treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

EINLASS INS TREIBHAUS - ES GILT GILT WEITERHIN: GE-IMPFT # GE-TESTET # GE-NESEN

für den Besuch des Treibhauses, ob Konzert oder nur Cafe, gilt nach wie vor die 3G Regel geimpft getestet genesen. es muß kein PCR-Test sein. Wir kontrollieren - aber diskutieren die Regeln NICHT. Bewährt hat sich auch: ge-duscht, ge-föhnt & ge-kampelt zu erscheinen. 1Tip: vor dem Essen Hände waschen nicht vergessen...

KARL VALENTIN

BERT BRECHT ÜBER KARL VALENTIN (1922)
Wenn Karl Valentin in irgendeinem lärmenden Bierrestaurant todernst zwischen die zweifelhaften Geräusche der Bierdeckel, Sängerinnen, Stuhlbeine trat, hatte man sofort das scharfe Gefühl, daß dieser Mensch keine Witze machen würde. Er ist selbst ein Witz.
Dieser Mensch ist ein durchaus komplizierter, blutiger Witz. Er ist von einer ganz trockenen, innerlichen Komik, bei der man rauchen und trinken kann und unaufhörlich von einem innerlichen Gelächter geschüttelt wird, das nichts besonders Gutartiges hat. Denn es handelt sich um die Trägheit der Materie und um die feinsten Genüsse, die durchaus zu holen sind. Hier wird gezeigt die Unzulänglichkeit aller Dinge, einschließlich uns selber. Wenn dieser Mensch, eine der eindringlichsten geistigen Figuren der Zeit, den Einfältigen die Zusammenhänge zwischen Gelassenheit, Dummheit und Lebensgenuß leibhaftig vor Augen führt, lachen die Gäule und merken es tief innen.

http://www.valentin-musaeum.de

Peter Panther (Kurt Tucholsky)
Quelle: Die Weltbühne Nr. 41 vom 9.10.1924.

