treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet alltäglich von 16:00 bis Sperrstund ist.

ON THE RIVERS OF BABYLON: MOZULU ART MEETS 3 IBK CHÖRE # TURMSOMMER 24

MoZulu ART - das wunderbare a-capella-Ensemble aus Zimbabwe tifft 3 Innsbrucker Chöre: das  Vokalensemble Vocappella, JUKO, den  Jugendchor & den Chor des Konservatoriums - (praktisch die Stimmen des Canto General): um gemeinsam gegen die babylonische Sprachenverwirrung anzusingen

INSINGIZI / MOZULU ART - ZIMBABWE

MoZuluArt – das sind drei afrikanische Stimmen (Insingizi aus Zimbabwe) und eine kongeniale Klavierbegleitung (Kapellmeister Roland Guggenbichler).  Musikalisch stehen sie für die Verschmelzung traditioneller Zulu-Klänge mit klassischer Musik. Als Konzept überzeugte das zunächst die Plattenfirma Universal Music. Dann ließen sich die Wiener Symphoniker auf das Experiment ein und luden MoZuluArt zu sich auf die Bühne ein, um gemeinsam mit ihnen die Wiener Festwochen vor einem Millionenpublikum zu eröffnen. Das löste regelrechte Begeisterungsstürme aus.
Die Art, wie MoZuluArt Mozarts Musik auf einfühlsame Weise in den Townships von Südafrika zum Klingen bringt, ist überraschend neu und begeistert mittlerweile sein Publikum in Europa, Afrika und den USA.  Dieses erfolgreiche Projekt aus dem Mozartjahr 2006 passt in keine Schublade, verführt noch immer zum Mitsingen und Mitklatschen, führt an den Quell der Lebensfreude. Bislang endeten noch alle Konzerte mit Standing Ovations....

VOKALENSEMBLE VOCAPPELLA

Das Vokalensemble Vocappella Innsbruck besteht aus etwa 20 jungen Stimmen und wird seit der Gründung im Jahr 1990 von Bernhard Sieberer geleitet.
Die Sängerinnen und Sänger haben sich zum Ziel gesetzt, Vokalwerke aufzuführen, die sich besonders zum Musizieren in kleinerer Besetzung eignen und somit im üblichen Chorrepertoire kaum Platz finden. Vocappella arbeitete u. a. mit dem Ensemble Kapsberger und Rolf Lislewand, der Austrian Baroque Company unter Michael Oman, dem Ensemble Unicorn (Michael Posch) und dem Barockorchester Aura musicale Budapest (Bálázs Máte) zusammen, zum 20-Jahr-Jubiläum 2010 kam das Oratorium „Israel in Egypt“ von G. F. Händel zur Aufführung, zum 25-Jahr- Jubiläum 2015 Monteverdis „Marienvesper“...
Konzertreisen führten das Ensemble  nach Valencia (Spanien), Vilnius (Litauen), nach Kairo und Alexandrien (Ägypten),  nach Dublin, Amsterdam und nach Stockholm. Im Sommer 2014 begann durch eine Chorreise nach Tanzania eine langfristige Zusammenarbeit mit Musikern dieses Lande mit Gegenbesuch von TänzerInnen und SängerInnen in Tirol.

JUKO: JUGENDCHOR INNSBRUCK

im  JUKO – Jugendchor Innsbruck unter der Leitung von Bernhard Sieberer, sind ca. 30 begeisterte Sänger:innen zwischen 18 und 26 Jahren. Der JUKO wurde 2015 gegründet, seither hat er ein großes Repertoire aufgebaut. Dieses reicht von klassischen Stücken über geistliche und weltliche Lieder bis hin zu modernen Popsongs und Musicals. Mitglied im JUKO zu sein bedeutet nicht nur jede Woche die stimmlichen und musikalischen Fähigkeiten weiter auszubauen, es bedeutet auch, Teil einer Gemeinschaft zu sein, Freundschaften zu knüpfen und zusammen viele schöne Momente zu erleben....

MOZULU ART: EIN PORTRAIT

Es gibt Musikprojekte, die einfach aus dem Rahmen fallen, die, weil deren Beteiligte Ansätze verfolgen, welche nicht und nicht den herkömmlichen Konventionen entsprechen wollen, sich im positiven Sinn vom Rest abheben. Um eine solches handelt es sich ganz ohne Zweifel bei der Formation MoZuluArt. Was nämlich hier von den Protagonisten betrieben wird, ist die kunstvolle Aufhebung so ziemlich aller musikalischen Begrifflichkeiten und Vorstellungen. Das aus Simbabwe stammende Vokaltrio Insingizi und der österreichische Pianist Roland Guggenbichler lassen vermeintlich traditionsbehaftete Klangwelten aufeinandertreffen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Mit dem Ziel etwas vollkommen Neues zu erschaffen, vermengen sie in ihren Stücken Zulu-Klänge mit klassischer Musik, vor allem mit jener von Wolfgang Amadeus Mozart. Eine Mischung, die aufgeht, hervorragend funktioniert und einfach nur staunen lässt. Längst haben MoZuluArt als bedeutende Fixgröße in der heimischen Weltmusikszene etabliert, aber nicht nur da, auch aus dem Ausland werden schon viele Blicke auf dieses außergewöhnliche Ensemble geworfen.

