treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

SIDSEL ENDRESEN

“Sidsel Endresen ist eine Hexe, die es versteht, der Natur ihr Geheimnis abzulauschen”

“Sidsel Endresen ist eine Hexe, die es versteht, der Natur ihr Geheimnis abzulauschen”, schrieb das Jazzthing über die norwegische Sängerin, deren Karriere in den 80er jahren begann und die mit Kollegen wie Nils Petter Molveaer und Bugge Wesseltoft zum internationalen Durchbruch des skandinavischen Jazzszene verhalf. Erfolge feierte Sidsel Endresen ebenso mit ihren auf dem ECM-Label erscheinenen Alben wie mit dem Soloprojekt „Undertow“ und dem Duo mit Bugge Wesseltoft. Wohl für kein Album der 1956 geborenen Ausnahmekünstlerin trifft die Charakterisierung des deutschen Jazzmagazins jedoch so zu wie für das 2004 veröffentlichte „Merriwinkle“, auf dem Sidsel Endresen gemeinsam mit dem Keyboarder Christian Wallumrød und Supersilent-Chefelektroniker Helge Sten einen faszinierenden Ausflug in die freie Improvisation unternimmt. Geprägt von einer mystischen Stille verweben. Klang- und Wortfetzen, Melodieansätze, rhythmische Pattern und minimalistische Strukturen im sensiblen Aufeinanderhören zu schillernden Klanggebilden, in denen Sidsel Endresen jedoch stets den Song zu finden imstande ist.

Die Attribute, die die norwegische Sängerin Sidsel Endresen zugesprochen bekommt, sind vielfältig. Immer aber stellen sie die Einzigartigkeit ihrer Sangeskunst in den Vordergrund. Jazzthing formuliert es mystisch: "Sidsel Endresen ist eine Hexe, die es versteht, der Natur ihr Geheimnis abzulauschen."
Die Karriere der 1956 geborenen Ausnahmekünstlerin beginnt Anfang der 80er Jahre. Von 1981 bis 1987 ist sie Frontfrau der Jon Eberson Group. Im Umfeld von Jazzrock und Fusion nimmt sie fünf Alben mit dem Gitarristen und Songwriter auf, von denen zwei jeweils einen norwegischen Grammy erhalten. 1989 unterzeichnet sie einen Vertrag beim prestigeträchtigen deutschen ECM-Label. Sie öffnet sich der Improvisation und der Neuen Musik, und veröffentlicht "So I write" (1990) und "Exile" (1994). Auf beiden CDs arbeitet sie bereits mit Nils Petter Molvaer zusammen, der 1998 mit seinem Album "Khmer" die Nu-Jazz-Lawine so richtig ins Rollen bringt. Während der Aufnahmen zu "Exile" lernt sie Bugge Wesseltoft kennen, den führenden Kopf der norwegischen Jazzszene, mit dem sie 1993 eine bis heute andauernde Duokooperation beginnt.
Gemeinsam realisieren sie die Alben "Nightsong" und "Duplex Ride", die für Furore in ganz Europa sorgen. Sidsel perfektioniert ihren experimentierfreudigen Stil, der den gesungenen Noten so viel Qualität zuspricht, wie den ungesungenen. "Ihre Stimme ist Raum, schafft Raum. Wenn sie ein Ding singt, bleiben mindestens vier andere Dinge ungesungen" (Bugge Wesseltoft). Sidsel selbst bekennt sich zur Cage'schen Musikphilosophie: "Ich bin absolut detailversessen. Ich schaffe eine Zone, in der die Details leben können, und fülle sie sparsam. Die Stille ist ein äußerst aktiver Raum, der viele Bewegungsmöglichkeiten gewährt".

Ihre Lust am Experimentieren lebt Sidsel von 1995 bis 1999 zusätzlich in ihrem A-capella-Trio ESE aus. Danach kümmert sie sich zusammen mit dem Komponisten Rolf Wallin um die Ein-Frau-Oper "Lautleben", die in Europa mehrere Male aufgeführt wird. Mit ihrem Solo-Projekt "Undertow" tourt sie ab 2000 ausgiebig. Drei norwegische Grammys und der Buddy Award, Norwegens höchste Jazzauszeichnung, untermauern dabei ihren späten Erfolg. 2002 erscheint "Out Here, In There", die dritte Auflage der Endresen/Wesseltoft-Connection. Zwei Jahre später veröffentlicht sie mit "Merriwinkle" ein magisches Album, das seine Kraft abermals aus der mystischen Stille ihrer Songs zieht.

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SIDSEL ENDRESEN " MERRIWINKEL
JAZZECHO

Merriwinkle


Obwohl die Sängerin Sidsel Endresen 15 Jahre älter ist als ihr neuer Duo-Partner, der Pianist und Keyboarder Christian Wallumrød, gibt es einige erstaunliche Parallelen im musikalischen Werdegang der beiden. Denn beide begannen ihre Karriere in Bands des Gitarristen Jon Eberson und spielten die Soloalben, mit denen ihnen der internationale Durchbruch gelang, für das in München ansässige ECM-Label von Manfred Eicher ein.