Das war ein heiterer Abschied von Berlin: sechs Wochen Panke und ein Abend Karl Valentin - die Rechnung ging ohne Rest auf.
Ich kam zu spät ins Theater, der Saal war bereits warm und voller Lachen. Es mochte grade begonnen haben, aber die Leute waren animiert und vergnügt wie sonst erst nach einem guten zweiten Akt. Am Podium der Bühne auf der Bühne, mitten in der Vorstadtkapelle, saß ein Mann mit einer aufgeklebten Perücke, er sah aus, wie man sich sonst wohl einen Provinzkomiker vorstellt: ich blickte angestrengt auf die Szene und wußte beim besten Willen nicht, was es da wohl zu lachen gäbe ... Aber die Leute lachten wieder, und der Mann hatte doch gar nichts gesagt ... Und plötzlich schweifte mein Auge ab, vorn in der ersten Reihe saß noch einer, den hatte ich bisher nicht bemerkt, und das war: ER.
Ein zaundürrer, langer Geselle, mit stakigen, spitzen Don-Quichote Beinen, mit winkligen, spitzigen Knien, einem Löchlein in der Hose, mit blankem, abgeschabtem Anzug. Sein Löchlein in der Hose - er reibt eifrig daran herum. "Das wird Ihnen nichts nützen!" sagt der gestrenge Orchesterchef. Er, leise vor sich hin: "Mit Benzin wär's schau fort!" Leise sagt er das, leise, wie es seine schauspielerischen Mittel sind. Er ist sanft und zerbrechlich, schillert in allen Farben wie eine Seifenblase; wenn er plötzlich zerplatzte, hätte sich niemand zu wundern.
"Fertig!" klopft der Kapellmeister. Eins, zwei, drei - da, einen Sechzehnteltakt zuvor, setzte der dürre Bläser ab und bedeutete dem Kapellmeister mit ernstem Zeigefinger: " 's Krawattl rutscht Eahna heraus!" Ärgerlich stopft sich der das Ding hinein.
"Fertig!" Eins, zwei, drei . . . So viel, wie ein Auge Zeit braucht, die Wimper zu heben und zu senken, trennte die Kapelle noch von dem schmetternden Tusch - da setzte der Lange ab und sah um sich. Der Kapellmeister klopfte ab. Was es nun wieder gäbe -? "Ich muß mal husten!" sagte der Lange. Pause. Das Orchester wartet. Aber nun kann er nicht. Eins, zwei, drei - tätärätä! Es geht los.
Und es beginnt die seltsamste Komik, die wir seit langem auf der Bühne gesehen haben: ein Höllentanz der Vernunft um beide Pole des Irrsinns. Er ist eine kleine Seele, dieser Bläser, mit Verbandsorgan, Tarif, Stammtisch und Kollegenklatsch. Er ist ängstlich auf seinen vereinbarten Verdienst und ein bißchen darüber hinaus auf seinen Vorteil bedacht. "Spielen Sie genau, was da steht", sagt der Kapellmeister, "nicht zu viel und nicht zu wenig!" - "Zu viel schon gar nicht!" sagt das Verbandsmitglied.
Oben auf der Bühne will der Vorhang nicht auseinander. "Geh mal sofort einer zum Tapezierer", sagt der Kapellmeister, "aber sofort, und sag ihm, er soll gelegentlich, wenn er Zeit hat, vorbeikommen." Geschieht. Der Tapezierer scheint sofort Zeit zu haben, denn er kommt gelegentlich in die Sängerin hineingeplatzt. Steigt mit der Leiter auf die Bühne - "Zu jener Zeit, wie liebt ich dich, mein Leben", heult die Sängerin - und packt seine Instrumente aus, klopft, hämmert, macht... Seht doch Valentin! Er ist nicht zu halten. Was gibt es da? Was mag da sein? Er hat die Neugier der kleinen Leute. Immer geigend, denn das ist seine bezahlte Pflicht, richtet er sich hoch, steigt auf den Stuhl, reckt zwei Hälse, den seinen und den der Geige, klettert wieder herunter, schreitet durch das Orchester, nach oben auf die Bühne, steigt dort dem Tapezierer auf seiner Leiter nach, geigt und sieht, arbeitet und guckt, was es da Interessantes gibt... Ich muß lange zurückdenken, um mich zu erinnern, wann in einem Theater so gelacht worden ist.
Er denkt links. Vor Jahren hat er einmal in München in einem Bierkeller gepredigt: "Vorgestern bin ich mit meiner Großmutter in der Oper "Lohengrin" gewesen. Gestern nacht hat sie die ganze Oper nochmal geträumt; das wann i gwußt hätt, hätten wir gar nicht erst hingehen brauchen!"
