treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

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TROST & ERMUTiGUNG: LiEBE iN ZEITEN DER CHOLERA *** täglich gibts auf dieser seite ein neues trostpflaster aus der treibhaus-suppenküche * verbandwechsel ist jeden tag um 6nach6 * zum nachschauen gibts den link oben (radio / tv) - die coronathek * heute ab 18:06 : KARL VALENTiN & LIESL KARLSTADT - MUSIK ZU ZWEIEN.

ALEXA FESER

Alexa Fesers Songs sind bestechend präzise formulierte Kurzgeschichten ​über die Liebe und das Leben, das Scheitern und wieder aufstehen,  getragen von großartigen Melodien - eindrucksvolle Gemälde aus Musik. Gesungen mit der Intimität eines Singer-Songwriters - ohne sich in den engen Grenzen dieses Genres zu halten: Auf ihrem ersten, von Andreas Herbig produzierten Major-Album entfalten Alexa Fesers Songs ihr ganzes, eindrückliches Potenzial aus Leise und Laut, intelligenter Reflexion und emotionaler Wucht. „Gold von morgen“ heißt ihr aktuelles Album und es ist unüberhörbar Alexa Feser: ein klares Statement, in Wort und Ton. Alexa Feser lässt man am besten einfach sprechen. Dann diktiert sie, mit wundersamer Beiläufigkeit und strahlenden Augen, reihenweise überschriftsreife Sätze - so schnell, dass der Stift kaum folgen kann.
Etwa: „Ich habe noch nie im Regen geweint. Ich liebe Regen - er klingt wie Applaus.“
Oder: „Als Songschreiberin bin ich die Diktatorin eines Systems aus weißen und schwarzen Tasten. Und ich kann dieses System ins Chaos stürzen, wann immer ich will.“
Oder auch: „Wenn man in einem Song die Wahrheit sagt, dann kann man das auch ganz leise tun. Die Wahrheit ist lauter als einhundert Rammstein-Konzerte.“
Noch klarer als im Gespräch ist Alexa Feser, wenn sie ihr stupendes Wortgefühl dafür nutzt, ihre Wahrheiten nicht nur in Sätzen, sondern in ebendiesen leisen und doch so lauten Songs auszudrücken. Mit ihrem Klavier, ganz besonders mit ihrer herben, gebrochen-schönen und ganz und gar eigenen Art zu singen: „Mir geht es nicht nur um Inhalte und Texte. Ich will, dass man die Geschichten nicht nur in den Zeilen lesen, sondern auch in der Stimme hören kann. Ich will auch nicht schön singen - ich will so singen, dass man mich emotional versteht. Ich will aus Wunden Weisheiten machen.“

Nicht immer beginnt eine Musikerkarriere mit dem Erfolg über Nacht. Im Gegenteil, Shooting-Stars bilden eher die Ausnahme. Viel öfter steckt hinter der ersten richtigen Alben-Veröffentlichung jahrelanges Ringen um den eigentlichen, den eigenen Weg. So auch im Falle der Berliner Sängerin und Songwriterin Alexa Feser.

Die Künstlerin kommt am 30. Dezember 1979 in Wiesbaden zur Welt. Das junge Mädchen zeigt sich bereits in früher Jugend als musikalisch höchst begabt, und erhält mit vier Jahren Klavierunterricht. Nicht ganz unschuldig an Alexas Begeisterung für die Welt der Klänge: Ihr Großvater, der als Jazzpianist auch in New York aktiv ist. In den Folgejahren übt sich die Heranwachsende im Tanz, hier besonders im Bereich der lateinamerikanischen Standardtänze.

Ein Umzug nach Berlin eröffnet neue Horizonte. Das Geld für ein ab 1999 anstehendes Studium der Musikwissenschaften verdient sich Alexa mit allerlei kleinen Nebenjobs, darunter die Arbeit an Radio-Werbejingles, DJane in angesagten Clubs, Zeitungszustellerin und Tresenbedienung. Später reist sie für 1 1/2 Jahre sogar als Flugbegleiterin rund um die Welt.

Doch die Musik lässt sie nie los. Es gelingt ihr, sich als Backgroundsängerin für etablierte Künstler einen Namen zu machen: So wirkt Alexa an Aufnahmen für u. a. Joana Zimmer, den No Angels, Thomas Anders und Ricky Martin mit. Der Produzent Peter Ries erkennt das Potential der Nachwuchskünstlerin - und 2008 erscheint unter dem Künstlernamen Alexa Phazer die erste Single Single "Hypnotisiert". Ihr folgt im selben Jahr das Debütalbum "Ich Gegen Mich", doch der ersehnte Durchbruch findet (noch) nicht statt.

Die Begegnung mit dem Songwriter Steve van Velvet führt zu einer fruchtbaren, gemeinschaftlichen Arbeit an Songs. Für die Produktion eines neuen Albums können sie Produzent Andreas Herbig gewinnen, der bereits erfolgreich mit u. a. Udo Lindenberg, Adel Tawil sowie Ich + Ich zusammenarbeitete.

