treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

EINLASS INS TREIBHAUS - ES GILT GILT WEITERHIN: GE-IMPFT # GE-TESTET # GE-NESEN

für den Besuch des Treibhauses, ob Konzert oder nur Cafe, gilt nach wie vor die 3G Regel geimpft getestet genesen. es muß kein PCR-Test sein. Wir kontrollieren - aber diskutieren die Regeln NICHT. Bewährt hat sich auch: ge-duscht, ge-föhnt & ge-kampelt zu erscheinen. 1Tip: vor dem Essen Hände waschen nicht vergessen...

BINDER & KRIEGLSTEIN

Quetschkommode und Dub-Reggae, Blaskapelle und Disko-Beats, Zigeuner-Geige und Girlie-Rap, orientalische Streicher und Lagerfeuer-Klampfe

Eine Zeitlang trugen die angesagtesten Formationen und Projekte der österreichischen Musikszene spröde Doppelnamen: Kruder & Dorfmeister, Dzihan & Kamien, Pulsinger & Tunakan. Es waren schlichtweg die Familiennamen der Protagonisten, die im Zug des „Vienna Sound“-Hypes der neunziger Jahre internationale Strahlkraft entwickelten und zu Aushängeschildern eines neuen Pop/Elektronik-Selbstverständnisses wurden. Als sich dann auch noch Binder & Krieglstein ins Namensverzeichnis eintrugen, war der erste Reflex der Gedanke an kecke Trittbrettfahrerei. Weit gefehlt: hier manifestierte sich à priori der Witz, die Ironie und das spielerische Selbstverständnis von Rainer Binder-Krieglstein aus Graz. Hinter dem vermeintlichen Newcomer-Duo steckte einer. Rainer. Und sonst keiner. „Punkige Lo-Fi-Attitüde, trashiger Elektronik-Sound und eine gute Portion Humor“ attestierte FM4 folgerichtig dem Debutalbum „International“. Hier zeigte der Schlagzeuger, der zuvor bei Fetish 69, Sans Secours und in diversen Jazzbands getrommelt hatte, was in ihm steckte. Samples, Loops und Sounds, beherzt zusammengeschnürt durch das Drumming und die Vision von Binder-Krieglstein. Rainer legt Wert darauf, mit Menschen zu musizieren, die ihm sympathisch sind - da scheinen unterschiedliche Stilrichtungen auch kein Hindernis zu sein. Solange die Chemie stimmt, geht alles. Egal, ob Elektronik, Blasmusik oder Pop. Purer Eklektizismus? Eher: abgeklärte Lebenslust. Weitfächriger Minimalismus. Der Drang, Stimmungen, Attitüden und Gefühlslagen einzufangen und hochkonzentriert an den immer wieder freudig überraschten Hörer weiterzugeben. Binder&Krieglstein – live: Da ist für schrullige Folk-Gitarren ebenso Platz wie für quengelige Kontrabässe, atmosphärische Downtempo-Grooves, swingende Jazz-Texturen und straighte Tech-House-Beats.

Seit jeher daran interessiert, Dinge, die sich normalerweise nicht einmal grüßen, zu  elektronischer Musik eng umschlungen tanzen zu lassen, bitten Binder & Krieglstein Jägerchöre und straighte Tech-House Beats, LoFi-Sounds und elaborierte Jazztexturen, Lebenslust und Totgeglaubtes, Reduktion und Daseinsfülle zum Blind Date.
Denn Volksmusik ist Dorfmusik und die Welt ist ein Dorf.

Volksmusik ist Dorfmusik und die Welt ist ein Dorf. Und genau in diesem Dorf sind Binder & Krieglstein gelandet. Weil sie raus wollten aus dem Sumpf, dem heimeligen Biotop, in dem es sich so beschaulich leben ließe. Sie haben das sichere Terrain verlassen, um sich dem Risiko des Eigenen auszusetzen. An den österreichischen ‘Traditionals’ arbeiten sich Binder & Krieglstein ab, als wären es Kletzmer, Rai oder Fado. Nämlich mit Sorgfalt und Respekt. Ein weiteres Mal beweist der Artist, der u.a. bei Zeiger Records seine Karriere begonnen hat, wie mit Herz produzierte Musik abseits des Hitradios funktionieren kann.