Aber dieser Schreiber, der sich abends sein Brot durch einen kleinen Nebenverdienst aufbessert, wird plötzlich transparent, durchsichtig, über- und unterirdisch und beginnt zu leuchten. Berühren diese langen Beine noch die Erde?
Es erhebt sich das schwere Problem, eine Pauke von einem Ende der Bühne nach dem andern zu schaffen. Der Auftrag fällt auf Valentin. "I bin eigentlich a Bläser! " sagt er. Bläser schaffen keine Pauken fort. Aber, na... latscht hin. Allein geht es nicht. Sein Kollege soll helfen. Und hier wird die Sache durchaus mondsüchtig. "Schafft die Pauke her!" ruft der Kapellmeister ungeduldig. Der Kollege kneetscht in seinen Bart: "Muß das gleich sein?" Der Kapellmeister: "Bringt die Pauke her!" Valentin: "Der Anderl laßt fragen, wann." - "Gleich!" Sie drehen sich eine Weile um die Pauke, schließlich sagt der Anderl, er müsse dort stehen, denn er sei Linkshänder. Linkshänder? Vergessen sind Pauke, Kapellmeister und Theateraufführung... Linkshänder! und nun, ganz skakespearisch: "Linkshänder bist? Alles links? Beim Schreiben auch? Beim Essen auch? Beim Schlucken auch? Beim Denken auch?" Und dann triumphierend: "Der Anderl sagt, er ist links!" Wie diesseits ist man selbst, wie jenseits der andre, wie verschieden, wie getrennt, wie weitab! Mitmensch? Nebenmensch. Sicherlich legen wir hier das Philosophische hinein. Sicherlich hat Valentin theoretisch diese Gedankengänge nicht gehabt. Aber man zeige uns doch erst einmal einen Komiker als Gefäß, in das man so etwas hineinlegen kann. Bei Herrn Westermeier käme man nicht auf solche Gedanken. Hier aber erhebt sich zum Schluß eine Unterhaltung über den Zufall, ein Hin und Her, kleine magische Funken, die aus einem merkwürdig konstruierten Gehirn sprühen. Er sei unter den Linden spaziert, mit dem Nebenmann, da hätten sie von einem Radfahrer gesprochen - und da sei gerade einer des Wegs gekommen. Dies zum Kapitel: Zufall. Der Kapellmeister tobt. Das sei kein Zufall - das sei Unsinn. Da kämen tausend Radfahrer täglich vorbei. "Na ja", sagt Valentin, "aber es ist grad einer kumma !" Unvorstellbar, wie so etwas ausgedacht, geschrieben, probiert wird. Die Komik der irrealen Potentialsätze, die monströse Zerlegung des Satzes: "Ich sehe, daß er nicht da ist!" (was sich da erhebt, ist überhaupt nicht zu sagen!) - die stille Dummheit dieses Witzes, der irrational ist und die leise Komponente des korrigierenden Menschenverstandes nicht aufweist, zwischendurch trinkt er aus einem Seidel Bier, kaut etwas, das er in der Tasche aufbewahrt hatte, denkt mit dem Zeigefinger und hat seine kleine Privatfreude, wenn sich der Kapellmeister geirrt hat. Eine kleine Seele. Als Hans Reimann einmal eine Rundfrage stellte, was sich wohl jedermann wünschte, wenn ihm eine Fee drei Wünsche freistellte, hat Karl Valentin geantwortet: "1. Ewige Gesundheit. 2. Einen Leibarzt." Eine kleine Seele.
Und ein großer Künstler. Wenn ihn nur nicht einmal die berliner Unternehmer einfangen! Das Geheimnis dieses primitiven Ensembles ist seine kräftige Naivität. Das ist nun eben so, und wem's nicht paßt, der soll nicht zuschauen. Gott behüte, wenn man den zu Duetten und komischen Couplets abrichtete! Mit diesen verdrossenen, verquälten, nervösen Regisseuren und Direktoren auf der Probe, die nicht zuhören und zunächst einmal zu allem nein sagen. Mit diesem Drum und Dran von unangenehmen berliner Typen, die vorgeben zu wissen, was das Publikum will, mit dem sie ihren nicht sehr heitern Kreis identifizieren, mit diesen überarbeiteten und unfrohen Gesellen, die nicht mehr fähig sind, von Herzen über das Einfache zu lachen, "weil es schon dagewesen ist". Sie jedenfalls sind immer schon dagewesen. Karl Valentin aber nur einmal, weil er ein seltener, trauriger, unirdischer, maßlos lustiger Komiker ist, der links denkt.
------------------------------------------------------------------------

