treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

ANDY IRVINE

„Andy Irvine ist Irland’s Woody Guthrie, mit dem Ohr eines Philosophen und der leidenschaftlichen Stimme eines Propheten.

Andy Irvine hat wie kein zweiter die irische Musik geprägt und beeinflusst, eigentlich zu dem gemacht, was man heute darunter versteht (mit Bands wie Sweeny Men, Mozaik, PLANXTY und Patrick Street, im Duo mit Paul Brady und durch seinen eigenen ganz speziellen Instrumentalstil) der schon in den 60er Jahren Musikstile aus Ost-Europa integrierte.
Das Lied "Never Tire Of The Road" hat Andy Irvine für Woody Guthrie geschrieben, dessen 100. Geburtstag im Jahre 2012 gefeiert wurde.
Es sagt viel über Andy selbst: seine lebenslange Verehrung für Woody, sein Eintreten für den "kleinen Mann", seine Bewunderung für die "Wobblies", die Industrial Workers of the World, deren Mitglied er ist, und auch über sein Geschichtsbewusstsein. Der Song könnte als sein Lebensmotto angesehen werden. Irvine ist immer gerne unterwegs gewesen, wohl auch, weil er Schwierigkeiten hatte, Wurzeln zu schlagen. Irvine gilt als introvertierter Mensch. Oft in sich versunken spielt er auf der Bühne in einem Stil, der wohl einmalig ist.  Die Instrumentenbeherrschung ist außergewöhnlich. Er spielt zu seinen Liedern meist Mandoline und Bouzouki, deren Einfluss auf die irische Musik maßgeblich durch ihn geprägt wurde. Irvine spielt kaum noch akkordorientiert, sondern begleitet sich und andere mit ausgefeilten Harmonien, die seinen unverwechselbaren Stil ausmachen.

„Andy Irvine ist Irland’s Woody Guthrie, mit dem Ohr eines Philosophen und der leidenschaftlichen Stimme eines Propheten. Er ist ein überwältigender Sänger, der Melodie und Text, Harmonie und Rhythmus zu einem lebendigen Teppich aus Gegenwart und Vergangenheit webt.“ Si Khan

"Im Solo Konzert wird deutlich, wie sehr Andy Irvine den fast schon klassischen Stil von Planxty beeinflußt hat. Seine Bouzouki und Mandoline zitieren bulgarischen Rhythmus und rumänische Taktfolgen, schielen nach Mazedonien und Albanien hinüber und unterlegen mit raschen Wechseln seinen sanften, ausgefeilten Gesang, der nie die irische Diktion verliert." (Frankfurter Rundschau)

ANDY IRVINE ist eine der einflußreichsten Triebkräfte der neueren irischen Folk-Szene und hat sich hauptsächlich als Mandolinen- und Mandolaspieler einen großen Namen gemacht. Er gilt als ideenreicher Arrangeur, der es versteht, traditionelles Material auf neue, frische Art zuzubereiten und ist ein ausgezeichneter Komponist mit ganz besonderen rhythmischen Fähigkeiten. Außerdem stellt er seine instrumentale Vielfalt an der Bouzouki, der Drehleier und der Mundharmonika unter Beweis.

Andy Irvine wurde am 14. Juni 1942 in London als Sohn irischer Eltern geboren. Sein Weg zur traditionellen Musik entspricht dem vieler seiner Altersgenossen. Er kam über die amerikanische Folk-Music an die irische Musik der Clancy Brothers. Wäre nicht Woody Guthrie gewesen, wäre er vermutlich immer noch Schauspieler und ein frustrierter Musiker - er sagt, er war ein schlechter klassischer Gitarrist und das war damals seine einzige musikalische Erfahrung. Woody Guthrie weckte sein Interesse für Folkmusik und motivierte ihn, vom klassischen zum Folk-Gitarrenstil zu wechseln und Mandoline und Mundharmonika zu lernen. Seine ersten Reisen machte er in Begleitung der amerikanischen Folksänger Derroll Adams und Jack Elliott.

