treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet alltäglich von 16:00 bis Sperrstund ist.

AMARO FREITAS TRIO // PERCUSSION-PIANIST AUS BRASILIEN

Amaro Freitas piano
Sidiel Vieira double bass
Rodrigo Braz drums

Amaro Freitas beschreibt sich selbst in einem Interview als »Percussion Pianist« und tatsächlich gewinnt er dem Klavier in seinen flirrenden brasilianischen Jazzkompositionen Trommel-Qualitäten ab. Und noch so viel mehr. Zwei Themen liegen Freitas besonders am Herzen: Die Bewahrung der einzigartigen Natur seiner Heimat Brasilien und die »Dekolonialisierung des Jazz«, wie er seine musikalischen Reisen in die indigenen Musikkulturen Brasiliens und Afrikas nennt.

Für sein letztes Album »Y’Y« verbrachte Freitas einige Monate im Amazonas-Dschungel – und lässt mit Klavier, Percussion und Elektronik Vögel singen und die berühmten rosa Flussdelfine sprechen. Für die B-Seite der Platte – der Pianist geht tatsächlich von der klassischen Vinyl-LP aus – hat er sich die spannendsten jungen Köpfe der globalen Schwarzen Jazzkultur an seine Seite geholt, darunter die New Yorker Harfenistin Brandee Younger, den kubanischen Bassisten Aniel Someillan oder den Saxofonisten Shabaka Hutchings aus London.

Mit seinen Triokollegen löst der Tastenvirtuose ein, was die New York Times über ihn schreibt: »Freitas lässt die Tasten tanzen und klappern, als ob die Noten aneinander abprallen und dabei Energie und Schwung aus dem Schwarm um sie herum aufnehmen würden.«

Jazz/Afrobrasil Y’Y (sprich: eey-eh, eey-eh) ist ein Wort aus der Sprache der Sateré-Mawé, eines indigenen Volks aus dem brasilianischen Amazonas-Gebiet, und bedeutet „Wasser“ oder „Fluss“. Der Pianist Amaro Freitas wählte es als Titel seines aktuellen Albums, das er als Hommage auf den Wald, insbesondere den Wald des Amazonas, und auf die Flüsse Nordbrasiliens versteht. Seine rhythmisch prägnanten Kompositionen sind von afrobrasilianischen und indigenen Musikkulturen inspiriert, stehen aber auch in der Tradition großer Jazz-Pianist:innen wie Thelonious Monk oder Chick Corea.

Amaro Freitas stammt aus der Küstenstadt Recife im Nordosten Brasiliens und kam dort mit einer Vielzahl von Musiktraditionen in Berührung. Freitas, der jahrelang kein eigenes Klavier besaß und auf imaginären Tasten übte, wurde zu einem der gefragtesten Pianist:innen seiner Heimatstadt und schließlich ganz Brasiliens. Seither trat er bei den renommiertesten Jazz-Festivals weltweit auf, darunter North Sea Jazz, Montreux Jazz, Pori Jazz und Nancy Jazz Pulsations. on den Slums von Recife im Nordosten Brasiliens zur internationalen Jazz-Ikone: Amaro Freitas hat unermüdlich daran gearbeitet, der Künstler zu werden, der er heute ist. Mit seinem Debütalbum Sangue Negro (2016) erregte er internationale Aufmerksamkeit für seine „einzigartige Herangehensweise an die Klaviatur“ (Downbeat) und wurde von der Presse gefeiert. Nach Rasif (2018) folgte Sankofa (2021), ein spiritueller Ausflug in die vergessenen Geschichten und inspirierenden Persönlichkeiten des schwarzen Brasiliens. Mit Y’Y (2024) setzt er diese Reise fort.

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