treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

JOOP ADMIRAAL

DU BIST MEINE MUTTER. theaterensemble TOACT

Ein wunderbares Stück Theater über das Vergessen & das Abschiednehmen. Ein Sohn besucht seine an Demenz erkrankte Mutter und lockt sie jeden Sonntag für ein paar Momente zurück in die normale Welt. Mutter & Sohn: Thomas Lackner Regie: Katharina Welser. Ausstattung Christine Brandi.

Der 45-jährige Joop besucht jeden Sonntag seine an Alzheimer erkrankte 80-jährige Mutter im Pflegeheim. Er verbringt einige Zeit mit ihr und wiederholt mit großer Geduld die immer gleichen Rituale. Gemeinsam erinnern sie sich an vergangene Zeiten, schöne Erlebnisse, aber auch Kränkungen kommen zutage und Joop sieht sich mit der Frage konfrontiert, wie er dem Verfallsprozess und ihrer wachsenden Lebensmüdigkeit begegnen soll. Einfühlsam, unsentimental und komödiantisch beleuchtet das Stück den Umgang erwachsener Kinder mit ihren pflegebedürftigen Eltern und wirft ein ganz neues Licht auf die Chancen und Abgründe dieser Situation, der jeder von uns früher oder später begegnen kann.


Joop Admiraal (Niederlande 1937 – 2006) war Schauspieler am bekannten Het Werkteater Amsterdam. 1981 hat er das Stück zusammen mit dem Regisseur Jan Ritsema in 8 Monaten Probenzeit entwickelt. Er habe „Wirklichkeit zu Kunst gemacht“, hieß es in der Jury-Begründung, als er für „Du bist meine Mutter“ den „Louis d’Or“, die höchste niederländische Auszeichnung für Schauspieler, erhielt. In Deutschland wurde er u. a. mit dem begehrten Adolf-Grimme-Preis für die Filmfassung des Stücks ausgezeichnet



"Glaubst du denn an überhaupt nichts, Mutter?
Nein, natürlich nicht. Man ist einfach ein Blatt an einem Baum, das runterfällt und vergeht. Siehst du den Baum da, so schön mit dem ... weil das Licht da so ... ich bin nie ... ich wußte nie, daß es so, so schön sein kann. Alles ist so schön, und du, du strahlst so. Wie jung du bist! Wie alt bist du eigentlich?
Was denkst du, Mutter?
Nun, zwanzig, dreißig.
Nein, ich bin schon vierundvierzig.
Bist du schon vierundvierzig?
Ja, und wie alt, denkst du, bist du selbst?
Auch so vierzig, dreißig vielleicht.
Nein, Mutter, du bist schon achtzig.
Bin ich schon achtzig?
Aber, Mutter, du kannst doch nicht genauso alt sein wie ich.
Das stimmt, ich bin ja schließlich deine Mutter.
Ja."