Max Ophüls
Quelle: "Spiel im Dasein. Eine Rückblende" Stuttgart 1959, S.152-157.

Einer der größten Volksdarsteller, Karl Valentin, der zu Bayern gehört wie Bier, Rettich und Brezeln, spielte eine große Rolle. "I mag net", sagte er, als mit ihm in Verhandlungen eintrat "Im Kino - i hab amal dös g'sehn, da muß einer durch den Schornstein krabbeln oder ins Wasser springen - dös mag i net. I unterschreib Ihnen nur was, wenn's hineinschreiben, daß i net ins Wasser springen er durch ein Schornstein muß. Außerdem - dös photographiern mag i aa net. Diese Apparate... Und wenn S' wollen, daß i spiel, i kann net sag'n, was gedruckt is; dös müssen S' mir immer vorher sag'n, was i sag'n soll. Und allein sag'n kann i's aa net, da bleib i steck'n. Das Fräulein muß es mit mir sag'n." Das Fräulein war eine dicke Mamsell, die immer seit Jahr und Tag mit ihm auftrat und die ihm immer einhalf, wenn er nicht mehr weiter wußte in seinen kleinen Szenen, die er sich alle selbst ausgedacht hat. Aus seiner Gedächtnisnot entstanden diese Dialoge. Sie heißt Liesl Karlstadt. Er lebte mit ihr wohl schon dreißig Jahre zusammen, aber weil sie nicht verheiratet waren, nannte er sie immer noch respektvoll "das Fräulein".
Aus seiner Verdöstheit und bauernhaften Melancholie fielen dem Karl Valentin groteske Lustigkeiten ein, voller Philosophie und Tiefsinn. Er spielte in meinem Film den Inhaber eines kleinen Wanderzirkus. Er nahm das sehr echt. Als der wirkliche Zirkus auf dem Gelände in der Vorbereitungszeit aufgebaut wurde, half er bei den Arbeiten mit. Er hatte das Gefühl, er gehörte ihm. An einem Morgen stand er da im Nebel, eine traumhafte Sancho-Pansa-Gestalt, und malte auf das Zelt: "Wer diese Leinwand zerschneidet und wird dabei erwischt, wird bestraft."
Als wir über die Gage mit ihm sprachen, meinte er: "Viel Geld brauch i net, weil i net weiß, was i damit anfangen soll. Das Fräulein hab i eh, der Doktor hat mir verboten, mehr Bier zu trinken als drei Glas pro Tag - einen Sohn hab i im Gefängnis. I mag ihn net, und hinterlassen will i ihm nix."
Beim Drehen führte ich mit ihm so Regie, wie er es vorgeschlagen hatte. Ich erklärte ihm die Situation der Szene. Zum Beispiel: "Jetzt kommt der Dorfschulze und will von Ihnen Steuer haben. Die haben Sie nicht bezahlt, als im letzten Jahr Ihr Zirkus hier war, und jetzt haben Sie Angst, wenn Sie sie nicht bezahlen, daß Sie nicht spielen dürfen. Aber Sie haben kein Geld. "Währenddessen kam der Dorfschulze herein, der Valentin rief das Fräulein und sagte, was ihm gerade einfiel. Auf alle Fragen, die an ihn gerichtet wurden, fand er seine eigenen Antworten. Als es ihm zu bunt wurde und zu lange dauerte, haute er dem Dorfschulzen eins über den Kopf. Verborgen hinter den Wänden der Dekoration standen in vier verschiedenen Richtungen vier Kameras und drehten, was vor sich ging. So kam etwas zustande, was wohl Ähnlichkeit hatte mit den improvisierten Spielen der herumreisenden Komödianten des Mittelalters.
Valentin war ein Hypochonder. Wenn er nicht spielte, saß er im Gras und pumpte Kräutersäfte mit einer überkomplizierten gläsernen Maschine in seinen Hals. "Sind Sie krank?" fragte ich ihn. "Ja." "Haben Sie einen guten Doktor?" "Nein." "Warum denn nicht?" "Er wird mir beweisen, daß i g'sund bin, und dös mag i net."
Viele Abende nach der Arbeit habe ich mit Valentin zusammengesessen. Er hat mir oft von seinen Wanderjahren und von seinem Jahrmarktsleben erzählt. "Ang'fangen hab i als ein Einmann-Orchester. A Mundharmonika und a Trompeten und a Trommel und a Violine und a Schellenband... Dös hab i alles g'spielt, ganz allein. Und auf dem Bauch hab i a Plakat g'habt: "100 Mark demjenigen, der alle diese Instrumente gleichzeitig spielen kann!" - und dann, wann's einer versucht hat und er hat's beinah können, dann hab i in der Nacht g'sessen, und weil i an Angst g'habt hab, hundert Mark zu verlieren, hab noch ein anderes Instrument dazu erfunden, und so ist sie immer größer geworden, die Maschin', immer größer... Und an einem Tag, in einem Wirtshaus, da hab i mi selber nimmer auskennt und hab einen Hammer g'nommen und hab alles kaputtg'schlagen. Und sehn S', so wird's auch amal g'schehn mit der Welt, eines Tags..."
