wir bekommen. // wir vertrauen auf die solidarität unseres publikums. bleibt uns gewogen und helft mit, damits nach dem winterschlaf ein frohes erwachen geben kann - SPENDENKONTO * IBAN: AT 752050303352791960 *

ABGESAGT  // Hi5 & DAS RADIO.STRiNG.QUARTET - MINIMAL JAZZ & CHAMBER MUSIC.

Anlässlich ihres 10-jährigen Bestehens hat sich die Tiroler Band HI5 mit dem radio.string.quartet für eine Jubiläumstournee zusammengetan. Die Ensembles spielen gemeinsam, ergänzend und gegenseitig fordernd - Arrangements ihrer eigenen Stücke, Neues und in der Kollaboration Entstandenes - ein Streifzug durch die Geschichte der Bands mit einer musikalischen Vorschau auf die kommenden Jahre.
Futuristische Kompositionen mit maximaler Klangvielfalt - ein akustischer Grenzgang den die Welt so noch nie gehört hat. Moderner Jazz trifft auf kompositorische Finesse.
Nach Konzertreisen rund um den Globus (USA, Mexiko, Kanada, Japan, China, Indien und Europa) bringen die vier Musiker von HI5 ihre Musik gemeinsam mit dem renommierten Wiener Streichquartett auf die Bühne. Das Programm ist eklektisch und geiztnicht mit Überraschungsmomenten.

4+4=8

Chris Norz: drums
Philipp Ossanna: guitar
Matthias Legner: vibraphone
Clemens Rofner: bass

 

radio.string.quartet
Bernie Mallinger, Igmar Jenner: violin
Cynthia Liao: viola
Sophie Abraham: cello

Hi 5

Schlagzeug, Gitarre, Vibraphon und Bass genügen HI5, um Genregrenzen beiläufig, spielerisch und kreativ niederzureißen. Eine „Jazz-Band“, die viel Zeit im Proberaum verbringt um ihre ausgefeilten Arrangements auszutüfteln, nur um dann bei Live-Konzerten damit zu überraschen, dass man sich immer wieder frei spielt und sich eine Leichtigkeit bewahrt, die nichts von der harten Arbeit dahinter erkennen lässt: So etwas hört man nicht alle Tage. Das Zuhören ist hier zugleich Vergnügen und Abenteuer.
Was man zu hören bekommt, ist wahrlich nicht alltäglich oder gar trivial. Die Band selbst beschreibt ihre Musik mit den Begriffen „Minimal Jazz Chamber Music“ und eröffnet damit eine ganze Fülle von spielerischen und intellektuellen Möglichkeitsräumen.
Mit den Mitteln und Möglichkeiten des Jazz, der Musik die notwendige Freiheit zu lassen, sich Material auf freigeistige Weise zu erarbeiten und es auch, wenn nötig, sein und mäandern zu lassen, ergibt sich eine außergewöhnliche konzeptionelle Brücke hin zur „Kammermusik“. Diese legt hier eine Fährte in Richtung Vertracktheit, kompositorischer Raffinesse und Komplexität. Minimal ist diese Musik dabei nicht wirklich, doch sie insistiert, beharrt und lässt an manchen Punkten Repetition zu. Die Musik von HI5 ist dabei nicht ausufernd, sondern logisch und konsequent in Entwicklung und Aufbau – voller gelungener Spiel- und Denkleistungen.
Diese singuläre Verbindung von diesen sich ansonsten meist abstoßenden Polen sorgt für Begeisterungsstürme, welche von Preisen begleitet werden, wie z.B. dem Joe Zawinul Preis 2012, den 1. Platz bei der Bucharest International Jazz Competition 2013 und den Jimmy Woode European Jazz Award 2013.

