treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

DOLCE ViTA. VOM SCHöNen LEBEN. GESCHICHTEN & MUSIK. EINTRiTT FREI*WiLLIG

für die konzerte & filme im zeughaus gibts platzkarten - die gibts aber nur online, hier auf www.treibhaus.at - die restln gibts am spieltag ab 16uhr im treibhaus. für konzerte im treibhaus gilt: der frühe vogel - il primo uccello...

INNSBRUCKER  BAUERNTHEATER & RITTERSPIELE

Der Schurkische Kuno von Drachenfels.

Das "erschröcklich blutige" Ritterstück in drei Bildern mit 9 Mitwirkenden und 10 Toten von Vulmar Lovisoni
Seit nunmehr 50 Jahren gehört diese Ritterparodie zum kulturellen Sommerprogramm der Landeshauptstadt Tirols. Über 1200 Aufführungen stellen sicher den österreichischen Rekord als das am häufi gsten gespielte Theaterstück dar. Die Antwort auf die Frage, wer dieses Stück am häufi gsten besucht hat, kennen wir nicht. Es gibt aber einige Zuseher, die den »Kuno« schon über 20 mal sterben gesehen haben. Langweilig wird der »Kuno« trotzdem nicht, dafür sorgen schon die alljährlich aktualisierten Seitenhiebe auf die Welt- und Lokalpolitik sowie auf Prominente aus Kunst und Kultur. Sie dürfen also gespannt sein auf die heurige Version des »Schurkischen Kuno«. Und seien Sie versichert, dass bei ausreichendem Applaus und kräftigen »No amol«-Rufen die Exekution Kunos wiederholt wird.
Leider ist unsere bisherige Spielstätte, der »Kranbitter-Stadl«, abgebrannt. Wir haben jedoch für den »Kuno 2012« in der  stimmungsvollen Bühne des Treibhaus-Turms zu Innsbruck Asyl gewährt bekommen und freuen uns, Sie hier begrüssen zu dürfen. Strapazieren sie
einen Abend lang Ihre Lachmuskeln und lernen Sie dabei auch die kulinarischen Genüsse aus der Küche des Treibhauses kennen.

Ritter Kuno von Drachenfels: Werner Frank
Kunos Knappe: Robert Weißnicht / Erwin Jenewein
Euphrosine, Kunos Gemahlin: Cornelia Schuster / Marion Frank
Portiunkula, Euphrosines Zofe: Waltraud Rehm / Ruth Ebner
Ritter Tassilo von Bärenfels: Dieter Zoller
Tusnelda, Tassilos Tochter: Kathi Schwaiger
Tassilos Knappe, auch »Esmeralda«: Manfred Sonntag
Eine Magd: Christine Tscherner / Anni Geiger
Einsiedler: Hans Schneider
Regie: Erwin Jenewein
Technik: Erwin Hilweg


*******

aus:
http://www.sagen.at/texte/gegenwart/oesterreich/tirol/innsbruck/derschurkischekuno.html

Der schurkische Kuno von Drachenfels

Auf der Traditions-Volksschauspielbühne im "Bierstindl" in Innsbruck wird seit 1951 das Volksstück "Der schurkische Kuno" aufgeführt. Das "erschröckliche" Ritterstück mit 9 Mitwirkenden und 10 Toten ist fixer Bestandteil der Innsbrucker Kultur.

Dieses Volksschauspiel, schon Legende an sich an diesem Spielort, wird besonders aufgewertet, durch eine ergreifend spannend inszenierte Köpfung des Hauptdarstellers mittels schaurig großem Henkersbeil am Ende der Darbietung.

Obwohl die Köpfung des eigentlichen Hauptdarstellers vermutlich nicht real erfolgt, oder auch möglicherweise gerade deshalb (?), wird erzählt, daß das Publikum um Wiederholung der Köpfung ("Noamol") applaudiert.

Bei einer durchschnittlichen Köpfungsfrequenz von 2 - 3 Pro Aufführung haben bei zwischenzeitlich mehr als 1000 Aufführungen auch schon an die 3000 Besucher ihren Kopf verloren.

Es wird erzählt, daß durchaus mehr als ein Dutzend Wiederholungen der Köpfung vom Publikum verlangt werden.

Ergänzung von Max Siller, 15.August 2002:

Die Aufforderung zum abermaligen Köpfen des schurkischen Kunos von Drachenfels lautete nach meiner Erinnerung aus Studentenzeiten (Anfang der 70er Jahre): "nou amål!" ('noch einmal!'). Bisweilen brüllte der
ganze Saal: "nou amål!" Das Stück wurde auch bei anderen Passagen "interaktiv", insofern als Zuschauer immer wieder laute Kommentare hineinschrien und die SchauspielerInnen (eventuell in Versform)
darauf reagierten.


Ergänzung von Hanno Zanier, 28.Oktober 2002:

Während meiner Studienzeit besuchte ich mit einer „Blasn“ von Kollegen erstmals eine Aufführung im Bierstindl: die Vorstellung war halb mit Einheimischen, halb mit Ossis besetzt. Zunächst wurde die Burg beschossen, wobei bei einem Bühnenfenster eine Kegelkugel mir den drei markanten Löchern für die Finger
hereingeworfen wurde. Dann wurde ich im Dunkeln, anlässlich eines Marsches durch einen fiktiven Gang als "Geischt, a ganz besonders Schiacha" ausgeleuchtet. Als dann der Hauptdarsteller - schon leicht eluminiert - auf den Kirschen, die er drehbuchgemäß zur Beruhigung zunächst mit einem Faustschlag auf den Tablettrand auf den Bühnenboden beförderte, wenig später darauf ausrutschte und auf den Bretterboden donnerte, lagen alle, auch die deutschen Gäste, die bis dahin nicht viel verstanden haben konnten, endgültig lachend unter den Sesseln.

Quelle: mündliche Erzählung an den Autor.
© Wolfgang Morscher