Das Fräulein hat er sehr geliebt, aber er war immer grob zu ihr und hat kaum mit ihr gesprochen. Eines Tages wurde sie krank während der Aufnahmen; sie hatte Lungenentzündung. Sie hatte nur noch eine einzige Einstellung zu drehen, und ich nahm ein Double. Als der Film im nächsten Jahr fertig war, zeigte ich ihn als ersten weder der Kritik noch den Aufsichtsräten, sondern ganz allein dem Karl Valentin und dem Fräulein. Es war mir sehr wichtig, ihre Reaktion zu kennen. Als es hell wurde, saß Karl Valentin da, und die Tränen liefen ihm übers Gesicht. "Wie hat's Ihnen gefallen?" fragte ich. "Traurig!" sagte er. "Sehr traurig! Von dem einen Bild an, wo jemand Fremdes das Fräulein war, wie mir da vor dem Karren über die Landstraß gehn, hab i weinen müssen. I hab die ganze Zeit dran gedacht, wie das Fräulein so krank war."
Mich hat er wohl gern gemocht. Ich kaute einmal, wohl aus Nervosität, bei den Freilichtaufnahmen an einem Grashalm. "Machen S' dös net", sagte er. "Dös kann schlimm ausgehen." Lange Zeit später erhielt ich nach Berlin eine Postkarte. Auf der Postkarte war eine Zeitungsnachricht aus einem landwirtschaftlichen Käseblättchen aufgeklebt: "Heute wurde der Knecht Hermann G. im Spital von Ingolstadt auf Tod und Leben operiert. Man mußte ihm die Zunge herausschneiden, weil er einen Grashalm gekaut hatte, in dem Strahlenpilz enthalten war." Darunter stand mit Bleistift, in kindlicher Handschrift: "Viele herzliche Grüße, Karl Valentin."
Sein grausamer Witz traf unheimliche Wahrheiten. Bert Brecht inszenierte einmal eines seiner eigenen Stücke, "Leben Eduard des Zweiten von England", eine elisabethanische Tragikomödie, an den Münchener Kammerspielen. Darin kommt eine Schlacht vor. Brecht, ein außerordentlicher Poet, aber damals kein durch und durch erfahrener Regisseur, wußte einen Augenblick nicht, was er mit den Komparsen anfangen sollte. Hinter ihm saß beobachtend Karl Valentin. Brecht drehte sich zu ihm um und fragte: "Wissen Sie, Valentin, wie Soldaten sind in der Schlacht?" Valentin schaute melancholisch an ihm vorbei: "Weiß schaun's aus, und a Furcht ham's."
Er spielte einen Sketch "Bürgerwehr". Neben sich hatte er einen kleinen, kugelrunden Soldaten stehen, dessen Gesicht so groß war wie sein Kropf. Eines Tages riefen die Kammerspiele bei Valentin an und wollten sich für eine Nestroy-Posse den Mann ausborgen. "Nein - den können S' net kriegen!" sagte Valentin. "Das ist mein Dicker, den hab i selbst gefunden, und den geb i net her." Der Dramaturg der Kammerspiele versuchte es mit allen Überredungskünsten. Valentin blieb hart. Einige Monate darauf klingelte das Telefon in den Kammerspielen. Valentin am Apparat. "Sie- Sie wollten doch immer meinen kleinen Dicken haben. Den können S' abholen lassen. Der ist heut nacht g'storben."
Nach meinem Film wandte sich die UFA an Valentin und wollte ihn für einen neuen Film mit mir nach Berlin kommen lassen. Die Verhandlungen schienen sich zunächst äußerst schwierig zu gestalten, Valentin erklärte: "I bin a Hypochonder, und i mag net reisen. Wann i in einem Zug sitz, da weiß man nicht ob der Lokomotivführer wirklich aufpaßt. I reis' nur wann i in der Lokomotiv sitzen kann." Die UFA war dazu bereit. Kurz vor der Abfahrt kam ein Telegramm: "Mag net. Ich möcht in München sterben."Er ist nicht gefahren.
------------------------------------------------------------------------

