treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

TERAKAFT

DESERT GANG OF GUITARS: Rebel Music & Desert Blues der TUAREG -  MALI

TERAKAFT heißt „Karawane“ auf Tamasheq, der Sprache der Tuareg. Der Bandname symbolisiert einen Pfad, über den musikalische Tradition und politische Geschichte mit Zukunftsvisionen verknüpft und über die Grenzen der eigenen „Roots“ hinaus in die Welt getragen werden. Durch transnationale Begegnungen und Kollaborationen entstehen so immer neue globale Fusionen aus groovigem Desert Blues, verwobenen Rock Riffs, modernem Sahel-Sound, kargem Ishumar-Style, mystisch-islamischen Zikr-Gesängen und engagierter Rebel Music. Ursprünglich stammt die Gruppe um Diara (Gitarre, Vocals), seine Neffen Sanou (Gitarre, Vocals) und Abdallah Ag Ahmed (Gitarre, Bass, Vocals) sowie Percussionist Mahamad Moka aka Tohandy aus Kidal, der Hauptstadt der Region Adrar im Nordosten Malis, die bereits seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1961 Ausgangspunkt mehrerer Freiheits-Rebellionen war.

Wer jemals die Luft der Sahara geschnuppert, die Stille erfahren, die Weite der vermeintlich lebensfeindlichen Wüste kennen- und liebengelernt hat und mit den umherziehenden Tuaregs auf Tuchfühlung gegangen ist, kommt um die Klänge der Gruppe Terakaft nicht herum.
Musik weit weg vom Mainstream. Musik, die Ohr und Herz berührt, uns ein Stück vom afrikanischen Kontinent musikalisch näher bringt und gleichzeitig auf die Probleme eines Volksstammes aufmerksam macht.

Terakaft heisst in der Tuareg-Sprache "Karawane" und symbolisiert den Pfad der Band, der Tradition und Geschichte mit Zukunftsvisionen verknüpft und in die Welt trägt. Ursprünglich stammt die Gruppe um Diara (Gitarre, Vocals), seine Neffen Sanou (Gitarre, Vocals) und Abdallah Ag Ahmed (Gitarre, Bass, Vocals) sowie Percussionist Tohandy aus der Regions-Hauptstadt Kidal, wo seit der Unabhängigkeit 1961 mehrere Aufstände ihren Ursprung hatten. Terakaft-Gründer Kedou und Bandleader Diara sind Ex-Mitglieder von Tinariwen, die ja ebenfalls dem Adrar des Iforas im Norden Malis entstammt. Auch sie zogen einst mit Kalaschnikovs und Gitarren in den Freiheitskampf, den sie bei Gaddhafi in Libyen trainierten und erstmals die Rebellen-Musik von Bob Marley, Bob Dylan und Jimi Hendrix impliziert bekamen. 2005 gründeten Tinariwen und Terakaft die Länder übergreifende NGO "Taghreft Tinariwen" (Verein zur Entwicklung der Orte in der Wüste), der heute als friedliches Symbol des Tuareg-Freiheitskampfes gilt.

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Parallelen zu den  international bekannteren Tinariwen sind offensichtlich: Schließlich wurde TERAKAFT im Jahre 2001 von Ex-Tinariwen-Mitglied Kedou und dessen Neffen Sanou gegründet und wird heute von Ex-Tinariwen-Gitarrist Diara geleitet. Es liegt schon einige Zeit zurück, als Diara und Kedou, der TERAKAFT im Dezember 2008 verlassen hat, mit Kalaschnikov und Gitarre in den Freiheitskampf zogen. Anfang der 1980er Jahre fristeten Kedou und Diara ihr Dasein noch in einem in Libyen, wo sie erstmals mit der nicht weniger rebellischen Musik von Bob Marley, Bob Dylan und Jimi Hendrix in Berührung kamen, die sie später nachhaltig prägte. Doch seit Frieden herrscht und man das Exil wieder gegen die alte Heimat eingetauscht hat, sind aus den Kämpfern kulturelle Vermittler geworden. So gründeten die Mitglieder von Terakaft und Tinariwen im Jahre 2005 eine Länder übergreifend agierende NGO: „Taghreft Tinariwen“ - „Verein zur Entwicklung der Orte in der Wüste“ heißt die engagierte Initiative, deren ursprüngliche Struktur als Kollektiv im Zuge der Rebellen-Bewegung entstand. „Taghreft Tinariwen“ gilt heute als friedliches Symbol des Tuareg-Freiheits kampfes und widmet sich nicht nur der Bewahrung des kulturellen Erbes, sondern auch der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Region.

Das Schlachtfeld von einst hat sich längst in ein Studio verwandelt und Terakafts Musik ist zum Sprachrohr und zum neuen Soundtrack einer jungen Generation weit über die Grenzen der Wüste hinaus geworden.