Während Sidsel von 1981 bis 1987 Mitglied der Jon Eberson Group war und danach mit ihrem ECM-Debütalbum "So I Write" von 1990 ins internationale Scheinwerferlicht trat, war Wallumrød von 1993 bis 1997 Teil von Ebersons Jazzpunkensemblet und erlangte größere Bekanntheit außerhalb Norwegens erst mit dem 1998 bei ECM erschienenen Trio-Album "No Birch".
Ihre Zusammenarbeit im Duo begannen Sidsel Endresen und Christian Wallumrød vor gut zwei Jahren. Zunächst bestritten sie mehrere Konzerte als improvisierendes Duo, dann führten sie beim Bergen Jazz Festival im Jahre 2002 die von Endresen geschriebene Auftragskomposition "Living Rooms" zusammen auf und gingen schließlich gemeinsam mit Jan Bang (und zeitweise auch Geir Østensjø) mit Endresens von der Kritik gefeiertem "Undertow"-Projekt auf eine große internationale Tournee.
"Merriwinkle" ist nun das erste Duoalbum dieses aufregenden Gespanns. Bei einigen Tracks zusätzlich von Sound-Magier Helge Sten (a.k.a. Deathprod) unterstützt, bieten Sidsel Endresen und Christian Wallumrød auf diesem Album eine sehr eigenwillige Mischung aus improvisierter und zugleich sehr zeitgenössischer Musik, die die Grenzen, oder besser: Begrenzungen des klassischen Duo-Formates sprengt. Und obwohl die Musik dieses Albums vollkommen improvisiert ist, fällt sie zugleich auch wieder aus dem etablierten Rahmen der improvisierten Musik. Das Duo nimmt sich nämlich die absolute Freiheit, seine Inspiration aus allen nur erdenklichen musikalischen Quellen zu schöpfen.
Sidsel Endresen wurde 1956 geboren und gilt seit über 20 Jahren als eine zentrale, integrative Persönlichkeit der norwegischen Musikszene. Sie startete ihre Karriere 1981 in der Jon Eberson Group mit Jazzrock und Fusion. Zu Beginn der neunziger Jahre formulierte sie einen experimentierfreudigen Gesangsstil, eine Art lautmalerische Technik, mit der sie Buchstaben, Silben und Wörter bricht, dreht, verlängert, verkürzt, harmonisch bearbeitet und so eine unverwechselbare Stimmarchitektur schafft. Sie trat bereits auf nahezu allen wichtigen Jazzfestivals Europas auf. Ihre ECM-Soloalben "So I Write" (1990) und "Exile" (1994), aber besonders ihr letztes Soloalbum "Undertow" (2001) ernteten weltweite Anerkennung. Im Zuge der Veröffentlichung hinterließ sie auf der Deutschland-Tournee ihres Quartetts allerorten ein begeistertes Publikum. Mit Keyboarder Bugge Wesseltoft nahm sie darüber hinaus drei weltweit gefeierte Duo-Alben auf: "Nightsong" (Curling Legs/ACT, 1994), "Duplex Ride" (Curling Legs/ ACT, 1998) und "Out Here. In There" (Jazzland Records/Universal, 2002). Sidsel Endresen erhielt die höchste skandinavische Musikauszeichnung - den Nordic Council Music Award - und insgesamt drei norwegische Grammys (Spellemannsprisen). Sie schrieb die Musik zu über zehn Bühnen- sowie Tanztheaterproduktionen und wurde als norwegische Kulturbotschafterin zu Konzerten nach China eingeladen.
Der 1971 geborene Christian Wallumrød wuchs in Kongsberg auf und erhielt ab seinem zwölften Lebensjahr Klavierunterricht. Durch seinen Klavierlehrer Egil Kapstad, einen von Bill Evans beeinflußten Pianisten, der durch die Zusammenarbeit mit der Sängerin Karin Krog auch internationale Bekanntheit erlangt hatte, lernte er mit 15 Jahren den Jazz kennen. Von 1990 bis 1992 studierte Wallumrød am Trondheimer Konservatorium Jazzpiano. Danach sammelte er an der Seite von Nils Petter Molvær, Per Jørgensen, Jon Christensen, Audun Kleive, Tore Brunborg, Bugge Wesseltoft und anderen bekannten norwegischen Jazzmusikern erste professionelle Spielerfahrung. Von 1993 bis 1997 war er Mitglied von Jon Ebersons Punkjazzensemblet. 1998 veröffentlichte er auf ECM sein internationales Debütalbum "No Birch", dem 2003 mit den "Sofienberg Variations" ein zweites ECM-Album folgte. Zur Zeit unterhält er neben dem Ensemble, mit dem er die "Sofienberg Variations" einspielte, noch zwei Trios: Close Erase (mit Bassist Ingebrigt Flaten und Schlagzeuger Per Oddvar Johansen) sowie das Rosseland/Wallumrød/Eick-Trio (mit Sängerin Elin Rosseland und Bassist Johannes Eick). Außerdem war Christaian Wallumrød in den letzten Jahren an diversen Aufsehen erregenden Platteneinspielungen von Trygve Seim ("Different Rivers" und "The Source And Different Cikadas"), Audun Kleive ("Generator X"), Jacob Young ("Glow") und Karl Seglem ("Nye Nord") beteiligt.