treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

EDMAR CASTANEDA

EDMAR CASTAÑEDA: VIRTUOS AUF DER HARFE -  JAZZ & WELTMUSIK AUS KOLUMBIEN

Jazz und Harfe? Diese ungewöhnliche Kombination klingt bei Edmar Castañeda schon beim ersten Hinhören sehr vertraut. Denn in Kolumbien, dem Heimatland des Wahl-New-Yorkers, gilt die "arpa" nicht als exotisches Orchesterinstrument mit Engelsklang. Vielmehr prägt das vielsaitige Instrument dort die Volksmusik in einem ganz erheblichen Ausmaß. Insofern ist Castañedas Harfenspiel kein gimmickhaftes Alleinstellungsmerkmal, sondern das natürliche musikalische Ausdrucksmittel des 34-Jährigen. Dass es dabei gelegentlich auch etwas temperamentvoller zugeht, liegt nahe. Dementsprechend erwarten den Zuhörer kraftvolle lateinamerikanische Rhythmen und zupackende Improvisationen anstatt abgehobener Sphärenklänge. Und doch wohnt der Harfe als Jazzinstrument eine eigene Poesie inne, die am besten live zu erfahren ist.

Edmar Castaneda, 1978 in Kolumbien/Bogotá geboren, seines Zeichens Latin Jazz Harfinist hat –nach seinem Umzug nach New York- die Bühnen des Big Apple buchstäblich im Sturm erobert. Harfespieler ist er; und das obwohl die Harfe, gerade im Kontext des zeitgenössischen (Latin-) Jazz eher wenig bis gar keine Beachtung findet! Edmar ist in dieser Hinsicht jedoch ein absolutes Ausnahmetalent und hat es auf so wundersame wie meisterliche Art und Weise geschafft, sowohl die Kritiker als auch das Publikum eines besseren zu belehren.

So auch der legendäre Paquito D’Rivera, an dessen Album Edmar ebenfalls beteiligt war und welches dann mit dem Latin Grammy Award ausgezeichnet wurde:

„ Edmar hat ein enormes Talent! Er besitzt die Vielseitigkeit und das bezaubernde Charisma eines Musikers, der die Harfe aus ihrem Schattendasein befreite, um somit einer der originellsten Musiker des Big Apple zu werden.“

Bereits seine Eltern –sein Vater ist ebenfalls Musiker- erkannten seine leidenschaftliche Begeisterung für die Musik. Damals besuchte er noch regelmäßig Joropo-Tanzstunden zusammen mit seiner Schwester („joropo“, ein traditioneller kolumbianischer Tanzstil), die zu seine Bühnenpräsenz nachhaltig prägten. Die dazugehörige Musik war ebenfalls überwiegend durch die kolumbianische Harfe geprägt. Schaut man sich Edmar’s Bühnen-Performance vor diesem Hintergrund heute etwas genauer an, so fällt einem schnell auf, dass seine Art wie er sein Instrument angeht, bewegt, umschlingt und spielt, glänzend durch seine meisterleichen Cross-Rhythms und Akkord-Nuancen, die selbst schwer-umjubelten Flamenco Guitarristen ihr ganzes Können abverlangen würden; dass diese Performance sehr von den „Joropo-Tanzstunden seiner Kindheit beeinflusst ist, und dass eben dies seiner Bühnenpräsenz etwas wirklich einzigartiges verleiht.

Edmar’s neuestes Album, ‚Entre Cuerdas’, brachte ihm die Aufmerksamkeit vieler Rezensenten und Fans ein. Dieses Album, auf welchem unter anderem Künstler wie Marshall Gilkes (Trombone) und Dave Silliman (Drums & Percussion) vertreten sind, ist erst sein zweites Werk als Bandleader, doch es belegt eindrucksvoll seine erstaunlichen künstlerischen Fertigkeiten. Als Special Guests erscheinen auf dem Album außerdem Joe Locke (Vibes), John Scofield (Gitarre), Andrea Tierra (Vocals) und Samuel Torres (Cajon).

Seine bisherige Karriere umfasst unter anderem Auftritte mit Paquito D’Rivera bei seinem Carnegie Hall Tribute, dem DC Jazz Festival (früher bekannt als Duke Ellington Jazz Festival), Gigs auf dem Jazz at Lincoln Center, Auftritte im John F. Kennedy Center for the Performing Arts, dem Tanglewood Jazz Festival, dem 10. jährlichen World Harp Congress, sowie zahlreichen Kooperationen und Gastspielen mit Künstlern wie D’Rivera, Wynton Marsalis und dem Jazz at Lincoln Center Orchestra, John Scofield, Chico O’Farrill ‘s Afro-Cuban Jazz Big Band und John Patitucci.

Mittlerweile hat Edmar Castaneda sogar eine Aufmerksamkeit als Komponist gewinnen können. Erst kürzlich hat ihn CAMAC Harps aus Frankreich, die ihm zu seinen Ehren eine eigene Harfe kolumbianischer Art angefertigt und designt haben, damit beauftragt zusammen mit dem preisgekrönten argentinischen Komponisten und Arrangeur Carlos Franzetti ein neues Werk zu schreiben.