treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

DAS TREIBHAUS HAT GESCHLOSSEN. DAMITS BALD WIEDER AUFSPERREN KANN

TROST & ERMUTiGUNG: LiEBE iN ZEITEN DER CHOLERA *** täglich gibts auf dieser seite ein neues trostpflaster aus der treibhaus-suppenküche * verbandwechsel ist jeden tag um 6nach6 * zum nachschauen gibts den link oben (radio / tv) - die coronathek * HEUTE: JOSEF HADER / MARiA HOFSTäTTER: LANDLEBEN - und als einöleitung eine erklärung von TOBIAS MORETTI zu seinem video

ISSA BAGAYOGO / MALI

18.1.'03  der neue superstar aus mali /afrika

Issa Bagayogo - vocals, kamélé n'goni
Mama Diabaté - n'goni
Moussa Koné - acoustic guitar
Alou Coulibaly - calebasse
Alhassane Sissoko - djembé
Tata Diakité - background vocals
Yves Wernert - programming

URBAN AFRICA.
seine Musik basiert immer noch auf den traditionellen Instrumenten Trommel, N’goni (afrikanische Laute) und Balaphon (afrikanisches Xylophon). Dazu kommen eine auf großen Strecken akkustisch gehaltene Gitarre, Bläsersätze und natürlich Bagayogo’s sanfter und einfühlsamer Gesang. Das „technoide“ – Samples und Drummachine – unterstützt die traditionellen Parts und bereichert sie gleichzeitig. Und das Traditionelle ermöglicht es denjenigen Ohren, die Ethnosounds noch nicht kennen, sich einfacher in das Exotische reinzukommen. Das Album ist einfach nur feinste moderne westafrikanische Musik mit einer Sounddichte, an der Pop sich ein paar Scheiben abschneiden kann.  

aktuelle CD: 'Timbuktu'
Nr.1 der World Music Charts Europe / Februar/ März 2002
CD der Woche (11.2.-17.2) bei WDR Funkhaus Europa
und (25.2.-3.3.) bei Sender Freies Berlin -Radio MultiKulti -
Die Legende sagt, daß Issa Bagayogo fern von der Musik als Hirsebauer im Südwesten Malis begonnen hat. Bald war ihm diese Arbeit trotz Arbeitsgesängen auf dem Feld zu stupide und er begann in der Hauptstadt Timbuktu, malinesische Folksongs in der jahrhundertealten Wassulu Tradition aufzunehmen. Weil es von dieser Art Musiker in Mali – das Land wird oft als die Wiege der modernen Musik bezeichnet – fast soviele gibt, wie Sandkörner in der Sahelzone, floppte das ganze Unternehmen und Bagayogo kehrte bald darauf desillusioniert in sein Dorf zurück. 

Aus lauter Frust soll er begonnen haben, Pillen einzuschmeißen und mußte auch wieder raus auf seine Felder, was wiederum seine Frau so nervte, daß sie ihn verließ. Es folgten noch mehr Frust und noch mehr Pillen. Irgendwann siegte dann der Wille und Issa ging zurück nach Timbuktu, wo er zwei französische Worldmusicproduzenten traf. 

Und damit beginnt die Geschichte des Albums „Timbuktu“. Ihm wurde vorgeschlagen, in Coop mit den beiden findigen Franzosen – und jeder, der sich mit der frz. Szene auseinandersetzt, weiß, wie gut die Frenchies im Fusiuonieren von Genres sind – ein Album aufzunehmen, das traditionelle Musik mit rhythmischen Samples kombiniert. 

Das Album wurde aufgenommen, bekam in Mali den Preis für den besten Nachwuchsgrioten (Liedermacher und Geschichtenerzähler – feste Institution in der Kultur Malis), seine Frau kam ob des Ruhmes zurück – typisch Weiber – und Hirse braucht der Mann jetzt auch nicht mehr anzubauen, was bei der Desertifizierung der Sahelzone ohnehin täglich anstrengender wird. 

