treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

ANTHONY B

der dance-hall superstar aus jamaica

One for the Ladies! Anthony B. ("Fire Pon Rome") ist ein Held in der Damenwelt und ganz nebenbei einer der "hardest working man in Reggaebizz". Sein Tonträger-Output auf Jamaica zählt weit über 150 Singles. Der bekennende Bobo Dread, der schon vor zwei Jahren die Summerjam-CrowdS der europäischen festivalsmit seiner tighten Liveshow verzückte, kombiniert gekonnt politisch motivierte Roots Lyrics mit schmissigen Ragga Riddims, so dass auch Dancehall- Dons voll auf ihre Kosten komme

Schon wieder ein Anthony B-Album? Warum nicht, wenn das Ergebnis so angenehm zu hören ist? Auf dieser Single-Compilation sammeln sich seine Dancehall-Füller der letzten Monate wie "Police" und weiterhin bewegende Tunes wie "Not Guilty" oder "Good Cop And Bad Cop".
Fast jeder Song ist von einem anderen Produzenten, darunter bekannte Namen wie Bobby Digital oder Sugar Roy. So reicht auch die Palette der Songs von purer Oldschool ("World Free"), über ska-beeinflusst ("Dancing Mood") und Dancehall ("Revelation") bis zu klebrig-verkitscht ("Gun Powder"). Langeweile kann da nur beim notorischen Offbeat-Hasser aufkommen.


Angenehm ist Anthony B auch deshalb, weil in seinen Songs mehr Inhalt steckt als nur "Put da hands in di air" oder "party like dis". Er bezieht Stellung und drückt sie in seinen Songs aus. "Ghetto Man Do Dat" oder "Police" sprechen eine deutliche Sprache.

Wer auf dem Cover so demonstrativ mit einem Spliff posiert, kommt nicht daran vorbei, eine Marihuana-Hymne abzuliefern. Anthony B entscheidet sich für eine Cover-Version von "Pass The Kutchie" der Mighty Diamonds, mit denen er zusammen den Song einspielt. 22 Jahre hat der Klassiker schon auf dem Rücken und wurde deshalb fast auf das Doppelte beschleunigt. So wird aus dem 7-Minuten-Lied ein knapp vierminütiges Stück. Der wummernde 4/4-Bass ist sehr gewöhnungsbedürftig, doch die Diamonds-Harmonien helfen bei der Beruhigung. Zwei andere Cover sind "Two Seven Clash" (Culture) und "Key To Your Heart" (Courtney Melody).
Um es gleich vorweg zu nehmen: ein schönes Album! Allerdings nicht durchgängig, doch dazu mehr im Detail. Bei "Street Knowledge" handelt es sich um eine Zusammenstellung von Singles auf dem französischen Label Nocturne. Gleich der Opener ist der Hammer! Hier kombiniert Anthony B seinen Style mit dem alten und wunderbaren Klassiker "Two Sevens Clash" von Culture. Dabei profitiert seine Version auch durch die Stimmen und vor allem die eingängige, schöne Melodie des Originals, schafft es aber, eine eigene Note zu bekommen. Eine derartige Neu-Alt-Kombination kann man ebenfalls auf dem letzten Tune des Albums mit den Mighty Diamonds bei "Pass The Kutchie" hören, allerdings nicht ganz so überzeugend wie beim Opener! Ebenfalls gut und aus dem Bereich des Conscious- bzw. Politreggae stammend sind "Police", "Ghettoman Do That" und "Good Cop, Bad Cop" nebst anderen. Anthony B zeigt hier, was stilistisch in ihm steckt. Dennoch gibt es auch deutlich schwächere Titel zu hören. So folgt "Dancing Mood" dem Titel "World Free" (feat. Doniki) und dieses Aufeinanderfolgen kann krasser nicht sein. Während "World Free" auf dem Riddim, den auch "Armageddon Times" zierte, restlos überzeugen kann, sinkt "Dancing Mood" auf die Ebene eines seichten und überflüssigen Schubidu-Reggae herab und stört eigentlich nur! Ebenfalls schwächer gibt sich "Wine And Roses". "Street Knowledge" kann also nicht dadurch glänzen, "all killers and no fillers" zu präsentieren, ist aber dennoch ein gutes Album mit einigen sehr sehr guten Highlights! Mir persönlich gefällt es besser als "That's Life" auf VP.