treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

ARVE HENRIKSEN

die SUPERSILENT-TROMPETE erkundet, was Rilke den Welt-Innenraum nannte

Die Musik berührt, ob man will oder nicht. Schöne Momente, klagende Szenen, Tieftrauriges, wunderbar Warmes, die ganze Palette von Gefühlen wird hier aufgewühlt. Dabei ist es zunächst schwer, einen Zugang zu finden, weil es befremdlich wirkt. Hat man das „Fremdeln“ abgelegt, dann öffnet sich diese Welt jedoch auf wundersame Weise.
Diese Welt besteht dann aus Elementen ernster Musik, aus Jazz in weitestem Sinne, aus Folkelementen, ein Soundtrack für einen mystischen Film......... bisweilen sehr unheimlich, Psychedelic...., gelegentlich scheint Robert Wyatt zu singen....
Musik, die aus dem Nichts auftaucht, eine seltsame Stimmung verbreitet, die zum konzentrierten Zuhören zwingt, und sich dabei so langsam in die Seele bohrt......
Wie mit einer Sonde erkunden, was Rilke den Welt-Innenraum nannte. Das Ohr muss mit auf diese Reise, es muss ganz dicht heranfahren, um die minimalen Verschiebungen, das feine Oszillieren des Klangs nicht zu verpassen. Es muss hören, wie Arve Henriksen seine Trompete in eine von fern herbeiwehende Flöte verwandelt.......
Diese innere Welt besteht dann aus Elementen ernster Musik, aus Jazz in weitestem Sinne, aus Folkelementen, ein Soundtrack für einen mystischen Film.........

ARVE HENRIKSEN trumpet
JAN BANG live sampling
AUDUN KLEIVE drums perc

Chiaroscuro
plattenkritik
"In den ersten Stunden des Tages kann das Bewußtsein die Welt umfassen, wie die Hand einen sonnenwarmen Stein ergreift." (Tomas Transströmer) das ist mir, muß ich zugeben, viel eher abends oder nachts gelungen, wenn ich kurz vorm einschlafen auf die geräusche höre, die durchs fenster hereinkommen. aber plötzlich gibt es da eine weite, als könne man in der tat die ganze welt fassen. arve henriksen muss das nicht nur ebenfalls hören können, arve henriksen kann es auch noch reproduzieren, und man hört in dieser musik die sonne gleichzeitig auf und untergehen, sich auf einem fjord spiegeln(der naturgemäß nicht fehlen darf) wie in den regenpfützen der metropolen. man sieht nomaden durch die wüste ziehen, satelliten einsam ihre umlaufbahn ins nichts zeichnen, man sieht natürlich noch unermesselich viel mehr, was dann wohl wirklich nur in klang zu fassen ist. für diese cd ist man geneigt 3/4 seiner sammlug zu verkaufen, weil es neben der grandiosen weite und einfachheit dieser musik einfach belanglos, prahlerisch oder gekünstelt klingt. großartige musik und große kunst eben. von der art, dass sie uns an die welt, das leben und die liebe glauben lässt.

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Der Trompeter Arve Henriksen ist einer der auffälligsten und unverwechselbaren Musiker, die im Laufe der letzten zehn Jahre auf der norwegischen Jazzszene aufgetaucht sind. Wie einige andere Jazzmusiker der jüngeren norwegischen Generation kann er weder als ein Vertreter des sogenannten "nordischen Sounds" betrachtet noch alleine dem Jazzgenre zugerechnet werden. Entwickelt hat Arve Henriksen seinen unverwechselbaren Klang in Jon Balkes Magnetic North Orchestra - mit dem er ein ganzes Jahrzehnt hindurch immer wieder auf Tournee ging -, beim Zusammenspiel mit dem Christian Wallumrød Ensemble, den diversen Gruppen des Saxophonisten Trygve Seim und der Band Supersilent, die auf immer wieder neue, überraschende Weise elektronische und improvisierte Musik miteinander verknüpft und als Flaggschiff des Labels Rune Grammofon gilt.

"Henriksens rauchig-verhangener Ton erinnert einen an Jon Hassell und seine kühnen, expressiven Verwischungen rufen einem Lester Bowie in den Sinn, musikalisch aber verfolgt Henriksen einen 'globalen' Stil, der absolut einzigartig ist." - Cyclic Defrost Magazine (Canada), September 2004
Schon für sein 2001 bei Rune Grammofon erschienenes Debütalbum "Sakuteiki" (RCD 2021) erntete Arve Henriksen einhellig begeisterte Kritiken. Der Jazzkritiker von BBC Online nannte es ein Album "von seltener und bezwingender Schönheit" und schrieb, Henriksen Art Musik zu machen, sei "so natürlich und essentiell wie Atmen."
Für die Realisierung seines zweiten Soloalbums "Chiaroscuro" tat sich der Trompeter mit dem Schlagzeuger Audun Kleive (der nicht nur durch seine eigenen Aufnahmen für Bugge Wesseltofts Label Jazzland Recordings bekannt ist, sondern auch durch seine ECM-Einspielungen mit Terje Rypdal) und dem Klangkünstler Jan Bang (einem gelegentlichen Begleiter von Nils Petter Molvaer, Bugge Wesseltoft und Ketil Bjørnstad) zusammen. Das Trio kreiert evokative musikalische Soundscapes, in denen die Klänge der Trompete den natürlichen Mittelpunkt bilden. Aber es gibt auch Platz für die wortlosen Vokalisen, mit denen Arve Henriksen schon auf einigen Supersilent-Aufnahmen verblüffte. "Chiaroscuro" dürfte Fans von Ambient Musik genauso ansprechen wie eingefleischte Jazzhörer oder Freunde sogenannter Weltmusik.
Wie "Sakuteiki" wurde auch "Chiaroscuro" an diversen Orten in Norwegen aufgenommen, nur daß es diesmal in einem Live-Kontext geschah. Den letzten Schliff verpaßten den Aufnahmen bei der Abmischung schließlich die beiden Klangkünstler Jan Bang und Erik Honoré.

Arve Henriksen ist ein Trompeter aus Norwegen und zusammen mit Audun Kleive, Perkussion und Jan Bang (livesampling und samples) wird hier eine fließende, irgendwie unarrangierte Musik geschaffen, die aus dem Nichts auftaucht, eine seltsame Stimmung verbreitet, die zum konzentrierten Zuhören zwingt, und sich dabei so langsam in die Seele bohrt......

Dabei verbindet Henriksen den oft sehr verfälschten Klang seiner Trompete mit seinem wortlosen „Singen“, so dass beide Klänge mitunter zu verschmelzen scheinen. So klang eine Trompete bisher nicht. Henriksen scheint hier einen neuen Sound zu suchen. Atmosphärisch wird eine mystische Klangwelt geschaffen, die ihre Quellen auch aus Fernost herholt. „Chiaroscuro“ bedeutet Licht und Schatten, und das findet hier man auch beides...

Die Musik berührt, ob man will oder nicht. Schöne Momente, klagende Szenen, Tieftrauriges, wunderbar Warmes, die ganze Palette von Gefühlen wird hier aufgewühlt. Dabei ist es zunächst schwer, einen Zugang zu finden, weil es befremdlich wirkt. Hat man das „Fremdeln“ abgelegt, dann öffnet sich diese Welt jedoch auf wundersame Weise.
Diese Welt besteht dann aus Elementen ernster Musik, aus Jazz in weitestem Sinne, aus Folkelementen, ein Soundtrack für einen mystischen Film......... bisweilen sehr unheimlich, Psychedelic...., gelegentlich scheint Robert Wyatt zu singen....