treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

LOLA MARSH: SHOT SHOT CHERRY ! // TEL AVIV

Lola Marsh sind verhalten und ungestüm, dynamisch, aber auch beruhigend und sanft. Sie sind modern und retro, old-school und up-to-date, akustisch und groovend, voller Leichtigkeit, aber auch der Melancholie verbunden. Lola Marsh haben tolle Melodien und ebensolche Arrangements. Das Duo macht bittersüßen Barock-Pop, der auch schon mal ins Kitschige gehen darf.
Yael und Gil von Lola Marsh sind ein bisschen wie Angus & Julia Stone, und zusammen auch wie David Lynch, oder - mit der selbstbewussten und gleichzeitig fragilen Stimme von Yael - wie Lana del Rey. Aber letzterer Vergleich nervt ja schon etwas. Trotzdem für alle, die es nicht wussten: Yael Shoshana Cohen trug vor einigen Jahren bei "The Voice Of Israel" ihre Version vom Song "Video Games" von Lana del Rey vor. Lola Marsh sind also so vieles und letztlich doch niemand anderes als Lola Marsh, dieses israelische Duo mit meist kompletter Band, zu dessen kleinem Hit "Wishing Girl" vor zwei Sommern alle getanzt haben.

Das erste Mal konnte man Lola Marsh in Österreich beim Songschreiber*innen-Festival namens Blue Bird im Wiener Porgy & Bess sehen, wo Yael Shoshana Cohen und Gil Landau gut hinpassten. Jazzclub und so, ich denke an dieses Timbre in der Stimme von Yael Shoshana Cohen. Das Treibhaus war gleich anschließend dran. Das war vor etwas über vier Jahren. Im Jahr davor spielten Lola Marsh jenen Gig am Primavera Festival in Spanien, der ihnen einen ordentlichen Schub gab. Seither hat sich viel getan bei Lola Marsh. Aus dem Geheimtipp aus Tel Aviv wurde ein internationaler Pop-Act. Das vielbeachtete Debutalbum "For The Roses" folgte im Sommer 2017 auf die "You’re Mine"-EP, erschien im Sommer 2017 und begeisterte international. Es enthielt neben Songs wie "Sirens" oder "You’re Mine" etwa ein Cover vom Song "Something Stupid" - von Frank Sinatra und seiner Tochter Nancy bekannt gemacht - für die US-Fernsehserie "Better Call Saul".
Der Titel vom neuen Lola-Marsh-Album "Someday Tomorrow Maybe" klingt unentschlossen, etwas was die Band ganz und gar nicht ist. Lola Marsh sind fokussierter denn je, selbstbewusster und zielstrebiger, ohne einen gewissen verhuschten Indie-Charme verloren zu haben.

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