Jetzt heißt Herr Bagayogo „Techno – Issa“, seine Scheibe ist weltweit erhältlich und erfolgreich und wird schon als Klassiker des Afrotronic bezeichnet. Ach ja, vielleicht schreibe ich auch noch nen paar Anschläge über den Sound: Erstmal keine Angst, auch wenn Techno im Spitznahmen vorkommt, ist kein Bumbum in der Musik. Sie basiert immer noch auf den traditionellen Instrumenten Trommel, N’goni (afrikanische Laute) und Balaphon (afrikanisches Xylophon). Dazu kommen eine auf großen Strecken akkustisch gehaltene Gitarre, Bläsersätze und natürlich Bagayogo’s sanfter und einfühlsamer Gesang. Das „technoide“ – Samples und Drummachine – unterstützt die traditionellen Parts und bereichert sie gleichzeitig. Und das Traditionelle ermöglicht es denjenigen Ohren, die Ethnosounds noch nicht kennen, sich einfacher in das Exotische reinzukommen. Das Album ist einfach nur feinste moderne westafrikanische Musik mit einer Sounddichte, an der Pop sich ein paar Scheiben abschneiden kann.  
Der aus Mali stammende Songwriter Issa Bagayogo ist sich des Traditionsreichtums seiner Heimat bewußt; ergänzend zu seinem samtweichen Gesang spielt er die traditionelle sechssaitige Laute, auch kamélé n’goni genannt.
Im März 1999 wurde ihm vom nationalen Fernseh – und Radiosender der Preis “Malians Song’s Brightest New Hope” verliehen. Für den Mann, den sie „Techno Issa“ nennen ist dies der Beginn einer hoffnungsvollen Karriere.
Bagayogo ist ein Kind seiner Zeit, ein Pionier in einem Genre, das die Einheimischen Afro-Electro nennen. Auf seiner zweiten CD Veröffentlichung „Timbuktu“ kombiniert er traditionelle, eher akustische Strukturen mit dem Sound des Dub und der elektronischen Tanzmusik. Das Ergebnis ist eine der unverwechselbarsten und individuellsten Mischungen aus westafrikanischer Tradition und moderner Elektronika, die man in- und außerhalb Afrikas finden wird.
Auf seiner Herbsttournee durch Österreich, Tschechien und die Schweiz präsentiert er seine neue CD „Timbuktu“, die im Februar und März 2002 Nummer 1in den World Music Charts Europe war, und gleichzeitig Nr.2 von ca. 1000 nominierten Alben bei der Jahresauswertung (Oktober 2001 – September 2002).
Bei Auftritten in Wien, im Moods in Zürich und im Fleda-Club in Brünn (aufgezeichnet und gesendet vom tschechischen Fernsehen) entführte er das Publikum in die Welt von Klängen zwischen Tradition und Moderne, gebildet aus dem Zusammenspiel der kamélé n’goni und kreativer elektronischer Effekte.
Sein Auftritt am 10. September auf der diesjährigen Ars Electronica in Linz hatte einen ganz besonderen Bezug zum dem Festival-Thema „unplugged“. Innerhalb des „Urban Africa Club“ präsentierte er zeitgenössische afrikanische Musik, die exemplarisch die Entwicklung vom traditionellen zum modernen Afrika aufzeigt.

Das Buch war über 400 Jahre lang kulturelles Leitmedium der Handelsstadt Timbuktu im Mande-Reich am Rande der Sahara. Hier begegneten sich islamische und westliche Welt auf eine selten friedliche Art. Im heutigen Mali steht der Name beispielhaft für religiöse Toleranz und multi-ethnisches Miteinander, und ein neues Medium der Aufklärung hat sich entwickelt: die Musik. Timbuktu heißt die zweite Platte Issa Bagayogos, dessen Name selbst bereits Symbolcharakter hat: „Techno-Issa“ heißt er seit seinem Debüt-Album Sya (dt.: Kaste), das mit einer markanten Mischung aus Tradition und Elektronik das Afro-Elektro-Genre bereichert hat und 1999 die Weltmusik-Charts eroberte - laut BBC-Moderator Charlie Gillet ein Meilenstein der afrikanischen Musik im Allgemeinen und der Malinesischen im Besonderen. Auf Timbuktu geht Bagayogo seinen mit den Produzenten Moussa Koné und Yves Wernert eingeschlagenen Doppelweg weiter, und wieder gelingt ihm das Kunststück einer entspannten Synthese aus traditionellem Songwriting und elektronischen Verfremdungseffekten (der Titel Gnele z.B. klingt bereits wie ein uptempo-Remix). Vielleicht liegt das an der samtweichen, eher tiefen Nasal-Stimme, mit der Bagayogo - flankiert vom treibenden Stakkato-Klang seiner dreisaitigen Laute Kamele N’Goni – erhaben die pentatonische Tonleiter auf- und abklettert. Entscheidend aber ist die Einbettung dieser Stimme und Melodik in einen fein arrangierten Kosmos aus unaufdringlichen Downbeats, Akustik-Gitarren-Licks und Baßlininen, der 12 Stücke lang die Mauern zwischen Reggae-, Dub- und Ambient-Fans auf der einen und Weltmusikpuristen auf der anderen Seite einreißen wird. Gegen Mauern und Hindernisse aller Art rückt der vor 41 Jahren in Wassoulu geborene einstige Hirsebauer auch inhaltlich ins Feld: kulturelle Diskriminierung (Tounga, Timbuktu), Umweltverschmutzung (Nogo) und Drogensucht (Sisi) sind nicht zuletzt sein eigenes Leben bestimmende Faktoren, gegen die er auf Timbuktu den musikalischen Zeigefinger erhebt.