treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

FREI * TAG IM TREIBHAUS: ENSEMBLE KUHLE WAMPE - EXTENDED. POLiTiSCHE TANZMUSiK

Hier treffen pointierte Kommentare zum Zeitgeschehen auf üppige Bläsersätze und eine pochende Rhythmusgruppe. Tenor des Ensembles Kuhle Wampe - das sich bewusst auf den gleichnamigen kommunistischen Film “Kuhle Wampe oder: Wem gehört die Welt (1932)” mit seiner prononciert avantgardistischen Formensprache (Regie: Brecht/Dudow/Ottwalt) und grandioser kontrapunktischer Filmmusik (Eisler) bezieht - ist die künstlerische Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft. 
Hierbei werden dezidiert politische Inhalte musikalisch in Kontext gesetzt, künstlerisch kommentiert, verarbeitet und weitergesponnen: Samples und gesprochene Texte bzw. gesprochene Versatzstücke werden mit maßgeschneiderter kompositorischer Praxis verwoben.

Politisch inhaltsvolle Musik kann nicht nur ausschließlich klischeebehaftet, entweder in puristischer Reinform von ArbeiterInnenliedern oder Punk stattfinden, oder erst durch seitenlange Überinterpretationsversuche im Genre der sogenannten E-Musik vollzogen werden. Sie kann auch mittels eines differenzierten Weges — abseits von bisher Bekanntem — schlagkräftige, präzise und direkte musikalische sowie politische Aussagekraft haben.

Christian Reiner: Stimme
Leonhard Skorupa: Tenorsaxophon, Komposition
Astrid Wiesinger: Altsaxophon
Martin Eberle: Trompete
Georg Schrattenholzer: Posaune
Andi Tausch: Gitarre
Michael Tiefenbacher: Keys, Komposition
Tobias Vedovelli: Bass, Komposition 
Christian Eberle: Schlagzeug

„Ein kleines Stück Wiedergutmachung aus der Alpenrepublik liefert jetzt das Ensemble Kuhle Wampe. Die Doppel-CD “Extended” ist ein starkes Paket Jazz mit Haltung - gleichsam die klangmächtige Gegenkultur zu den Machenschaften der politischen Klasse der Heimat. Das Wort, die ideologische Aussage, die dezidierte politische Position finden in den elf Werken dieses Wiener Ensembles gleichberechtigt Raum neben der Musik  (...) Die Kompositionen nehmen die intellektuelle Schärfe und den Duktus des Gesagten auf und transportieren dieses auf kongeniale Weise: Vertrackte Ensembleparts, polyphone Texturen, federndes Straight Ahead-Spiel, straffe rock- und grooveorientierte Passagen sowie bisweilen an Frank Zappas illustrative Arrangements und Klangexperimente erinnernde Momente treffen auf leise Töne und elektronische Soundsprengsel. Gespielt wird das alles von einer jungen Truppe begnadeter Instrumentalisten, die die lange, tiefgründige Solo-Exkursion und den kollektiven Ausbruch ebenso beherrscht wie das virtuose Quartett- und konzentrierte Ensemblespiel. Ein großer Wurf, ein großartiges Statement und ein starkes Ausrufezeichen für die Einmischung der Musik in die Politik (Michael Sturm - Jazzpodium)

[YT https://www.youtube.com/watch?v=oNu_xEdU7rY]

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