Nein, von klassischer Musik haben Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu in ihrer Jugend wenn überhaupt, nur vom Hörensagen gehört. Als sie damals durch die Straßen ihrer Heimatstadt Bulawayo in Zimbabwe spaziert sind, waren es vor allem traditionelle heimatliche Klänge, welche sie umgaben. Dass sie einmal ihr Land verlassen und in Wien als ihren Lebensmittelpunkt erwählen werden, haben sie sich vermutlich genauso wenig vorstellen können, wie, dass genau die Klassik es ist, die heute einen bestimmenden Teil ihrer künstlerischen Schaffens einnimmt. „Ich bin sozusagen im Ghetto aufgewachsen, wo die klassische Musik eigentlich niemanden wirklich  Begriff ist. Man kennt nur die lokale Musik. Aber in den Städten, in großen Einkaufszentren oder in Hotels, da ist sie schon gespielt worden. Ich habe sie dort auch gehört, aber sie hatte für mich keinerlei Bedeutung, ich fand sie langweilig und zu langsam“, so Vusa Mkhaya Ndlovu in einem mica-Interview 2008.

Aber wie es oft so ist, kommt es anders als man denkt. Als Vokalensemble Insingizi Europa mit dem Ziel bereisend, die Musik ihrer Heimat auch im europäischen Breitengrad bekannter zu machen, führte der Weg die drei Sänger 1996 nach Wien. Sie fassten den Entschluss, in der österreichischen Hauptstadt die Zelte aufzuschlagen, um von hier aus ihre Mission fortzusetzen. Schnell kam man der hiesigen Musikszene in Kontakt und lernte den aus Braunau stammenden Jazzpianisten Roland Guggenbichler kennen. Dieser war in der heimischen Musikszene kein Unbekannter mehr, arbeitete er doch schon mit österreichischen Größen wie Kurt Ostbahn, Hans Theessink,  Hans Söllner und Erika Pluhar zusammen.  Als ein Musiker, der sich immer schon zu allen Seiten hin offen gezeigt und sich stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen befunden hat, war der Schritt, mit den drei Sängern aus Zimbabwe gemeinsame Sache zu machen, kein allzu weiter.

Man begann erste Nummern für ein Vokaltrio plus Klavier zu erarbeiten, welche schon bei den ersten Auftritten großen Anklang gefunden haben. Die Idee, es doch auch einmal mit der Musik von Mozart zu versuchen, dieser neues Leben einzuhauchen, kam irgendwann in 2005 schließlich von Blessings Nqo Nkomo. Also wenige Monate vor dem großen Mozart-Jubiläumsjahr. Dem Pianisten Roland Guggenbichler war dieser Umstand bekannt, seinen drei Kollegen nicht. Wiewohl der gebürtige Oberösterreicher betont, dass keineswegs ein Kalkül hinter dem ganzen Projekt gesteckt hat. Vielmehr entsprach MoZuluArt seinem eigenen Antrieb, stets etwas völlig Neues machen zu wollen.  „Ich wusste, dass 2006 im Mozart-Jahr in Österreich die Hölle los sein wird. Ich habe das aber für mich behalten und wir haben gemeinsam das Projekt durchgezogen. Es steckte aber kein Kalkül dahinter. Vielmehr war das Spannende an der ganzen Sache, dass die Leute in Zimbabwe an österreichischer Musik, wenn überhaupt, nur Mozart kennen, und dass mit Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu drei Sänger seit vielen Jahren in Wien leben, die sich mit diesem österreichischen Musikheiligen beschäftigen wollen“, so der Pianist.

Das Neue sollte durch das Zusammenführen gänzlich unterschiedlicher musikalischer Ansätze entstehen. Roland Guggenbichler, Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu setzten sich zum Ziel, einen musikalischen Hybriden aus den landestypischen Traditionen zu schaffen, wobei sich die vier Musiker stilistisch keinesfalls einengen lassen wollten. So finden sich in den ungemein facettenreichen Stücken neben weltmusikalischen, folkloristischen  und klassischen Einflüssen, genauso solche aus den Bereichen der Popularmusik und des zeitgenössischen Jazz. Ein Mischung wie sie facettenreicher wohl kaum sein kann. Verewigt wurden das faszinierende Klangspektakel 2008 auf der CD „Zulu Music Meets Mozart“.

Es die ungemeine Klangvielfalt, welche das Publikum allerorts zu begeistern weiß. Die musikalische Sprache von MoZuluArt ist eine universelle, eine überall verständliche, eine durch ihre Lebensfreude mitreißende. Kein Wunder also, dass das Quartett inzwischen auf den Bühnen auch außerhalb Österreichs begeistert empfangen wird. MoZuluArt steht für Musik, die auf faszinierende Weise Brücken schlägt, von der Vergangenheit in die Gegenwart, von Afrika nach Europa, von einem Stil zum anderen. Und genau dies macht diese Truppe auch so einzigartig und interessant. (mt)

 

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