Im Juni 1966 gründete er mit Johnny Moynihan und Joe Dolan die epochemachende Gruppe SWEENEY`S MEN, mit der er 1968, nachdem Joe Dolan von Terry Woods ersetzt wurde, ein Album einspielte, das heute als kostbares Sammelobjekt betrachtet wird. 1968 verließ Andy Irvine die Gruppe und reiste fast zwei Jahre durch Osteuropa. Auf dem Balkan sammelte er neue musikalische Erfahrungen und entwickelte ein großes Interesse für die Musik Bulgariens. Diese Einflüsse kommen zum Ausdruck in den Kompositionen und Arrangements der Gruppe PLANXTY, deren Gründungsmitglied er war. PLANXTY nahmen den Sweeney`s Men-Kern von Mandoline und Bouzouki - gespielt von Andy Irvine und Donal Lunny - und verbanden ihn mit der Kraft von Liam O`Flynn`s Dudelsack und Christy Moore`s Gitarre und schafften so einen einzigartigen Klang. Alle drei LPs, die während der frühen 70er Jahre aufgenommen wurden, waren "Folk-Album des Jahres". Bis zur Auflösung 1975 war Andy neben Liam O´Flynn das einzige beständige Mitglied von Planxty, spielte anschließend kurz bei DE DANANN und ging dann eine länger währende Liaison mit PAUL BRADY ein. Auf dem Album "Andy Irvine + Paul Brady" ist die legendäre Version von "Arthur McBride" zu hören.

1979 formierte sich PLANXTY wieder, unterstützt von dem Flötisten Matt Molloy. Die Gruppe existierte einige Jahre in verschiedenen Besetzungen, jedoch immer mit Andy Irvine, spielte wieder drei LPs ein und hatte ihren wahrscheinlich größten Auftritt beim Lisdoonvarna Folk-Festival 1981.
2004 und 2005 war die letzte PLANXTY-Reunion mit beeindruckenden Konzerten in Irland und England.

1980 nahm Andy Irvine seine LP "Rainy Sundays - Windy Dreams" auf, die eine der schönsten irischen Folk-Platten ist. 1981 machte er Aufnahmen mit dem schottischen Sänger Dick Gaughan. 1986 gründete er zusammen mit Kevin Burke (fiddle), Artie McGlynn (guitar) und Jackie Daly (accordion) die Gruppe PATRICK STREET, mit der er bis heute - hauptsächlich in den USA - zusammenarbeitet. In Europa hat er sich als Solist einen Namen gemacht. Auf der 1991 erschienen CD "Rude Awakening" stellt sich Andy als Liedermacher vor, mit politischen und privaten Liedern. Zusammen mit dem Dudelsackspieler Davy Spillane spielte er 1992 "East Wind" ein - bulgarische und mazedonische Musik vom Feinsten. Das lang erwartete Live-Album erscheint 1996. Hier knüpft er mit dem Lied ‘ My Heart’s Tonight in Ireland’ an alte Planxty-Traditionen an.

Viele Aufenthalte in Australien und die Auseinandersetzung mit irischer Tradition auf dem 5. Kontinent sind Thema seiner im Frühjahr 2000 erschienen CD „Way Out Yonder“. „Die CD ist eine der wunderbarsten Veröffentlichungen jenes Jahres, ein Muß für jeden Irish Folk Fan. Andy singt mit einer Souveränität, die tief beeindruckt, einige Songs sind sehr ergreifend. Und daß er nicht lange bitten muß, um Freunde wie Maire Breatnach, Steve Cooney, Declan Masterson und Liam O’Flynn ins Studio zu locken, versteht sich ja wohl von selbst.“ (Axel Schuldes – Irland Journal)

ANDY IRVINE – ein Leben als Folksänger - Never tire of the Road. Im Zeitalter von High-Tech und Materialismus sind seine Konzerte besonders beeindruckend. Seine Lieder sind Geschichten von politisch Verfolgten, von Emigranten, von Helden der Arbeiterklasse, und von seiner Erfahrung als fahrender Sänger, der fast auf der ganzen Welt gesungen hat.

2002 brachte er einige seiner intensivsten Musikerfreunde zusammen und spielte mit ihnen eine Tour in Australien. Seine Traumband nannte er MOZAIK in Anlehnung an eine Band, der er Ende der 90er Jahre angehörte. MOZAIK sind Andy Irvine und Donal Lunny, der niederländische Gitarrist Rens van der Zalm – mit dem er auch als Duo auftritt – der ungarische Dudelsackspieler Nikola Parov und der amerikanischer Geiger Bruce Molsky. Die erste Tournee hatte eine so positive Resonanz und weitere Tourneen in Australien und den USA folgten. „Live from the Powerhouse“ und „Changing Trains“ sind die beiden genialen CDs der Band.

