treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet alltäglich von 16:00 bis Sperrstund ist.

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Zeitrechnung

Im April begann eine neue Zeitrechnung. Ausgelöst hatte sie der Wiener Bürgermeister mit dem kryptischen Satz: „Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig. Dann kann ich heimgehen.“ Normalerweise pflegt man hier den Acht-Stunden-Tag, was bedeuten würde, dass erst Mittwoch Nachmittag Schluss wäre. Andererseits könnte man bei einem Arbeitsbeginn um 4 Uhr Früh, bereits Montag Abend ins Wochenende. So man durcharbeitet und das ist etwa bei Spitalsärzten keine Seltenheit. Bei einem Halbtagsjob wiederum muss man bis Freitag durchhalten. Rätsel über Rätsel. Interessant, dass sich ausgerechnet die Lehrer bei dieser Aussage betroffen fühlten. Zu Unrecht. Denn bei freundlich geschätzten drei Monaten Urlaub bedeuten 22 Wochenstunden aufs Jahr gerechnet ungefähr 16,5. Umso verblüffender, dass sich die AHS-Gewerkschaft, bekanntlich ein Bollwerk der Innovation, darüber echauffierte. Mit martialischen Aussagen wie „Das bedeutet Krieg“ wurde versucht den Bürgermeister einzuschüchtern. Noch schlimmer allerdings wog die Ankündigung der SPÖ-Lehrer, beim 1.Mai nicht mit marschieren zu wollen. Das schmerzt insofern, da dieser Nostalgiewandertag in den letzten Jahren ohnehin eher im kleinen Kreis stattfand. Wie konnten aber die roten Lehrer überhaupt auf die Idee kommen ihre karge Freizeit an einem Feiertag mit Solidarität zu vergeuden? Oder wird dieser Spaziergang gar aliquot zur Arbeitszeit dazugerechnet? Bei einem ungefähren Aufwand von 12 Stunden inklusive Anreise und Abschlussgetränk, hieße das aufs Jahr gerechnet eine Monatsstunde mehr. Mit Feiertagszuschlag sogar drei. Mal dem  Solidaritätsquotienten 12, fürs ganze Jahr, macht 36. Also sechs Stunden pro Monat. 16,5 plus sechs ergibt unfassbare 22,5 Wochenstunden. Das ist wohl der endgültige Beweis, dass Häupl die Lehrer gar nicht gemeint haben kann, oder?
 

Stromlinie

Dieser Tage sorgte eine Warnung unserer Bundesregierung für Beunruhigung. „Die Bevölkerung soll sich auf ein Blackout vorbereiten“. Man rätselte zunächst, welches Blackout denn gemeint sein könnte. Handelte es sich um eine Anspielung an den Kunstminister, der…

Recht schreiben

Seit Oktober kursiert in Australien eine 50-Dollar-Note mit einem Rechtschreibfehler. Auf dem Geldschein ist eine Rede der australischen Frauenrechtlerin Edith Cowan abgedruckt, allerdings fehlt im Wort „responsibility“ das dritte „I“. Wie man erst jetzt bemerkte. Mit…

Wirtskörperlich (Schlagende Verbindungen)

Gastlichkeit hat viele Gesichter. Im Oberösterreichischen etwa pflegt man den direkten Zugang. Dort herrscht nun große Aufregung um einen Gastwirt, der seine Gäste verprügelt haben soll. Auch hier wurde nicht so heiß gegessen wie gekocht, denn man hatte das Falsche…

Plakatief

Im Wahlkampf kommt manch Gestriges auf uns zu. Erstaunlich, dass in digitalen Zeiten das gute alte Straßenplakat immer noch zum Zug kommt. Es verschönert nicht nur Boulevards wie etwa den Ring, nein, dadurch wird er erst wirklich zur Prachtstraße. Nicht nur optisch, sondern…

Seriöse Phantasie

Wer dieser Tage den Internetauftritt des Standard besucht hat, wurde geschockt. „Die letzte Schlacht wird viele Leben kosten, dich aber nichts.“ war da zu lesen. Wieder ein Krieg irgendwo? Ein Gemetzel, das die westlichen Werte erschüttern wird? Doch dann konnte man aufatmen. Es…

Stell dir vor

Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin. Dann kommt der Krieg zu dir. Der alte Brecht-Satz lässt sich sich zum Teil auch auf die Demokratie ummünzen. Wer die Wahl schwänzt, verliert nicht seine demokratischen Annehmlichkeiten. Wahlen fern zu bleiben kann verschiedenste…

Krankes Haus

No risk no fun lautet die Devise einer Zeit, die nach immer neuen Spannungsmomenten sucht. Paragleiten, Bungee-jumping oder schnelle Autos, das kennt man. wer aber richtig aufs Ganze gehen will, sollte sich in die Obhut mancher Spitäler begeben. Zuerst ist es ratsam, sich zu erkundigen,…

Tiroler Sokrates (Sokrates aus Tirol)

„Ich weiß, dass ich nichts weiß“ gilt als ewiger Satz der Philosophie. Und der Tiroler Landeshauptmann, bei allem Respekt für den Kulturminister, ist sicher der Philosoph unsrer Innenpolitik. Wi erinnerlich legendäre Interviews, wo er endlich eine genaue…

Pfeif drauf

Einigkeit ist momentan die große Stärke der SPÖ. Die Sicherheitshaft ist kein Thema, aber natürlich ist die Sicherheitshaft ein Thema, auch für Inländer. Im Osten, denn im Westen gibt es für die Roten nichts Neues, formiert sich eine Ich-AG, angeblich mit der…

Friedhofsmarathon

Wien ist und bleibt eine Sportstadt. Das Happelstadion mit dem Charme einer weißrussischen Arena aus den Sechzigern oder die planungsfremde Struktur der Radwege zeugen davon. Wien ist aber auch eine Stadt des Totenkults, so sagt es zumindest das Klischee. Nun will man beide Äste…