Viktor Mann

DAS GEGENTEIL EINES OPPORTUNISTEN
Ich konnte schon damals die Opportunisten nicht leiden, die den schlechten Instinkten oder dem schlechten Geschmack des Volkes schmeichelten. Sie waren es dann auch, die bald nach der ersten Katastrophe mit pfiffigen Bauerngesichtern die Republick verhöhnten, lustiges vom lieben alten Militär erzählten und schon lange vor 1933 offene Propagandisten Hitlers wurden.
Ihr absolutes Gegenteil bedeutete Karl Valentin, der Einmalige und Unvergeßliche. 1911 sah ich ihn zum erstenmal auftreten. Heinrich hatte mir schon vorher von ihm erzählt, und ich war sofort von dieser skurril-philosophischen Komik tief beeindruckt. Valentin witzelte niemandem nach dem Munde und hielt dem Volk in allem krotesken Unsinn einen Narrenspiegel vor. Er war der Hofnarr des Volkes, und seine bald ungeheure Popularität bewies, daß der dummschlaue Opportunismus der anderen nicht Vorbedingungen des Erfolgs war.
Die Münchner Studenten gehörten zu den ersten und treuesten Anhängern Karl Valentins.
------------------------------------------------------------------------

Kurt Horwitz

ERINNERUNGEN
Der Firmling erlebte seine Uraufführung noch im Hotel Germania. Es war in einer Zeit, in der nicht nur die großen Schauspieler, Steinrück, Werner Krauss usw., "soffen" -anders läßt sich das nicht ausdrücken- , sondern in der auch wir Jungen glaubten, nicht genial zu sein, wenn wir nicht auch, wie unsere Vorbilder, öfters alkoholisiert die Bühne betraten. Und nun erst gar, wenn wir einen Rausch zu spielen hatten!
Im "Firmling" sahen wir zum erstenmal, wie Valentin einen Rausch spielte - wie der Kleinbürger, den er darstellte mit seinem Firmlingsbuben, den Lisl Karlstadt unvergeßlich herrlich spielte, in das ihn vornehm dünkende Lokal geriet, in die "Weinterrasse" -wie er den herablassend-frechen Kellner anschaute, dem er dann auch nichts schuldig blieb - wie der Rausch wuchs und wuchs, so daß zum Schluß das große valentinische Durcheinander entstehen mußte. Seine Darstellung war in jeder Hinsicht großartig. Das läßt sich gar nicht schildern. Er war komisch, rührend, dämonisch, skurril, lyrisch, patzig, tragisch, laut und leise, ohne auch nur eine Sekunde die kleinbürgerliche Figur zu verlassen und ohne die soziale Angriffigkeit aus dem Unterirdischen ins Rampenlicht zu stellen.
Das darstellerisch Größte blieb jedoch die Unentrinnbarkeit aus dem Alkohol. Kein Mätzchen und kein bewährter Trick störten eine gleichsam magische Entwicklung bis zum turbulenten Ende.
Nach der Vorstellung saßen wir zusammen. Wir dankten begeistert, und dann stellte einer von uns die Frage, die uns brennend interessierte "Herr Valentin, wie machen sie den Rausch?" Er verstand die Frage gar nicht, und er sagte nur "Ja, wie? Machen?" Der Frager bohrte weiter "Trinken Sie vor dem Auftreten schon ordentlich? Und was? Bier? Wein? Schnaps?" Jetzt verstand Valentin erst. "Ach so", sagte er, "des ko i Eana sogn, ich machs mit Wasser!" In diesem Augenblick begriff ich die ganze Größe Valentins - da er, unbewußt, durch sein Beispiel bewies, was Kunst eigentlich ist. Er war ja kein Antialkoholiker. Er wußte aber instinktiv, daß er ein vernebeltes Gehirn nicht brauchen konnte, weil die Chaplinsche Präzision und die aller großen Clowns die Voraussetzung für seine Darstellungsweise bilden mußte. Ich selbst versuchte es von da an auch mit Wasser, nur noch leicht mit Wein gemischt.
Kurt Horwitz, Schauspieler und Regisseur, 1923 Darsteller im Valentin-Film "Mysterien eines Friesiersalons".
------------------------------------------------------------------------

Wolfgang Till
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 19. Oktober 1999.

