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Kulturprogramm für Stadtbenützer

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CLARA LUZIA

voll Poesi, laut und luise, es werden Forderungen nicht theatralisch durch ein Megafon gebrüllt sondern in den zwischenräumen gelagert

Mit betörender Stimme und vorwiegend akustischem Kammerfolkpop erspielte sich Maria Humpel aka Clara Luzia  als Singer/Songwriterin einen exzellenten Ruf. Doch Clara Luzia hat es satt. Die Beschreibungen „fragil“ und „zart“, das traurige Gezupfe auf der Lagerfeuer-Gitarre, die musikmachenden Frauen gerne umgehängt wird, die viel zu eng und falsch beklebte Schublade „Singer Songwriter.“ Jene VeranstalterInnen, die  Sessel in die Konzertsäle schleppen, wenn Luzia sich ankündigt, werden viel zu tun haben, diese wieder in den Keller zu räumen. Clara und ihre Band braucht Platz – für laute Gitarren, ein fettes Schlagzeug, ein wahnsinniges Cello, zerrende Bässe und – weil kein laut ohne leise  - ja, Platz auch für die leisen Momente, die es braucht, um wieder Anlauf nehmen zu können für die nächste Explosion. Das hält sie  mit ihrem neuen Album „We are Fish“ so und  wer ihr im „Finsteren Tal“ zuhört, wie sie „Sinnermann“ singt, der weiß, wo es hingeht - (Im übrigen: das Beste des Soundtracks vom Finsteren Tal - das sei auch gesagt- ist ihr Lied!)

Clara Luzia – DAS Aushängeschild der österreichischen Musikszene – kommt zum Fernweh--Festival und hat ihr neues Album „We Are Fish“ im Gepäck.

Bereits das fünfte Studioalbum präsentiert uns die gebürtige Niederösterreicherin. Kaum eine heimische Musikerin hat so einen Output und so eine breitgefächerte Fangemeinde. Clara Luzias Musik kommt bei Jung und Alt, alternativem und mainstreamigem Publikum gleichermaßen gut an. Das heißt aber keinesfalls, dass die Musik nicht aneckt oder dass sie gar platt ist; die politischen Botschaften sind bei Clara Luzia nur sehr gut versteckt. Hier werden Forderungen nicht theatralisch durch ein Megafon gebrüllt, sondern vielmehr zwischen den Zeilen verborgen, was die Texte immer spannend bleiben lässt. Der Anspruch des neuen Albums „We Are Fish“ ist es allerdings, die Lagerfeuerromantik der Vorgängeralben hinter sich zu lassen und den Weg mit mehr Lautstärke, mehr Beats, mehr Bass und mehr Energie zu beschreiten. „Das war keine Reißbrettentscheidung. Live waren wir eh schon länger ein bisschen lauter und wir haben in letzter Zeit immer mehr Spaß daran gefunden", erklärt Clara selbst. Begonnen hat dann aber alles mit dem Kauf von Effekt-Pedalen für die Gitarre, da hat das Experimentieren und Verzerren kein Ende mehr genommen. Diese großartige Lust daran, neue Dinge auszuprobieren, spürt man bei Live-Auftritten besonders stark, und der neue Sound steht Clara Luzia und ihrer Band wunderbar. Keine Sorge übrigens: Auch alteingesessene Fans müssen nicht verzagen, denn auch die alten Hits werden live immer noch gerne dargeboten .


