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Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

OTTO LECHNER: THE DARK SiDE OF THE ACCORDION - OTTO LECHNER SPIELT PINK FLOYD



OTTO LECHNER & THE DARK SIDE OF THE ACCORDION

Vor fünfzig Jahren - am 1. März 1973 - erschien das Album « The Dark Side of the Moon » der legendären Pink Floyd. Bis heute fehlt „The Dark Side of the Moon“ auf keiner Liste wichtigster Aufnahmen der Rockgeschichte und bleibt das meistgehörte Album der Band Pink Floyd.
Die Uhren von „Time“, die Registrierkassen von „Money“, all die ikonischen Stimmen, Klänge und Geräusche dieses Albums erklangen auf Millionen Plattenspielern oder Kassettenrekordern. 
Wie kann man ein so perfekt gemachtes Werk solistisch nachspielen, nachempfinden? Wenn das jemandem zuzutrauen ist, dann Otto Lechner, der sich selbst als Radiodidakt tituliert, geboren in Melk an der Donau im Jahr 1964, ein Jahr vor der Gründung von Pink Floyd. 

Schon in vielen Zusammenhängen hat Lechner gezeigt, dass ihm bestimmte Werke aus den unterschiedlichsten Musik-Genres heilig sind – und er sie zu eigenen machen kann. Im Wesentlichen ist « The dark side of the accordion » eine Solo-Darbietung – nur für wenige entscheidende Momente holt sich Lechner zwei langjährige Wegbegleiter*innen dazu : Pamelia Stickney am Theremin & Karl Ritter an der Gitarre…

Besetzung: Otto Lechner – Akkordeon, Stimme ; 
Pamelia Stickney – Theremin 
Karl Ritter - Gitarre

Otto Lechner über «Die dunkle Seite des Akkordeons »
„Mögen die vielen Tasten und Knöpfe dieses Instruments auch noch so beeindruckend und verwirrend scheinen, in seinem Zentrum atmet der Blasebalg und pumpt Luft in die metallenen Zungen. Diese horizontale Atmung zu gestalten, das ist mir am wichtigsten, wenn ich diese Maschine eng vor meinem Brustkorb habe und über meine Oberarme und den Schultergürtel kontrolliere. Die "Ziehharmonika"  ist somit eine fassbare Schnittstelle von Maschine und Emotion. In guten Momenten bewegt sie sich von selbst. Die Klanggestaltung beim Akkordeon ist jener der Orgel und des Harmoniums verwandt; Töne werden - in der Regel in Oktaven - übereinander geschichtet. Dabei hat sich beim Akkordeon die Eigenart entwickelt, zwei Töne so knapp aneinander zu stimmen, dass ihre Differenz als Schwebung wahrgenommen wird. Diese Welt der Obertöne und Schwebungen hat mich immer fasziniert.<
Ganz ohne Elektronik ist ein Akkordeon gewissermaßen ein psycho-akustischer Unsicherheitsfaktor, dessen vielfarbiger Möglichkeiten ich mich gern bediene.“

 

Otto Lechner: Der blinde Akkordeonspieler
„Ich bin in einem kleinen Dorf aufgewachsen, war schwer sehbehindert und bin schließlich erblindet. Die Ziehharmonika war das erste Instrument, mit dem ich mich bewusst beschäftigt habe; ich war viel mit ihr allein. Freilich kann man sie auch im Ensemble spielen; sie ist aber eigentlich für autonomes Spiel ausgelegt. Am - vom Spieler aus gesehen - linken Teil befinden sich bis zu 122 Knöpfe, die durch ein feinmechanisches System so verbunden sind, dass alle gebräuchlichen Grundharmonien zur Verfügung stehen und man sich selbst begleiten kann - ein Orchester für sich. Daraus ergibt sich die spannende Symbolik von Geselligkeit und Alleinsein. Da sitzt er also, der blinde Akkordeonspieler, und spielt mehr oder weniger Vertrautes aus seiner, für die Sehenden unergründlichen, Innenwelt heraus; Künstler und Kunstobjekt in einem - ein reicher Bettler, dessen Freiheit wohl nach innen geht. Im Laufe meiner Jahre habe ich mich mit so einer Rolle immer wieder auseinandergesetzt und mich bewusst als Projektionsfläche zur Verfügung gestellt.“