Die Band über sich selbst:

„Pulsierende Grooves stehen in deren Kompositionen ebenso im Mittelpunkt wie meditative Klangbilder und halsbrecherische Improvisationen. Komplexe Strukturen treffen auf eingängige Melodien, Minimal-Music-Elemente auf Jazz und Rock, Bezüge zur Tradition stehen der Suche nach neuen Klängen gegenüber. Häufig setzen sich die Stücke dieser Band aus eigenständigen Teilen zusammen und erzählen dabei kleine Geschichten ohne Worte, die zu einer großen Erzählung zusammenfließen. Mit dem zweiten Album ‚Tangled Simplicity’ beweisen die vier Tiroler, dass auch Instrumentalmusik unter die Haut gehen kann.
Die Addition von technischer Versiertheit und dem perfekten gegenseitigen Verständnis der vier jungen Musiker erzeugen einen erfrischenden und absolut mitreißenden Bandsound. Das Quartett lässt die großen musikalischen Parameter Melodie, Harmonie und Rhythmus in mal lyrischen, mal wuchtigen, teils verwunschenen, manchmal hymnischen Stücken ineinander aufgehen und performt diese mit unglaublicher Dynamik.
Der sanfte Wechsel von Entspannung und Erregung, Komplexität und Einfachheit ist es, der die Musik auszeichnet.“

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DER 5/4-TAKT STAND NAMENSPATE

Ein breites Spektrum musikalischer Einflüsse und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Stilen und Konzepten liegen ihren Stücken zugrunde und verbinden sich zu einem vielschichtigen Amalgam. So finden sich bei HI5 unter anderem poppige Melodielinien, Inspirationen aus dem Rock, aber auch treibende Dance-Beats. Nicht zuletzt unter Hinzunahme elektronischer Instrumente, Effekte und Klangverfremdungen entfaltet und erweitert die Band ihre Klangvorstellungen, wobei bereits auch der programmatische Titel des 2014 veröffentlichten Albums „Attack Decay Sustain Release“ (Sessionwork Records) – ein Verweis auf unter anderem im Umgang mit Synthesizern geläufige Begriffe zur Beschreibung von Hüllkurven – dieses Interessengebiet preisgibt. Dass das Spiel mit Ansätzen der Minimal Music – ausgehend vom Schaffen und Wirken von Steve Reich, Terry Riley und anderen – nicht nur beispielsweise in der elektronischen Tanzmusik, sondern auch bei HI5 anzutreffen ist, tritt durch die Verwendung und Überlagerung von repetitiven Klängen und Motiven einerseits musikalisch in Erscheinung und stellt andererseits, verewigt im Credo der Band „Minimal Jazz Chamber Music“, sogar einen konzeptionellen Grundpfeiler des Quartetts dar. Dabei hat sich die Gruppe ausgehend von ihren Wurzeln im Jazz im Lauf ihrer Entwicklung zunehmend auf die Kreierung und Ausarbeitung musikalischer Abläufe und Strukturen fokussiert: Weniger das auf spontaner Interaktion basierende, improvisatorische Ergründen von Freiräumen, sondern das ineinandergreifende, sich zu einem stimmigen Gesamtsound mit entsprechendem rhythmischen Drive vereinende Spiel der einzelnen Instrumente steht im Mittelpunkt. Wenngleich sich die strukturelle Konzeption der Stücke bisweilen dem Pop zuneige, käme vor diesem Hintergrund auch das genannte Schlagwort Chamber zum Tragen, indem jedes Bandmitglied – wie bei einem kammermusikalischen Ensemble – seine unverzichtbare Rolle und Funktion einnehme und präzise abgestimmt in Lautstärke und Klang gemeinsam mit den anderen Stimmen den musikalischen Gesamteindruck erzeuge, erklärt Clemens Rofner. Was daraus entsteht, sind Songs, die leicht ins Ohr gehen und auch mal bis in die Fußspitzen vordringen können. Oder wie HI5 ihre Musik selbst beschreiben: „Komplexe Strukturen treffen auf eingängige Melodien, Minimal-Music-Elemente auf Jazz und Rock, Bezüge zur Tradition stehen der Suche nach neuen Klängen gegenüber.“ Hier kommt wahrlich einiges zusammen. Visuell begleitet wird dieses musikalische Feuerwerk durch den ein oder anderen Lichtblitz, der von der zum festen Inventar der Band zählenden Glühbirne dramaturgisch einleuchtend von der Bühne in den Zuschauerraum geworfen wird.
mica - Martin Schütz

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