Valentin selbst hat die Frage nach seiner Größe immer mit "länglich" beantwortet. Darum wissen wir nicht, wie groß er wirklich war. Bloß groß war aber nicht genug für ihn, den übergroßen. Sein letzter Auftritt (bevor es noch einen allerletzten gab, drei Monate vor seinem Tod) hieß der "Zirkuskauf" und fand 1941 im Rahmen einer Winterhilfswerk-Veranstaltung statt. Mit einem Zollstock vermisst Valentin umständlich die Manege im Kronebau, findet das Gebäude aber für seine Zwecke um ein paar Zentimeter zu klein.
Oder 1929, am Höhepunkt seiner Karriere, lässt er anlässlich seiner Berlin-Tournee selbst verfertigte, ganz wahnsinnige Plakate kleben: "Deutschlands größter tragischer Komiker Karl Valentin verlässt München." Trotzdem ist er dann hier, wo er 1882 geboren wurde, bis zu seinem Tode 1948 geblieben. Weggefahren ist er höchst ungern. Planegg, wohin er ziehen musste, als seine Münchner Wohnung ausgebombt wurde, war für ihn schon Ausland. Wer Fremden München erklären will, beginnt bei den Frauentürmen, kommt beim Leberkäs' auf die CSU, zeigt die Amalienburg, erklärt den Föhn und führt zur Dult.
Wie aber Valentin näher bringen? Das "Musäum" im Isartor könnte zwar eines der vielen von Valentin selber gegründeten Etablissements sein, nach dem Vorbild seines "Weinrestaurant Ritterspelunke" im Färbergraben ("Musik und Gesang bis nachts um 2 Uhr"). Aber von Bedeutung und Wirkung eines Weltstars, den wir eben noch unseren amerikanischen Freunden als "deutschen Charlie Chaplin" schmackhaft gemacht haben, kommt gar nichts rüber. Das ist sympathisch und bescheiden, vermittelt es doch einiges vom Selbstverständnis Valentins. Die Volkssängerei war seine Zunft; und zu dieser lokalen Herkunft bekannte er sich auch in der Zeit seiner großen, mit Genugtuung registrierten Erfolge beim intellektuellen Publikum der deutschsprachigen Großstädte. Valentin war, daran sei erinnert, zu Lebzeiten stadtbekannt: "Schau, dort geht der Vale." Bewundert gerade von jenen einfachen Leuten, die ihm, als er sie nach dem Zweiten Weltkrieg als Publikum so nötig gehabt hätte, und dies ist überliefert, zuriefen: "Aufhören mit dem Schmarren - schickt's den Deppen hoam!"
Valentin muss man - vor dem Lesen oder Hören - zunächst einmal sehen: Aussehen und das damit einhergehende umständliche Gebaren sind die wichtigsten Elemente seiner Kunst, wichtiger als der Sprachwitz. Ich rate dem Einsteiger zum Film "Der Firmling" von 1934. Ein Erlebnis, ganz frei von Konservierungsstoffen, und zugleich Trost dafür, dass wir Heutigen ihn und Liesl Karlstadt alle nicht mehr auf der Bühne erlebt haben. Ja, der Weltruhm Valentins - kommt er noch oder ist er schon da? Überall in Italien und Spanien gibt es eingeschworene Fangemeinden, viele seiner bekannten Szenen liegen in Übersetzungen vor und werden häufig gespielt. In Paris hat sich, mit Daniel Spoerri als Meister, eine Valentinsloge gebildet, die vor allem den bildenden Künstler Valentin, den Schöpfer der "Missglückten Verjüngungskur" oder der "Geschmolzenen Schneeplastik" als den ihrigen entdeckt hat.
Zum sichtbaren Zeichen dieser Zuneigung hat Christian Boltanski 1993 alle seine komischen Werke dem Münchner Valentin-Musäum übergeben. In einem Roman verewigt Im Falle Valentins scheint starkes Lokalkolorit auf dem Weg zum Universalruhm eher ein Hindernis zu sein. Lion Feuchtwanger lässt in seinem Roman "Erfolg" über die Typologie des Münchners sprechen, vom "Schottermensch, der das Schotterdreieck zwischen Schwabing und Sendling als natürliche Heimat gehabt habe, von dem Lehmmenschen in Ost und West, dem alpinen Menschen im Süden, dem Moosmenschen im Norden". Und der Vertreter dieses Lehmmenschen ist der Komiker Balthasar Hierl, der im Roman so verschlüsselte Karl Valentin.
Für sich entdeckt haben ihn viele der Größen des 20. Jahrhunderts und darüber geschrieben: Bert Brecht, Kurt Tucholsky, Carl Zuckmayer, Thomas Mann, Siegfried Kracauer, Walter Benjamin. Nur Kafka, der im Juli 1916 anlässlich einer öffentlichen Lesung in München weilte, fand damals nicht ins Hotel Wagner in der Sonnenstraße, wo Karl Valentin und Liesl Karlstadt die "Orchesterprobe" spielten. Und wir hätten es uns so gewünscht! Dafür kam Samuel Beckett. 1937 erlebte er auf der Kleinkunstbühne Benz in der Leopoldstraße einen Komiker, der ihm zwar ein wenig ausgebrannt und müde vorkam, aber auch so noch den ausländischen Gast zutiefst beeindruckte. Über 26 Jahre hat Karl Valentin die großartige Liesl Karlstadt als Partnerin gehabt.
Die Exzesse seiner Hypochondrie hat sie ertragen, bis sie selbst ganz krank wurde davon. Ihr Binnenverhältnis beschreibt Valentin in einem Brief vom März 1937: "Liebe Lisi! Dir muss eines klar sein, wenn Du auch schon hie und da allein Theater gespielt hast oder einen Film. Die richtige Liesl Karlstadt bist Du nur an meiner Seite. - Ich bin gerne auch der Valentin ohne Dir, aber der richtige Valentin bin ich nur zu zweit und zwar nur mit Dir. - Daher Valentin-Karlstadt. In Zukunft heißt es, wir zusammen, oder gar nicht." Weil es dann aber doch nicht mehr ging, holte Valentin sich eine andere Partnerin, Annemarie Fischer, 35 Jahre jünger als er.
Ihre Rolle beschreibt sie so: "Mit Liesl Karlstadt benutzte er die Straßenbahn. Wenn er mit mir zusammen war, bevorzugte er allerdings Taxis." Neben diesen beiden Damen gab es auch noch die Ehefrau. Frau Fey ist für das Nachleben Valentins wichtig, denn sie verkaufte aus purer Not den im Hause verbliebenen Nachlass (Manuskripte, Requisiten) 1953 an den Theaterprofessor und Sammler Carl Niessen. Der hatte Bares, während die Stadt München, sehr wohl vorgewarnt, einen populären, aber extrem sparsamen Oberbürgermeister hatte. Heute besitzt den ganzen Bestand das Theatermuseum im Schloss Wahn bei Köln, und sein Leiter Elmar Buck sucht händeringend Mittel zur wissenschaftlichen Aufarbeitung des gesamten Bestands.
Vielleicht ist ja das eine Chance für München, dem ewigen und langsam billigen Spott ein Ende zu machen. Lebte er heute, welche Schlagzeilen würde ihm München zumuten? Auslaufmodell Valentin - Kündigung im Volkstheater! Valentin beim gemeinsamen Auftritt mit Harald Juhnke ausgebuht! Jetzt spinnt er ganz: Karl Valentin lehnt Valentin-Orden ab. Und da steht sie dann plötzlich, die Abschlussfrage. Ob vielleicht nicht auch ganz München ein paar Zentimeter zu klein ist für ihn?
------------------------------------------------------------------------



