treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

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BRIAN AUGER

mr R&B & mr hammond b3 und sein oblivion express

Es war einmal, vor langer Zeit, in einem Land weit weg, kam ein Entertainer daher und sah das Potential, Jazz, Rock und funky R&B zu einer gänzlich neuen Musik zu mischen. Es war im England der frühen Sechzigern und dieser Musiker hieß Brian Auger. Sein Lieblingsinstrument war schon immer die klassische Hammond B-3 Orgel mit ihrem warmen, vollen, stürmischen, wirbelnden, charakteristischen Sound. Jetzt, drei-und-eine-halbe Dekade später, brachte Auger eine neue Oblivion Express Band zusammen und hat mit ihr ein Album aufgenommen, Voices of Other Times bei Miramar Recordings, das wie früher all diese klassischen Bestandteile kombiniert, welche das Publikum vor Jahren erfreute und jetzt wie einen alten Freund umarmt.

Der britische Jazz-Rock-Organist gründete bereits 1962 seine erste Band, 1964 formierte Auger die schon legendäre Formation Brian Auger & Trinity, die er später Steampacket nannte. 1966 kam auch die Sängerin Julie Driscoll dazu. 1970 gründete Auger The Oblivion Express und wandte sich mehr dem Jazz zu. Er gilt als einer der „funkiest“ B3 Hammond-Orgelspieler der Welt, der seinen eigenen, nicht kommerziellen Weg gegangen ist und so bewusst auf Starruhm verzichtete. Brian Auger ist einer der wenigen, der den Brückenschlag zwischen Pop & Jazz geschafft hat. Sowohl in der Popszene (mit Paul McCartney, Fats Domino, Little Richard, John Lord etc.) als auch in der Jazzszene (McCoy Tyner, Stanley Clark, John Mc Laughlin, Eddie Harris, Johnny Griffin, Freddy Hubbard, Herbie Hancock etc.) arbeitet er mit allen Größen der Musikgeschichte zusammen.

Seine aktuelle Band erinnert an ein Familienunternehmen: seine Tochter Savannah übernimmt den Part der Sängerin und sein Sohn Karma bedient das Schlagzeug und haben bereits in den letzten Jahren unter Beweis gestellt, dass sie das musikalische Talent ihres Vaters geerbt haben. Vervollständigt wird die Band durch Chris Golden (b).



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aus dem rocklexikon

brian auger

Auger, Brian (kb, fl, dr, voc), am 18. Juli 1939 in London geboren, hat das Orgelspiel über den Jazzstil von Jimmy Smith hinaus weiterentwickelt. Er tobte mit den Fäusten über die Tastatur, imitierte in freien Rhythmen Bongo- und Congatrommeln und jagte Klangströme durch die Echokammer. 1964 wurde er von den Lesern des "Melody Maker" unter die zehn besten Jazzpianisten gewählt und als "größte musikalische Hoffnung" bezeichnet. 1965 gründete er zusammen mit Julie Driscoll, Rod Stewart und John Baldry die Gruppe Steampacket und begann Bluesphrasen, Swingfloskeln und Rockmotive miteinander zu verschmelzen. Mit der 1966 gegründeten Trinity, der zunächst außer ihm selbst Julie Driscoll (voc), Dave Ambrose (bg), Clive Thacker (dr) und bald darauf Gary Boyle (g) angehörten, produzierte er Single-Hits: Save Me (1967), This Wheel's On Fire (1968), Road To Cairo (1969). Nach dem Ausscheiden von Julie Driscoll übernahm Auger den Hauptgesangspart in seiner Band. Doch weder mit der im September 1970 aufgelösten Trinity noch mit seinem anschließenden Oblivion Express (Alan Skidmore [as/ts], Jim Mullen [g], Barry Dean [bg], Keith Bailey [dr]) fand er einen überzeugenden und identifizierbaren Gruppenstil. Teils blieben seine oft mit parodistischen Gags durchsetzten Improvisationen brillant (Definitely What). Teils verlor er sich aber auch in unnötigen Nachahmungen der Hits anderer Musiker (Beispiel: I Wanna Take You Higher von Sly and the Family Stone), verirrte sich erfolglos in die klassische Musik (Pavane von Ravel, Adagio von Albinoni) oder produzierte experimentelle Rhythmus-Etüden (Listen Here), in denen die "New York Times" allenfalls noch "faszinierende Kuriositäten" sah, "die aber wenig Interesse erwecken". 1973/74 hatte sich Brian Auger wieder gefangen. Er beteiligte sich im Herbst jener beiden Jahre bravourös an den "Jubilee"-Konzerten des deutschen Jazz Rock-Saxophonisten Klaus Doldinger und der Band Passport, die in der Bundesrepublik zu den Höhepunkten der Rock-Konzertsaison gehörten und in einem Atlantic-Album (mit Alexis Korner, Johnny Griffin, Pete York und anderen Gastmusikern) dokumentiert wurden. Auf den CBS-LPs seines Oblivion Express akzentuierte er in Gemeinschaft mit Jack Mills (g), Barry Dean (bg), Lennox Laington (congas), Steve Ferrone (dr) mit einem aus Soulstücken (Inner City Blues, Compared To What) und Jazznummern (Bumpin' On Sunset) gefügten Repertoire den Funky-Charakter seines Stils. "Ich bin durch das ganze Pop-Business gegangen", so erklärte er, "und habe gemerkt, daß ein Star zu sein am Ende der Musik, die man machen möchte, im Wege steht. Man kann keine Risiken mehr eingehen, weil zu viele Leute von dem, was man tut, wirtschaftlich abhängig sind. Man wird im schlechtesten Sinne ein Gefangener seiner Musik."

Im Herbst 1974 versuchte er diesem Gefängnis zu entkommen: Er verlegte seine Operationsbasis in die USA. Titel einer eigenen Komposition: Beginning Again. Der Disco-Truppe Main Ingredient bescherte er mit Happiness Is Just Around The Bend einen bescheidenen Hit. Doch der Neubeginn kam auch von San Francisco aus wieder auf den alten Stil hinaus. Er holte sich frühere Mitstreiter wie Lennox Laington, Jack Mills und Alex Ligertwood in die Band zurück und nahm 1978 unter dem Titel Encore auch wieder eine LP mit Julie Driscoll, verheiratete Tippett, auf. Die achtziger Jahre brachte Auger, der von der Zeitschrift "Contemporary Keyboard" zum besten Jazz-Organisten gewählt worden war, weniger auf Rockbühnen als in Jazzclubs zu. Zwar beteiligte er sich 1985 auch an einer kurzzeitig reformierten Spencer Davis Group, jazzte aber überwiegend im Trio mit Colin Hodgkinson (bg), Pete York (u. a. für die in Freiburg aufgenommene LP Steaming [1985]), mit dem Olympic Rock & Blues Circus oder mit lokalen Musikern in Europa und Amerika, wo immer er sie fand. 1990 tat er sich in Kalifornien mit Eric Burdon zusammen und bereiste mit ihm den Globus. 1993 erschien ihr Live-Album Access All Areas mit Augers Sohn Kharma (dr). Für das Spätwerk des seiner Musik ergebenen, publicityscheuen Tastenkünstlers gilt, was Chronist Burghard Rausch für das 1985 in Italien entstandene Auger-Album Here And Now postulierte: "Solide Arbeit ohne Überraschungsmomente". Mit seinen Kindern Savannah und Karma führte er eine neue Version des Oblivion Express ins neue Jahrtausend.