zur CD
Alles Verloren

Binder&Krieglstein setzt nach Falco und Kruder & Dorfmeister Österreich wieder auf die Weltkarte zeitgenössischer Popmusik. Nach dem Vienna Soundhype, der ein schnell verflogenes Phänomen blieb, wird hier ein weltoffener Sound präsentiert. Mache Hörer mögen an Manu Chao oder Beck denken: Kein Wunder, denn Binder&Krieglstein ist ein ebensolcher Soundpirat. Auch er liebt bisweilen trashige Klänge, aber mit feiner Klinge, wilde Melodien, aber immer mit Raffinesse. In dieser Shantel-Produktion verbinden sich Elektronik, Brass Madness und Pop, Reggae und HipHop-Beats mit intelligenten (deutschen & englischen) Texten. „Alles verloren“ heißt sie, die neue Platte von Binder&Krieglstein. Aber nicht, dass hier einer glaubt, jetzt wäre die Depro-Nummer dran. Denn Rainer Binder-Krieglstein sieht das mit dem Verlieren nicht so eng. Alles eine Frage des Stils, würde er sagen. Und mit dem Stil, das muss man ihm lassen, da kennt er sich aus. Nur woher hat der Binder diese Klasse, woher die Kaltschnäuzigkeit, das sorglose Temperament? Ein Blick aufs Cover, und wir ahnen es: Von blauem Geblüt ist er! Zwar ist Gut und Geld verloren, aber den Binder kümmert’s nicht: Er macht Musik, als ob es kein Morgen gäbe. Seine Vorfahren seien aus dem Elsässischen gekommen, sagt er. Und dort seien schließlich auch Sauerkraut und Champagner die glücklichsten Verbindungen eingegangen. Nun: nicht dass man dem Binder alles glauben muss, aber den Hang zum souveränen Kombinieren, den hat er. Darum verließ er auch seine österreichische Klause, um glückliche Verbindungen für sein Album zu suchen. In Frankfurt, bei Label-Betreiber und Club-Culture-Innovator Shantel (Bucovina Club / BBC Award-Preisträger) ist er fündig geworden. Ja, ein Händchen fürs Verbinden, das hatte er immer schon. Der Shantel übrigens auch.


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Pop-Appeal unterm Familienwappen
„Alles verloren“ heißt sie, die neue Platte von Binder&Krieglstein. Aber nicht, dass hier einer glaubt, jetzt wäre die Depro-Nummer dran. Denn Rainer Binder-Krieglstein sieht das mit dem Verlieren nicht so eng. Alles eine Frage des Stils, würde er sagen. Und mit dem Stil, das muss man ihm lassen, da kennt er sich aus.

Nur woher hat der Binder diese Klasse, woher die Kaltschnäuzigkeit, das sorglose Temperament? Ein Blick aufs Cover, und wir ahnen es: Von blauem Geblüt ist er! Zwar ist Gut und Geld verloren, aber den Binder kümmert’s nicht: Er macht Musik, als ob es kein Morgen gäbe. Trashige Klänge, aber mit feiner Klinge, wilde Melodien, aber immer mit Raffinesse. Seine Vorfahren seien aus dem Elsässischen gekommen, sagt er. Und dort seien schließlich auch Sauerkraut und Champagner die glücklichsten Verbindungen eingegangen. Nun: nicht dass man dem Binder alles glauben muss, aber den Hang zum souveränen Kombinieren, den hat er. Darum verließ er auch seine österreichische Klause, um glückliche Verbindungen für sein Album zu suchen. In Frankfurt, bei Label-Betreiber und Club-Culture-Innovator Shantel (Bucovina Club / BBC Award-Preisträger) ist er fündig geworden. Ja, ein Händchen fürs Verbinden, das hatte er immer schon. Der Shantel übrigens auch.

Und eine Nonchalance in den Brüchen. Da sollte man diverse Erbschaften nicht unterschätzen, nicht wahr. Weil die Binders und die Krieglsteins schon immer Leute fürs Grobe und fürs Feine gewesen sind: Hersteller von Weinfässern und Ingenieure, Landwirte, Goldschmiede und Kulturbeamte. Stadtmusikanten auch. Sagt die Familienchronik. Und Nostalgiker: Wie Bruno, Verfasser der „Jugenderinnerungen eines alt-österreichischen Salonlöwen“. Und der Binder selber? Sagen wir es einmal so. Er ist Privatier. Ein gründlicher Müßiggänger. Ein Mann von Welt, aber mit Klo am Gang. Und unterm feinen Zwirn das Familienwappen tätowiert. Ein Pfundskerl. Auch noch, wenn alles verloren ist.