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Leben, Land und Leute - davon fühlt sich Clara Luzia Maria Humpel laut eigenen Angaben beeinflusst. In erster Linie entspringt ihre Inspiration aber dem Bier-Genuss, wie es sich eben für jemanden gehört, der in der niederösterreichischen Provinz aufgewachsen ist.
Clara Luzia - The Ground Below
Aktuelles Album
CLARA LUZIA
The Ground Below
Weg vom fragilen Songwriter-Sound, hin zum Indiepop. 0
So richtig gemütserhellend scheinen Hopfen und Malz aber nicht zu wirken. Ihre Stücke zwischen Indie-Pop und Folk stecken voller Melancholie und Traurigkeit. "Ich habe einfach nichts Fröhliches zu sagen", erklärt sie einmal im Interview mit dem Wiener Stadtmagazin Falter.
Bereits als kleines Mädchen fühlt sich Clara den schönen Künsten zugetan. Sie tanzt Ballett, lernt Blockflöte, Klavier und sogar Geige. Das Gitarrenspiel eignet sie sich im Teenageralter autodidaktisch an. Aber: Noten lesen hat sie nie wirklich gelernt. Trotz oder vielleicht gerade wegen der mangelnden Fähigkeit, Lieder vom Blatt zu spielen, beginnt sie recht schnell eigene Songs zu schreiben.
Zwei Alben veröffentlicht Clara mit ihrer ersten Band Alalie Lilt zwischen 1999 und 2006, bevor sie es mit ihrem "Soloprojekt" Clara Luzia versucht. Recht schnell schart sie eine sechsköpfige Band um sich, mit der sie nach unzähligen gemeinsamen Auftritten, u.a. im Vorprogramm von Sophie Zelmani, Badly Drawn Boy oder The Frames und Unmengen zusammen verbrachter Zeit angeblich eine unzertrennliche Einheit - sowohl menschlich als auch musikalisch - bildet.
Die Begleitband besteht aus Alexander Nefzger an den Keyboards, am Akkordeon, am Glockenspiel und was er -laut dem MySpace-Profil der Band- "sonst noch in die Finger kriegt". Da ist Mika Vember, die Clara gesanglich unterstützt und die Verantwortung für die Percussion trägt. Manfred Fau bedient Bass und Banjo, die starke Frau hinter den Drums ist Ines Perschy und dann ist da noch Heidi Dokalik am Cello.
Mit ihrem Debütalbum gibt Clara Luzia im April 2006 den Kritikern Anlass zur Begeisterung. Als "die schönste österreichische Indiepop-Platte der letzten Monate" (Now) bezeichnet man "Railroad Tracks" unter anderem. Selber beschreibt Clara Luzia ihre musikalischen Erzeugnisse mit romantischeren Worten: Wie "ein Tagebucheintrag, Kindergarten, Tee mit Milch" klinge ihre Musik und sei beeinflusst von Billie Holiday, Björn Kleinhenz, The Decemberists und Cat Power.
18 Monate nach Veröffentlichung des Erstlings auf dem eigenen Plattenlabel Asinella Records erscheint bereits der Nachfolger "The Long Memory". In zwölf vorwiegend autobiographischen Song-Geschichten erzählt Clara Luzia von emotional schwierigen Zeiten. Auch mit dem zweiten Album hat sie die Kritiker zum größten Teil auf ihrer Seite, was sich schließlich auch in zählbare Publikumsehren verwandelt.
2008 gewinnt Clara Luzia den österreichischen Amadeus Award in der Kategorie FM4 Alternative Act. Der lakonische Kommentar von Clara: "Insgesamt gesehen finde ich den Amadeus an sich aber eher entbehrlich". Auch eine Art, mit Lorbeeren umzugehen.
Mit dem vom Keyboarder Alexander Nefzeger produzierten Werk "The Ground Below" (2009) gibt die Band ihre musikalische Zurückhaltung auf und entscheidet sich für einen satteren Sound: "Wir wollten ein bisschen mehr aufs Gas steigen und weniger eine öffentliche Leidensveranstaltung daraus machen", erläutert die Sängerin. Trotz der Abwesenheit von Mika Vember, die sich ihrer Solo-Karriere widmet, überzeugt das Quintett mit vielseitigem Indiepop.

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WE ARE FISH
presse

CLARA LUZIA


Jetzt ist sie endlich dort, wo sie so lange hin wollte: Bei lauten Gitarren, Verzerrern und wuchtigen Drums. Den Lagerfeuergitarren, die musikmachenden Frauen gerne umgehängt werden, ist Clara Luzia mit ihrem fünften Album We Are Fish endlich entwachsen, wenn das auch nicht heißen soll, dass nur mehr geklotzt wird. Die ruhigen Momente gibt’s nach wie vor – aber eben auch die längst fälligen Ausbrüche.

„With headlights on“ – die Geschichte über das Treffen der Wolfsmenschen im Wald, die gemeinsam ihren Verwandlungstanz begehen – schlägt musikalisch eine Brücke zum letzten Album „Falling into place“ – stellt sich aber beim Titeltrack „We are fish“ bereits als Irrweg heraus. Der Kammerfolkpop ist nun passé, die Verzerrer werden ausgepackt, die fetten Bässe (Max Hauer und pauT) in Stellung gebracht: „We built a new continent that will swallow us all“ – harter Tobak, aber angesichts der immer größer werdenden Müllinseln in den Weltmeeren muss mal kräftig auf den Tisch gehauen werden.

Die Themen kreisen auch weiterhin um Existenzielles: Die eigene Endlichkeit („A Presentiment“), die Interdepenz der Menschen und ihre Folgen („No one’s watching“), die Notwendigkeit des Falls vor dem Wiederaufstieg („The Fall“) und den eigenen Dämonen („The menace is my head“). Musikalisch wurden die Regler diesmal also lauter gedreht, das kleine Drumset gegen ein fettes Set getauscht und der Bass von Neuzugang pauT tut sein Übriges, um „We are Fish“ druckvoller als seine Vorgänger klingen zu lassen. Klezmer-Passagen der Streicherinnen Heidi und Roswitha Dokalik finden sich allerdings auch hier wieder („The Fall“), ebenso wie Max Hauer’s famoses Klavierspiel, das „We are Fish“ mit einem ausgedehnten Solo eröffnet.

Aufgenommen wurde das Album im Frühjahr/Sommer 2012 gemeinsam mit Philipp Staufer, der auch schon bei „Falling into place“ an den Reglern saß.