Am Ende meines Akkordeon-Soloprogramms "Accordionata" steht ein Text von Kafka - "Auf der Galerie". 
Seine letzten Zeilen lauten:
„Da dies so ist, legt der Galeriebesucher das Gesicht auf die Brüstung und im Schlussmarsch, wie in einem schweren Traum versinkend, weint er, ohne es zu wissen.“
Es folgt das Finale aus "Dark Side of the Moon" .  Kafka's Text beschreibt ganz gut meinen Zugang zur Musik der Pink Floyd und zu diesem Album. Zudem deutet die Geschichte dieser phantastischen Rockgruppe, deren Mitglieder sich am Ende nur noch über Bühnenabstände gestritten haben, schon sehr auf eine Soloakkordeonversion hin.....

OTTO LECHNER

“Ich erblickte am 25. Februar 1964 das Licht der Welt nicht
und habe seither bei Schul- und Dorffesten
in Gast- und Kunsthäusern
im Rahmen von Tauf- und Sterbefeiern
für Schau- und Hörspiele
vor Wein- und Bildhauern
in über- und Attersee
in An- und Straßenbahnzügen
als Ton- und Kleinkünstler
als Kompo- und Pianist
bei Puppen- und Tanztheater
nach Litera- oder Partitur
in Kir- und bei Brötchen
als Urlaubs- oder Ehrengast musiziert.”

Aus diesem Gewirr von Eindrücken entsteht eine Tonsprache,
die von Sentimentalität und deren Anfechtbarkeit handelt.

Er zählt ganz ohne Zweifel zu den bedeutendsten und profiliertesten österreichischen Musikerpersönlichkeiten der Gegenwart, der Akkordeonspieler und Komponist Otto Lechner.  Der 1964 in Melk an der Donau geborene Musiker fühlt sich in den unterschiedlichen musikalischen Welten zu Hause, sei es nun im Wienerlied, in der Weltmusik oder im Jazz. Egal in welcher Formation auch agierend, mit seinem unverwechselbaren, ungemein gefühlvollen und stilistisch extrem vielschichtigen Spiel drückt der heute in Wien lebende und international renommierte Künstler einer jeden Komposition seinen unverkennbaren Stempel auf. 

Otto Lechner wird nachgesagt, dass er zu jenen Musikern zählt, die das Akkordeon hierzulande wieder populär gemacht haben. In einer Zeit, in der die Klänge dieses Instrumentes eher im volkmusikalischen Kontext zur Anwendung gekommen sind, war es unter anderem der gebürtige Melker, der das Akkordeon in andere Musikstile, wie etwa dem Jazz, einführte. Wiewohl, dass er überhaupt Musiker geworden ist, fast an ein Wunder grenzt. Sein Augenlicht verlor Otto Lechner, der das Stiftgymnasium in Melk absolvierte, bereits im Alter von 15 Jahren, was ihn aber nicht daran hinderte, sich weiter musikalisch zu betätigen. Aufgrund seiner autodidaktischen Fähigkeiten erlernte er innerhalb kürzester Zeit verschiedenste Instrumente zu spielen.

Seine musikalische Karriere startete Otto Lechner in der Begleitband des Kabarettisten Josef Hader. Zudem arbeitete er für diverse Theaterproduktionen, wie etwa am Burgtheater oder am Schillertheater Berlin, sowohl als Komponist wie auch als Musiker. Vor etwas mehr als zwanzig Jahren verlagerte sich der Lebensmittelpunkt des Akkordeonisten schließlich ganz nach Wien, wo er seitdem die Musikszene durch sein ungemein vielfältiges Schaffen bereichert. Stationen seiner bisherigen Laufbahn waren neben seiner Solotätigkeit unter anderem das Vienna Rai Orchester, Broadlahn sowie das Ensemble Bethlehem All Stars, mit dem er heute noch zur Weihnachtszeit durch Mitteleuropa reist. Zudem trat der inzwischen auch im Ausland hochgeschätzte Ausnahmeakkordeonist gemeinsam mit nationalen und internationalen Größen wie Iva Bittova, Georg Danzer, Max Nagl, Sainkho Namtchylak, Wolfgang Reisinger, Dhafer Youssef und Joe Zawinul auf

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