Binder&Krieglstein: „Mir macht es Spaß, Dinge zusammenzubringen, die eigentlich nicht zusammengehören. Das heißt in diesem Fall, den doch sehr kruden Mix meiner Produktionen in einen Sound übersetzen zu lassen, der die Handschrift von DJ Shantel trägt. Das heißt auch, Schnittmengen mit anderen Sparten zu finden. Meine Sängerin Makki zum Beispiel ist eigentlich bildende Künstlerin (sie studiert an der Universität für angewandte Kunst in Wien), was die Arbeit ungemein spannend macht, weil da ständig verschiedene Zugänge verhandelt werden müssen. Es gibt auch Beiträge von Eva Jantschitsch, Uwe Bubik, Rainer von Vielen, Sasha Prolic, Richie Winkler, Lothar Lässser und Kurt Bauer, die musikalisch sehr unterschiedlich sind.

Ach ja: Die Sache mit dem Titel, ‚Alles verloren’ ist natürlich nicht nur ironisch gemeint. Denn das Driften, das Verloren-Gehen hat einfach Potential, gerade und besonders für die künstlerische Arbeit. Insofern strebe ich da schon nach einem gewissen Gleichmut, weil Verluste auch immer etwas frei räumen. Dass meine Familiengeschichte da gut anschließt, hat den Ausschlag für das Cover gegeben. Das Wappen ist übrigens echt!“

Versuch einer Biographie Eine Zeitlang trugen die angesagtesten Formationen und Projekte der österreichischen Musikszene spröde Doppelnamen: Kruder & Dorfmeister, Dzihan & Kamien, Pulsinger & Tunakan. Es waren schlichtweg die Familiennamen der Protagonisten, die im Zug des „Vienna Sound“-Hypes der neunziger Jahre internationale Strahlkraft entwickelten und zu Aushängeschildern eines neuen Pop/Elektronik-Selbstverständnisses wurden. Als sich dann auch noch Binder & Krieglstein ins Namensverzeichnis eintrugen, war der erste Reflex der Gedanke an kecke Trittbrettfahrerei. Weit gefehlt: hier manifestierte sich à priori der Witz, die Ironie und das spielerische Selbstverständnis von Rainer Binder-Krieglstein aus Graz. Hinter dem vermeintlichen Newcomer-Duo steckte einer. Rainer. Und sonst keiner.
„Punkige Lo-Fi-Attitüde, trashiger Elektronik-Sound und eine gute Portion Humor“ attestierte FM4 folgerichtig dem Debutalbum „International“. Hier zeigte der Schlagzeuger, der zuvor bei Fetish 69, Sans Secours und in diversen Jazzbands getrommelt hatte, was in ihm steckte. Samples, Loops und Sounds, beherzt zusammengeschnürt durch das Drumming und die Vision von Binder-Krieglstein. Rainer legt Wert darauf, mit Menschen zu musizieren, die ihm sympathisch sind - da scheinen unterschiedliche Stilrichtungen auch kein Hindernis zu sein. Solange die Chemie stimmt, geht alles. Egal, ob Elektronik, Blasmusik oder Pop.

Purer Eklektizismus? Eher: abgeklärte Lebenslust. Weitfächriger Minimalismus. Der Drang, Stimmungen, Attitüden und Gefühlslagen einzufangen und hochkonzentriert an den immer wieder freudig überraschten Hörer weiterzugeben. Binder&Krieglstein – live: Da ist für schrullige Folk-Gitarren ebenso Platz wie für quengelige Kontrabässe, atmosphärische Downtempo-Grooves, swingende Jazz-Texturen und straighte Tech-House-Beats. (Quelle: Walter Gröbchen: www. monkeymusic.at).

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kulturnews.de
Schwer zu sagen, ob erst durch den Produzenten, "Bucovina Club"-Erfinder DJ Shantel, das Volksmusikelement in den Sound kam. Es mäandert jedenfalls als roter Faden durch dieses ebenso skurrile wie vor Ideen und vermixten Stilen schier platzende Album. Zwischen Blasmusik und Loops passt hier kein Blatt Papier, slawische Geigenmelancholie beweint die geraunten lebensweisen Reime von Gast-Rapper Rainer von Vielen, Vocodergesang tanzt Ringelreihen mit dem Akkordeon, und für den Sprung vom Reggae zum Humptata reicht das Drücken der Skiptaste. Eine ganz andere Art der Globalisierung wird hier lustvoll vorgeführt: eine kulturelle nämlich, eine, die Clubgrooves und -klangfarben herleitet aus der Ursuppe des Folk und der Dorffeste. Ein Album, das auch schräge Klangwitze ernst nimmt, aber nie in jene Depression verfällt, die der Albumtitel nahelegt. Übrigens verbirgt sich kein Duo hinterm Bandnamen, sondern nur ein Mann aus Graz: Rainer Binder-Krieglstein, der seinen Bindestrich durch ein Pluszeichen ersetzt hat. Auch das ein kleiner schräger Witz. (mw)