Im Oktober 2002 erschien PATRICK STREET’s CD „Street Life“, unbestritten die beste der Band. Die Musik ist beeindruckend virtuos und ist verwurzelt in der irischen Tradition, die diese fantastischen Musiker verbindet. Patrick Street ist eine der besten irischen Bands in diesem Jahrhundert.

PLANXTY kommt im Jahr 2004 zusammen für 10 Reunion – Konzerte in Irland, die innerhalb von Stunden ausverkauft sind. Die Konzerte werden ausgeweitet auf England und sind veröffentlicht auf CD und DVD als PLANXTY Live 2004.

ANDY tourt weiterhin mit PATRICK STREET vor allem in den USA. 2007 veröffentlicht die Band ihre 11. CD mit dem Titel „On the Fly“. Sie markiert eine Veränderung in der Gruppe. Es ist die erste mit John Carty und die letzte mit Jackie Daly, der sich aus dem Tourneeleben zurückzieht.

Im Januar 2008 spielte er auf dem Celtic Connections Festival in Glasgow nach vielen Jahren wieder zusammen mit Paul Brady – eine besondere Reunion mit einem Rückblick auf das gemeinsame Album von 1976.

ANDY macht weiter. Er ist solo auf Tournee, aber auch mit Patrick Street und Mozaik unterwegs, überall in Europa, den USA und Australien, mit gelegentlichen Besuchen in entfernteren Gegenden wie Brasilien, Costa Rica und Japan.

ANDY IRVINE – ein Leben als Folksänger. Obwohl er ein integrierendes Mitglied in den besten irischen Bands ist, geht weiter auf der Strasse, die er vor so langer Zeit zu seinem Leben gemacht hat. - Never tire of the Road. Im Zeitalter von High-Tech und Materialismus sind seine Konzerte besonders beeindruckend. Seine Lieder sind Geschichten von politisch Verfolgten, von Emigranten, von Helden der Arbeiterklasse, und von seiner Erfahrung als fahrender Sänger, der fast auf der ganzen Welt gesungen hat.

ANDY IRVINE - D i s c o g r a p h i e

Sweeney`s Men (1968) Transatlantic Records
Prosperous (Christy Moore) Tara
Planxty Polydor
Planxty - Cold blow and the rainy night Polydor
Planxty - The well below the valley Polydor
The Planxty Collection Polydor
Silly Sisters (Maddy Prior) Chrysalis
Andy Irvine + Paul Brady Mulligan
3rd Irish Folk Festival (mit De Danann) Intercord
4th Irish Folk Festival (mit Mick Hanly) Intercord
5th Irish Folk Festival (mit Mick Hanly) Intercord
Planxty - After the break Tara
Planxty - The woman I loved so well Tara
Planxty - Words and music WEA
Rainy Sundays - Windy Dreams Tara
The Gathering (mit anderen) Green Hays
Folk-Friends 2 (mit anderen) Folk Freak
Parallel Lines (mit Dick Gaughan) Folk Freak
Patrick Street 1 WEA/Green Linnet
Patrick Street 2 WEA/Green Linnet
Patrick Street - Irish Times WEA/Green Linnet
Patrick Street - All in good times WEA Green Linnet
Rude Awakening WEA/Green Linnet
East Wind (mit Davy Spillane) Tara
Rain On The Roof Selbstverlag
Patrick Street – Made in Cork WEA / Green Linnet
Festival Interceltico Patrick Street 1997 Live CD recorded in Porto, Portugal.
The Best Of Patrick Street 1998 Reactive Records, London – REMCD 502
Live From Patrick Street 1999 Green Linnet GLCD 119
Compendium: The Best of Patrick Street 2000 WEA / Green Linnet
Way Out Yonder (2001) Selbstverlag
Patrick Street – Street Life (2002) WEA / Green Linnet
The Legend Of Sweeney's Men (2004) Castle Music, CMDD932
Planxty Live 2004 (2004) Columbia 517391
Mozaik – Live from the Powerhouse (2004) Chivalry Music
Patrick Street – On the Fly (2007) Loftus Music
Mozaik – Changing Trains (2007) Chivalry Music
Andy Irvine – Abocurragh (2010) Selbstverlag