treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

ROBIN MC KELLE

Eine Amerikanerin in Paris: vereint Swing, Soul und Rythm'n'Blues ohne die typischen Retro-Anleihen.

Sie ist die Swing-Sensation des Jahres. Eine Amerikanerin in Paris. Doch nicht nur Paris, ganz Frankreich liegt ihr bereits zu Füßen und der Rest Europas dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Mit ihrem Blue-Note-Debüt »Modern Antique« hat die rothaarige Sängerin mit der rassig-rauchigen Stimme just im Wonnemonat Mai die Spitze der französischen Jazz-Charts im Sturm erobert.
„Schmelz und Verführung, Honig und Rauch - alles ist in Robin McKelles Stimmbändern, die sie
raffiniert und virtuos einsetzt, ein Tanz auf gläsernem Parkett.“
Ihr neues Album vereint Swing, Soul und Rythm'n'Blues ohne die heutzutage typischen Retro-Anleihen.

ROBIN MC KELLE
& THE FLYTONES

SOUL, JAZZ, BLUES / USA

Robin McKelle (voc)
Ben Stivers (key, p)
Al Street (g)
Derek Nievergelt (b)
Adrian Harpham (dr)

Warum, zum Teufel, denkt man ständig an eine der Schlüsselszenen aus dem Kult-Klassiker „Blues Brothers“? An jene Szene, als diese wundervolle Tresenschlampe im Burgershop ihrem Gatten, der sich gerade wieder mal mit ein paar ’good ol’ fellows’ für Nächte, Wochen oder Monate in die maskuline Vorstellung von Freiheit abseilen will, ein zorniges „Think!“ entgegen schleudert? Als ergo
Aretha Franklin den Liebsten in die Wüste schickt und dennoch hofft, er möge dort nicht gleich verdursten? Ganz einfach: Weil auch Robin McKelle diese Rolle kongenial mit Leben erfüllt hätte.

Eher als schön denn hübsch aufgefallen wäre, über das nötige Temperament und den unverzichtbaren Sexappeal verfügt hätte, schlicht und einfach die goldrichtige femme fatale gewesen wäre. Der Film ist Geschichte, McKelle indes ist zum Glück Gegenwart. Und eine Hoffnung für die Zukunft, weil sie dem Soul seine Identität zurück gibt und gleichsam Jazz, Gospel, Blues und eine Ahnung von
Westcoast zu kleinen, mäandrierenden Nebenflüssen kürt. Vieles an dieser Frau erscheint sehr klassisch: Ihre hochgesteckte Frisur, das streng feminine Outfit, der lässige Hang zu Freiräumen in ihren warmherzigen Arrangements, die Old School-Instrumentierungen. Dass ihr viertes Album „Soul Flower“ wie viele der alten Motown-Meilensteine genau ein Dutzend Songs enthält, sieht ebenfalls
nicht nach purem Zufall aus. Manche dieser Perlen kommen einem irgendwie bekannt vor, doch nur drei von ihnen sind tatsächlich Coverversionen. Außer Burt Bacharachs „Walk On By“, „To Love Somebody“ von Barry und dem jüngst verstorbenen Robin Gibb sowie Sinatras „I’m A Fool To Want You“ stammen die wie aus dem Fundus amerikanischen Musikschaffens erscheinenden Songs alle von – Robin McKelle.

Die 1976 in Rochester, New York als Robin McElhatten geborene Sängerin studierte klassisches Piano und spielte zehn Jahre lang Flügelhorn, bevor sie als Background-Sängerin auf Tour ging und schließlich 2004 in Washingon D.C. die „Thelonius Monk Vocal Jazz Competition“ gewann. Die Türen öffneten sich und McKelle musizierte in der Folgezeit mit George Duke, Wayne Shorter, Herbie Hancock, Carly Simon, David Bowie, Don Grusin und Michael McDonald, um nur einige zu nennen.

Vor allem aber, das beweist „Soul Flower“ eindrucksvoll, hat sie sich einen eigenen Stil zwischen Retro-Sounds und zeitgemäßen Stilen erarbeitet, der die Tugenden beider Spielarten vereint. Neben Gästen wie Lee Fields und Gregory Porter und vor ihrer exquisiten Band agiert Robin McKelle fast so, als sei der Motown Soul in ferner Zukunft wie ein Dinosaurierei im Jurassic Parc nochmals ausgebrütet worden. Warum das nicht nach Rückschau und Konserve klingt?
Wir wissen es nicht – und wir wollen es auch gar nicht wissen. Es ist aber so.
Yeaaahhh!