Unter ihrem Geburtsnamen Alexa Feser kommt im Herbst 2014 der Longplayer "Gold Von Morgen" heraus - und erntet auf Anhieb ein positives Medien-Echo. Feser-Songs bestechen durch eine gleichermaßen originelle wie auch poetische Bildersprache, die aber nie verquast herüberkommt, sondern immer mitten im Leben steht. Die Gewichtung auf ruhiger angelegte Titel sind für Alexa dabei Ausdruck ihrer ganz persönlichen künstlerischen Einstellung: "Wenn man in einem Song die Wahrheit sagt, dann kann man das auch ganz leise tun. Die Wahrheit ist lauter als einhundert Rammstein-Konzerte."

Alexa Feser kann sehr hartnäckig sein. Jahrelang versucht die zierliche Sängerin aus Wiesbaden, im Musikbusiness Fuß zu fassen. Unzählige Male verschickt sie Demotapes - 2008 dann die große Chance: Die 1979 geborene Hessin nimmt das Album "Ich gegen mich" auf und verliert den Kampf. Die selbst geschriebenen Pop-Songs verhallen ohne großes Echo. Trotz Enttäuschung gibt die junge Frau nicht auf. Sie schreibt neue Lieder und versucht erneut, ein Label zu finden.

Jahrelang kommen nur Absagen oder - noch schlimmer - gar keine Reaktionen. Als sie sich langsam mit dem Gedanken anfreundet, als Brotberuf doch etwas anderes zu machen, klingelt das Telefon. Eine Dame von Warner Music ist dran. Sie ist begeistert von Fesers Demovideo, auf dem sich die Wahlberlinerin neben ihrem Stamminstrument Klavier auch mit der Ukulele begleitet. Die Künstlerin erhält eine Einladung zu einem Vorspiel in Hamburg und überzeugt. Endlich wird wahr, wovon sie so lange geträumt hat: Sie erhält einen Plattenvertrag.

Monatelang feilt die Musikerin zusammen mit dem Songwriter Steve van Velvet an ihren Liedern. Die Produktion übernimmt Andreas Herbig, der schon mit den Größen Udo Lindenberg, Adel Tawil und Ich + Ich zusammengearbeitet hat. Heraus kommt das nachdenkliche Deutsch-Pop-Album "Gold von morgen" mit Kompositionen, die Spiegelbild ihrer Seele seien, so die Künstlerin.

Das Medienecho ist positiv, der Tonträger erreicht Anfang Oktober 2014 Platz 44 der Charts und Alexa Feser geht auf eine erfolgreiche Tour. Kurz vor Weihnachten blickt die Durchstarterin zurück auf ein großartiges Jahr und bedankt sich überschwänglich auf Facebook: "Ich kann gar nicht wirklich in Worte fassen, was das für ein unfassbar, bewegendes Jahr für mich war. Danke für die tollen Momente auf der Tour, Danke für Euren großartigen Rückhalt und Danke dafür, dass Ihr mich meinen Traum leben lasst. Ihr seid das, nach dem ich lange gegraben und jetzt gefunden habe."

Das musikalische Talent hat Alexa Feser von ihrem Großvater geerbt, der als junger Mann in die USA auswandert und sich dort als Jazzpianist durchschlägt. Auf Familienfesten unterhält er die Gesellschaft mit Stücken von Gershwin und Brubeck. Die Enkelin beeindruckt vor allem seine Hingabe und Leidenschaft für die Musik. Angestachelt von dem großen Vorbild beginnt sie mit fünf Jahren, Klavier zu spielen.

Als Schülerin geht sie in den Chor. Hier entdeckt das Mädchen sein Gesangstalent. Bald beginnt Alexa, sich eigene Songs auszudenken und mit 17 Jahren steht für sie fest: "Ich will Musikerin werden". 17 Jahre lang finanziert sie das Streben nach einer Künstlerkarriere durch Nebenjobs. Die aparte Blondine trägt Zeitungen aus, arbeitet als DJane, Messehostess, in der Gastronomie, als Flugbegleiterin und als Backgroundsängerin.

Jetzt kann die Singer-Songwriterin ihren Lebensunterhalt endlich durch die Musik bestreiten und hofft, dass das so bleibt. Der Start beim deutschen Vorentscheid für den ESC in Wien könnte ihr dabei helfen. Die Sängerin freut sich über diese Chance: "Ich bin sehr glücklich, dass man mich gefragt hat, ob ich am deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teilnehmen möchte. Natürlich habe ich sofort ja gesagt. Insbesondere auch, weil ich es spannend finde, mich mit einem deutschsprachigen Lied für einen internationalen Wettbewerb zu bewerben. Das wird bestimmt ein interessanter und bunter Abend mit tollen Kollegen." Und das wird es auch. Alexa Feser kommt beim Publikum gut an, schafft es unter die besten vier. Doch dann ist für die Sängerin Schluss - das Ticket zum Song Contest nach Wien ersingt sie sich nicht.