treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

das treibhaus ist wieder offen - alltäglich ab 16:00 bis sperrstund ist (ca 1UHR)

der Garten öffnet alltäglich ab 16:00 - um 19:00 mutiert der Teil vor der Gartenbühne in einen KONZERTSAAL. Das ganze Sommerprogramm findet an der frischen Luft statt. Konzertbesucher können gern Platzkarten reservieren - procedere wie im Sommer & Herbst. (auf www.treibhaus.at/programm). Einlaß in den "Konzertsaal" ist um 18:00. Restkarten werden am Veranstaltungstag ab 18:30 ausgegeben // fürs Wirtshaus reservieren wir keine Tische - denn da ist Platz für fast alle: die Weiberwirtschaft hat sich auf den Treibhaus-Vorplatz ausgedehnt - unser Begleitservice hilft beim Tisch-suchen. Kommt, ihr habt alle Platz # alles wird gut.

KADEBOSTANY

spinnertes Gesamtkunstwerk inklusive eigenem Staat. Und wer hat’s erfunden? Natürlich ein Schweizer.

Sind Kadebostany die messianischen Totengräber der Balkan Beats? Oder gar die neuen Pet Shop Boys? Eins steht fest: Kadebostany präsentiert sich mit seinem neuen Album "Pop Collection" als spinnertes Gesamtkunstwerk inklusive eigenem Staat. Und wer hat’s erfunden? Natürlich ein Schweizer.
Mit einer seltsam anmutenden, unwiderstehlichen Interpretation von Popmusik, in der sich Einflüsse aus Rap, Marsch-, Blas- und Weltmusik und Verweise auf Salsa, Soul und Jazz treffen, katapultieren sich Kadebostany direkt ins Rampenlicht ihres eigensinnigen und dennoch eingängigen Universums. Künstlerische Glaubwürdigkeit bittet breite Anziehungskraft zum Tanz.

Uniformen mit Schulterlametta. Techno und Punk. Elektro mit Balkan-Beats. Synthie-Pop mit Blasmusik. Pervers.
Kadebostan nennt er sich, kommt nachweislich aus Genf, nimmt aber für sich in Anspruch, Präsident einer bis dato wenig bekannten Republik namens Kadebostany zu sein. Die liegt nach eigenen Angaben "nördlich von Italien, östlich von Schweden und westlich der Türkei", findet sich aber trotzdem auf keiner Landkarte.

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Im Jahre 2008 formierte der charismatische Präsident Kadebostan die besten Musiker – darunter die mysteriöse Diva Amina – und Botschafter der kleinen europäischen Republik Kadebostany zu einer Band, um den unglaublichen musikalischen Reichtum und die nationalen Werte seines Landes in den Rest der Welt zu exportieren. 2011 veröffentlichte diese Band, damals noch unter dem Namen Fanfares of Kadebostany, ihr erstes Album und initiierte im selben Augenblick mit einer Reihe von über 100 gefeierten Auftritten rund um den Globus einen Angriff auf das internationale Publikum. Seitdem verbreitet sich die Kadebostany-Euphorie unaufhaltsam über alle Grenzen….

Was in Ordnung ist. Wie die Band, sozusagen die Staatskapelle des wunderlichen Zwergenstaats, stammt auch deren Repertoire ganz offensichtlich aus einem Paralleluniversum des Planeten Pop. Gewiss, in seine Einzelteile zerlegt, klingt alles vertraut. Die Musik swingt, auch David Guetta ist wohl bis nach Absurdistan vorgedrungen, dazu gibt es die von den Balkan Beats bekannten Blasmusikbreitseiten. Sie untermalen Kadebostanys Elektro-Pop aber eher getragen oder jubilierend, als ihn im Polkarhythmus anzutreiben – und sind so eine weitere falsche Fährte, die der schnauzbärtige Herrscher dieses wunderlichen Imperiums legt.



NZZ:
Kadebostany gehört zu den herausragenden Schweizer Gruppen der letzten Jahre. Der Genfer Elektro-Produzent Kadebostan hat es mit dem Mythos dieses imaginären Landes und dessen Musik geschafft, seinem 2008 gegründeten Projekt ein markantes Profil zu verleihen. Dies ist im Bereich des Pop von besonders grosser Bedeutung, da dieser im Streben nach Popularität meist international orientiert ist und nationale Traditionen ignoriert. Kadebostan gelingt der Brückenschlag nicht nur, indem er Pop-Song und Polka, Elektro-Beats und Bläser stilsicher verbindet. Er kombiniert diese Musikmischung amüsant mit Klischees von Sowjet-Ästhetik und zentralasiatischen Diktaturen, ohne dem Klamauk zu verfallen.