treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

das treibhaus ist wieder offen - alltäglich ab 16:00 bis sperrstund ist (ca 1UHR)

der Garten öffnet alltäglich ab 16:00 - um 19:00 mutiert der Teil vor der Gartenbühne in einen KONZERTSAAL. Das ganze Sommerprogramm findet an der frischen Luft statt. Konzertbesucher können gern Platzkarten reservieren - procedere wie im Sommer & Herbst. (auf www.treibhaus.at/programm). Einlaß in den "Konzertsaal" ist um 18:00. Restkarten werden am Veranstaltungstag ab 18:30 ausgegeben // fürs Wirtshaus reservieren wir keine Tische - denn da ist Platz für fast alle: die Weiberwirtschaft hat sich auf den Treibhaus-Vorplatz ausgedehnt - unser Begleitservice hilft beim Tisch-suchen. Kommt, ihr habt alle Platz # alles wird gut.

PHAROAH SANDERS

GREAT BLACK MUSIC

'Pharoah Sanders ist der von musikantischer und physischer Kraft berstende Tenorsaxophonist, den sich John Coltrane 1965 als zweiten Bläser in seine Gruppe holte, um an der Herausforderung durch ihn wachsen zu können', schreibt J.E. Berendt in seinem Jazzbuch. Der 1940 in Little Rock/Arkansas geborene Sanders hatte bereits mit dem Trompeter Don Cherry stilistische Grenzbereiche der Improvisationsmusik ausgelotet, als er in Coltranes Band Zeichen setzte, die sein Spiel fortan prägen sollten: Mit Überblastechniken, Mehrstimmigkeit, heiseren 'Schreien' und ähnlichen expressiven Klangartikulationen versucht Pharoah Sanders, 'die verschiedensten Wege herauszufinden, die dazu führen, meine Gefühle genau auszudrücken'.

Orrin Evans: piano
Matthew Garrison: bass
Will Calhoun: drums      


     

„ ... Ein Mann von großer geistiger Kraft. Er versucht immer zur Wahrheit vorzudringen, und er gestattet seinem geistigen Ich die Führungsrolle. Er verkörpert Energie, Integrität und dringt stets zum Wesentlichen vor“. (John Coltrane)
Die Sprache von Farrell „Pharoah“ Sanders, der als „Vater der Multiphonics im Jazz“ bezeichnet wird, ist die eines musikalischen Vulkans, dessen Eruptionen sich zu einem Feuerwerk von Tonbündeln, Schreien und Melodiebögen ausweiten. Zu den technischen Eigenarten seines Spiels gehören auf der Basis perfekt beherrschter Zirkularatmung allerlei Überblastricks, Manipulationen am Mundstück, eine eigene Flatterzungentechnik, schneidende Staccati, dichte Tremoli, Schreie und Singen ins Instrument hinein, Doppeltöne und clusterartige Growls und eine nur ihm eigene Verbindung von alledem zu einer echoartigen Mehrstimmigkeit, durchpulst von den perkussiv eingesetzten Klappengeräuschen. Den noch in den höchsten Registern gewaltigen, obertonreichen Sound, den Pharoah Sanders ständig umformt und changieren lässt, stellt er als unmittelbarer Erbe Coltranes in den Dienst einer Ausdrucksintensität, die mit zur Einführung des Begriffes „high energy player“ geführt hat, wie er später oft für Musiker wie etwa Gato Barbieri und im übertragenen Sinn auch für Repräsentanten anderer Instrumente verwendet wird. (Martin Kunzler)  
Als Teenager spielte Sanders in verschiedenen Rhythm & Blues- Bands und studierte ab 1959 am Community College in Oakland, wo es Auftritte mit Dewey Redman, Philly Joe Jones und 1960 eine erste Begegnung mit John Coltrane gab. Nachdem er 1962 nach New York getrampt war, arbeitete er mit Sun Ra, Ornette Coleman, John Gilmore und Rashied Ali zusammen und traf John Coltrane wieder, der ihn von 1965 bis zu seinem Tod 1967 für Tourneen und Aufnahmen wie die legendäre „Ascension“-Produktion, „OM“, „Selflessness“, „Meditations“, „Live in Seattle“, „Live at the Village Vanguard Again“ oder „Expression“ als Partner und expressive Herausforderung hinzuzog.1966 erschien unter seinem Namen die Einspielung „Tauhid“ mit dem Titel „Upper Egypt & Lower Egypt“ heraus, der eine ganze LP-Seite füllte. Der kreative Output hielt noch einige Jahre nach Coltranes Tod an („Karma“, mit Leon Thomas, „The Creator Has A Master Plan“, „Deaf Dump Blind“, mit Gary Bartz und Woody Shaw, „Thembi“ und „Black Unity“, mit Marvin Hannibal Peterson), aber Mitte der 70er Jahre geriet Sanders in eine künstlerische Sackgasse, die er erst wieder Anfang der 80er Jahre überwinden konnte (z.B. „Shukuru“, wieder mit Leon Thomas). In den letzten Jahren überzeugten seine Arbeiten vor allem mit Bill Laswell, aber auch gemeinsam mit Zakir Hussain und Trilok Gurtu.

Ins Treibhaus kommt der große Saxophonist mit dem Pianisten Orrin Evans, der jahrelang in den Bands von Bobby Watson spielte, dem Bassisten Matthew Garrison und dem Schlagzeuger Will Calhoun, der vergangenen Herbst  mit Living Colour für eine soundtechnische Belastungsprobe sorgte.