treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

DAS TREIBHAUS HAT OFFEN. AB 16UHR I GÄSTE: FLOH'S JAZZ CASINO, DIE ESSEN AB 19:00

DAS TREIBHAUS SPERRT AUF - ALS LUFTKURORT. TÄGL AB 16UHR . ehrenschutz: die treibhaus-weiberwirtschaft mit ihren musikern, schauspielern, technikern - mit unüblichem empfang und verstecktem theater, untersagter erbauung, verbotener belustigung & geistiger ertüchtigung. an der frischen luft (vormals: open air) - drum: warm anziehen, händewaschen & kämmen nicht vergessen. tischreservierung ist NICHT mehr vorgeschrieben, wir sind kein haubenlokal & wollns auch nicht werden // BITTE/DANKE -- SPENDE // IBAN: AT75 20503 03352791960 //

ROBERTO diGIOIA

whats NU - strange world - no Twist?

In den Siebzigerjahren für Klaus Doldinger gearbeitet zu haben, muss bestimmt eine hippe Angelegenheit gewesen sein. Blöd nur, dass der 1965 geborene Roberto Di Gioia erst 1990 zur “Passport”-Truppe von Deutschlands Jazzrock-Altmeister stieß.  Doldingers Herz- und Magen-Band hat mit aktuellen Jugendbewegungen wenig zu tun. Das beweist Roberto diGioaia jetzt aber mit seinem Projekt Marsmobil, das den  Tastenfuchs als coolen Songwriter, Rhythmusprogrammierer, Multiinstrumentalisten und Sitar-Fetischisten zeigt.
      Es zahlt sich eben aus, wenn man als begnadeter Pianist nicht nur auf Sideman-Jobs bei Jazz-Großkopferten wie Art Farmer, Johnny Griffin oder Joe Lovano setzt, sondern ab und an über den Mainstream-Tellerrand blickt. Di Gioia arbeitete in der Vergangenheit nämlich auch mit Helge Schneider, Udo Lindenberg oder The Notwist. Diese verschiedenen Einflüsse hört man dem Marsmobil-Album "Strange World" wohltuend an. Es ist verspielt, ohne albern zu sein; es ist sehr retro, ohne anbiedernd zu wirken und es verfügt zudem über seltsame Flower-Power-Texte. Es lebt  von einer bemerkenswerten Homogenität. So ausgebufft hip waren noch nicht mal die Siebziger selbst.

Du ziehst ein Resümee Deines Schaffens nach 20 Jahren. Viele Namen erscheinen vor Deinem inneren Auge: Gary Peacock, Dave Holland, Woody Shaw, Klaus Doldinger, Udo Lindenberg, Helge Schneider ... Du warst auf allen Kontinenten, hast an vielen Orten, die zählen, gespielt: Montreux Jazz Festival, North Sea Jazz Festival, Tourneen durch Brasilien, Afrika, Nordamerika, Asien. Mit vielen verschiedenen Leuten hast Du gespielt, gelacht, gelebt. Das Elementare war für Dich immer die Liebe zur Musik, die in Deinem Inneren spielt. Diese musikalische Wahrheit hast Du nicht an einem Konservatorium gelernt, sondern auf der Bühne, im Proberaum, zu Hause am Klavier.„Azhar Kamal

Roberto Di Gioia wurde 1965 in Mailand geboren. Mit 4 Jahren begann er mit dem Klavierspiel. Seine Lieblingsmusik: die Beatles. 1975 Eintritt in ein Musisches Gymnasium (Eichstätt); nach dem Abitur 1984 siedelt er nach München über. Dort beginnt die Karriere als professioneller Musiker.

Bekannt wurde Di Gioia als brillanter Keyboarder in Klaus Doldinger's "Passport" mit dem er seit 1990 mehrere Alben einspielte. Er hat ebenso mit zahlreichen amerikanischen Jazzgrößen (Art Farmer, Johnny Griffin, Joe Lovano, James Moody, Tom Harrell, Clark Terry ...) gearbeitet wie mit Albert Mangelsdorff, Christof Lauer, Udo Lindenberg oder Helge Schneider in Deutschland und ist heute festes Mitglied der Till-Brönner-Band. Ab Mitte der 90er Jahre begann Di Gioia, eigene Musik zu schreiben und Bands zu gründen, so zum Beispiel die "Zappelbude„ zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten Wolfgang Haffner.

Ende der 90er Jahre suchte Roberto Di Gioia eine Expansion seines musikalischen Schaffens und in ihm reifte der Gedanke, Jazz, Dancefloor und Pop auf einen musikalischen Nenner zu bringen: "MarsmobiL„ erblickte das Licht der Welt und manifestierte sich 1999 zum ersten Mal als Vinyl auf Payola Records. Ein Jahr später wählte die Regisseurin Esther Gronenborn den MARSMOBIL-Song "Palak Paneer„ für den Soundtrack ihres Kinofilms
alaska.de„.


Inspiriert von der trashig-analogen Klangästhetik der 60er und 70er Jahre vereint MARSMOBIL Nu-Jazz, minimal-electronic, LoungePop und Burt-Bacharach-artige Orchestrierungen zu "der wunderbarsten und organischsten Musik des neuen musikalischen Jahrtausends" (Azhar Kamal).
So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Roberto Di Gioia an einigen maßgeblichen Produktionen der letzten Jahre beteiligt war, wie z.B. The Notwist ("Neon Golden"), Console ("Reset the Preset"), Till Brönner ("Blue Eyed Soul"), Rigmor Gustafsson ("I Will Wait For You" ACT 9418-2) oder Klaus Doldinger ("RMX vol.1"). Für "Music of the Rolling Stones„ wurde er kürzlich in München zu einer Recording-Session mit Charlie Watts, Bill Frisell, Darryl Jones und Tim Ries gebeten.
Strange World ist das Debüt-Album von Roberto Di Gioia's MARSMOBIL auf ACT und die bisherige Quintessenz seines musikalischen Schaffens. Jazz-Elemente ("Crazy 5"), Indische Musik ("Talam Mishra"), Lounge-Pop ("Flowers"), Ostinati ("Hand in Hand") und Trip Hop ("Trust") verschmelzen zu einer Einheit und führen eine äußert harmonische tonale Ehe auf der vorliegenden CD. Dabei unterstützen Di Gioia u.a. so illustre Gäste wie Klaus Doldinger, Till Brönner, Nils Landgren, Steffen Schorn, Joo Kraus, Frank Möbus, Johannes Enders, Dan Berglund, The FleshQuartet und nicht zuletzt Wigald Boning, der auch das Cover-Artwork gestaltete.