DeBug,:
Rainer Binder-Krieglsteins wilder Stilmix aus folkloristischen Elementen, dubbigen Beats, lustigen Samples und Lo-Fi Attitüde ist bei Produzent DJ Shantel wunderbar aufgehoben. Zeitweise klingen Tracks wie eine Verballhornung des Gotan Projects oder überkandidelten Verbindungen aus Beats und Weltmusik. Hier gehen eben alle Sicherheiten verloren, der Titel verweist eher auf neue Freiheiten als auf die Trauer über die zahlreichen Verluste. Wenn so eine lebenslustige und frische Veröffentlichung dabei herauskommt, ist aber im Gegenteil alles gewonnen.

Sound & Image:
Eine abenteuerliche Kreuzung aus HipHop, Reggae, Balkan und Trash. „Dinge zusammenbringen, die eigentlich nicht zusammen gehören” – das ist seine Devise und die funktioniert hier ausnehmend gut. Quetschkommode und Dub-Reggae, Blaskapelle und Disko-Beats, Zigeuner-Geige und Girlie-Rap, orientalische Streicher und Lagerfeuer-Klampfe, Hillbilly-Ska und Männerchor, Vocoder und Affen-Disse, Downbeats und Technostampf – der Rainer lässt nichts unversucht und der Stefan (aka Shantel) gibt seinen Party-Senf dazu. Das brennt zumeist wie Zunder und geht ab wie Schmitt’s Katze. Auch dank RBK’s Muse, die da heißt Makki. Ein fast noch kindlich wirkendes Wiener Sangesvöglein, das aber mit allen Wassern des Gesangs-Business gewaschen ist. Alles in allem also eine bärenstarke Platte, die, wie alle bisherigen Produkte aus dem Hause Essay, in keiner Tanz-Plattensammlung fehlen darf.

Cinesoundz:
Geh - nix is verlorn. Binder & Kriegelsteins drittes Album wurde schließlich von Shantel produziert, der das eklektische Ganze zusammenhält. Der Österreicher Rainer Binder-Krieglstein ist nun also auch Teil der beliebten Global-Dance-Balkan-Boogie-Bewegung und unterscheidet sich mit seinem Trash-Einschlag deutlich vom Meisten, was seit Jahren so stylish & poliert-kosmopolitisch aus Wien daherkommt.


Binder&Krieglstein setzt nach Falco und Kruder & Dorfmeister Österreich wieder auf die Weltkarte zeitgenössischer Popmusik. Nach dem Vienna Soundhype, der ein schnell verflogenes Phänomen blieb, wird hier ein weltoffener Sound präsentiert. Mache Hörer mögen an Manu Chao oder Beck denken: Kein Wunder, denn Binder&Krieglstein ist ein ebensolcher Soundpirat. Auch er liebt bisweilen trashige Klänge, aber mit feiner Klinge, wilde Melodien, aber immer mit Raffinesse. In dieser Shantel-Produktion verbinden sich Elektronik, Brass Madness und Pop, Reggae und HipHop-Beats mit intelligenten (deutschen & englischen) Texten. „Alles verloren“ heißt sie, die neue Platte von Binder&Krieglstein. Aber nicht, dass hier einer glaubt, jetzt wäre die Depro-Nummer dran. Denn Rainer Binder-Krieglstein sieht das mit dem Verlieren nicht so eng. Alles eine Frage des Stils, würde er sagen. Und mit dem Stil, das muss man ihm lassen, da kennt er sich aus. Nur woher hat der Binder diese Klasse, woher die Kaltschnäuzigkeit, das sorglose Temperament? Ein Blick aufs Cover, und wir ahnen es: Von blauem Geblüt ist er! Zwar ist Gut und Geld verloren, aber den Binder kümmert’s nicht: Er macht Musik, als ob es kein Morgen gäbe. Seine Vorfahren seien aus dem Elsässischen gekommen, sagt er. Und dort seien schließlich auch Sauerkraut und Champagner die glücklichsten Verbindungen eingegangen. Nun: nicht dass man dem Binder alles glauben muss, aber den Hang zum souveränen Kombinieren, den hat er. Darum verließ er auch seine österreichische Klause, um glückliche Verbindungen für sein Album zu suchen. In Frankfurt, bei Label-Betreiber und Club-Culture-Innovator Shantel (Bucovina Club / BBC Award-Preisträger) ist er fündig geworden. Ja, ein Händchen fürs Verbinden, das hatte er immer schon. Der Shantel übrigens auch.