1882 Am 4. Juni wurde Valentin Ludwig Fey in der Münchner Vorstadt Au geboren. Er war das Kind des Spediteurs Valentin Fey und dessen Ehefrau Johanna Maria. Später legte er sich das Pseudonym Karl Valentin zu.
1888-1896 besuchte der Lausbub die Volks- und dann die Bürgerschule.
1897-1899 erlernte er bei Meister Hallhuber in Haidhausen das Schreinerhandwerk. Er selbst erzählt: "Ich lernte hobeln, sägen, nageln. - Bald entwendete ich einen Nagel, schlug ihn in die Wand und hing an demselben das goldene Handwerk der Schreinerei für immer auf." (Ein Bastler und Tüftler blieb er aber sein Leben lang.)
1899 lernte Valentin seine spätere Ehefrau Gisela Royes kennen. Sie trat als Dienstmädchen im Hause Fey ihre Arbeit an.
1902 besuchte Valentin eine Münchner Komikerschule.
Am 07.10., während seines ersten Gastspiels im Varieté Zeughaus in Nürnberg, starb sein Vater. Das Honorar reichte gerade für Valentins Rückreise nach München. Er übernahm zusammen mit seiner Mutter die Speditionsfirma.
1903 Valentins musikalische und handwerkliche Begabung bringt ihn auf den Gedanken, ein Orchestrion zu bauen.
1905 kommt seine Tochter Gisela zur Welt.
1906 verkauft er die Speditionsfirma und baut seinen Musikapparat fertig.
1907 nennt Valentin sich Charles Fey und geht mit dem Orchestrion auf Tournee. Sie wird ein Mißerfolg und "in einem Anfall von einem Löwenbräubierriesenrausch zerstörte ich mit einem Holzhackel meinen ganzen komplizierten Musikapparat".
1908 hat er als Komiker mit dem Monolog "Das Aquarium" Erfolg und wird an die Volkssängerbühne im "Frankfurter Hof" engagiert. Seine wirtschaftliche Not war damit beendet. Er lernte dort
1909 Liesl Karlstadt kennen und überredet sie, seine Partnerin zu werden: "Frailein, zua ara Subrett´n san Sie z´dick - aba mia zwoa passat´n z´samm!"
1910 wird seine zweite Tochter Berta geboren.
1911 heiratet er die Mutter seiner Kinder.
1911-1914 Der erste Film (Karl Valentins Hochzeit) entsteht, die Erfolge als Volkssänger und Komiker sind beachtlich.
1914-1918 Valentin bringt in über 120 Lazarettvorstellungen sein Publikum zum Lachen. Im Kabarett Wien-München übernimmt er die Direktion, erste Entwürfe zu "Tingeltangel" (Orchesterprobe, das komische Orchester) und zu Ritterstücken entstehen.
1918-1922 Erfolge im "Annenhof", im "Theater in der Vorstadt" und im "Charivari".
1922 "Die verhexten Notenständer", "Das Christbaumbrettl" und der "Der Firmling" werden im "Germaniabrettl" aufgeführt und zählen zu den großen Erfolgen.
Im "Christbaumbrettl", das am 1. Juli 1922 Premiere hatte, blieb Valentins Kalender stehen. Daraus erklärt sich, daß er im Mai den Christbaum so billig bekam.
1922-1923 Bert Brecht, Erich Engel, Liesl Karlstadt, Blandine Ebinger, Erwin Faber und Kurt Horwitz spielen neben Karl Valentin die Hauptrollen im surrealistischen Film "Mysterien eines Frisiersalons".
Erster Auslandsauftritt (in Zürich)
1923 Tod der Mutter; Gastspiele in Wien und Zürich
1924 Erfolge in München und Berlin
1925-1928 zahlreiche Erfolge, u.a. mit "Die Raubritter vor München", "Der Bittsteller", "Der reparierte Scheinwerfer", "Brillantfeuerwerk", "Im Senderaum", "Im Photoatelier" und dem "Mondraketenflug"
1928 Gastspiel in Berlin im Kabarett der Komiker; dort fanden auch alle späteren Berlin-Auftritte statt.
1929 Der Film "Der Sonderling" entsteht.
1930 In den ersten Monaten Gastspiel in Berlin; am 3. November im "Kolosseum" Uraufführung "An Bord"
1931 Valentin eröffnet mit dem Goethe-Saal in der Leopoldstraße ein eigenes Theater. Kaum 2 Monate später schließt er es wieder, weil feuerpolizeiliche Vorschriften ihn entnervt aufgeben ließen.
1934 eröffnet Valentin in den Kellerräumen des Hotels Wagner sein "Panoptikum".
1935 Nach 13 Monaten wird auch das "Panoptikum" wieder geschlossen. Valentin und Liesl Karlstadt trennen sich. Am 30. November tritt Valentin wieder eine Gastspielreise nach Berlin an.
1936 verbringt Valentin die ersten Monate noch in Berlin. Jacob Geis holt ihn zurück nach München, unter seiner Regie entsteht Valentins bester Tonfilm. Wegen "Elendstendenzen" wurde "Die Erbschaft" aber von der Nazizensur verboten.
1939 feiert Valentin Erfolge in seiner "Ritterspelunke", einer Mischung aus Theater, Kneipe und Panoptikum. Seine Partnerin ist die junge Soubrette Annemarie Fischer.
1941 verläßt Valentin mit seiner Familie München, er zieht in sein Haus in Planegg.
1943 Sein letztes Theaterstück "Familiensorgen" entsteht. Wirtschaftlich verarmt ist er auf regelmäßiges Verfassen für Artikel für die "Münchener Feldpost" angewiesen.
1945-1946 Valentin müht sich mit der Herstellung kleiner Haushaltsartikel ab, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern.
Die Hörfunkserie "Es dreht sich um Karl Valentin" wird nach fünf Folgen eingestellt. Das Publikum mochte ihn nicht mehr. "Ich habe meine lieben Münchner und meine Bayern kennengelernt. Alle anderen mit Ausnahme der Eskimos und der Indianer haben mehr Interesse an mir gehabt als meine Landsleute." schrieb er in einem Brief an den Kiem Pauli.
1947 Im Dezember gab Valentin ein kurzes Gastspiel im "Bunten Würfel".
1948 Nochmals kurze Gastspiele im "Simpl" und im "Bunten Würfel"; am 9. Februar stirbt Valentin an einer Erkältung. Am 11. Februar wird er am Rosenmontag begraben.