treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

WAS ES BRAUCHT? DAS PICKERL! Geimpft Getestet oder Genesen! und: frische Luft!

ALLE Gäste benötigen ein gültiges Covid-Zertifikat: Geimpft / Getestet / Genesen & einen amtlichen Ausweis. Ein ausgedrucktes Testergebnis reicht nicht. Wir beschränken die Kapazität freiwillig auf die Hälfte, damit die Verhältnisse nicht eng werden & kontrollieren für alle sichtbar mit einer Ampel die Luftqualität. Alles wird gut.

CAROLINe HenDERSON

eine große stimme aus dänemark: Jazz Love & Henderson. ein grandioses geschenk.

"Jazz ain't nothing but soul, trumpets, saxophones, rhythm making love ..." - Caroline Henderson hat eine fest umrissene Vorstellung von dem, was sie tut. Ihr Albumtitel ist entsprechend formuliert: "Love or nothin'" - Liebe oder gar nichts; Kompromisse ausgeschlossen. Klare Linien, eine hörbare Vision und ihre konsequente Umsetzung - mehr kann man sich von einem gelungenen Album kaum wünschen. Doch Caroline Henderson, Wahl-Dänin amerikanischer Herkunft, die zu den prägnantesten Köpfen (und Stimmen) der lebendigen Jazz-Szene Skandinaviens gehört, kann noch einiges mehr.
Caroline Hendersons verbreitet eine Atmosphäre der Nähe und eines tiefen persönlichen Ausdrucks durch ihr großes Talent. Abgesehen von ihrer musikalischen Karriere spielte Caroline Henderson in verschiedenen Theaterstücken und Filmen, unter anderen im spanischen Drama "Tuya Siempre", der beim Malaga Film Festival 2007 mit drei Preisen geehrt wurde. Seit fünf Jahren ist Caroline Henderson Botschafter für Unicef mit besonderem Augenmerk auf Gewalt gegen Kinder.

Caroline Henderson, hmm, klingt irgendwie nach Jazz, der Name. Vater ein amerikanischer
Jazzschlagzeuger, sie in Stockholm geboren, irgendwann in die USA gezogen, Popsängerin
geworden, dann ein komplettes Album mit wirklich echten Discosongs aufgenommen, in
Dänemark ihre Zelte aufgeschlagen…halt, halt, halt! Was daran ist denn nun wahr? Ganz
einfach: alles. Seit 2003 aber, wir kommen zurück auf den ersten Satz, agiert Caroline
Henderson als Jazzsängerin, und wer in Kopenhagen jemanden nach ihr fragt, wird in so
strahlende Augen blicken wie in Amerika (und auch anderswo) bei Nennung von Namen wie
Louis Armstrong oder Shirley Bassey.
Gutes Stichwort übrigens, der letztgenannte Name. Manche der wunderbar klar und niemals
überladen arrangierten Songs von Caroline Henderson erinnern nämlich an die Klassiker
jener Frau, die in den Sechzigern zu einem unverwechselbaren Stil eben deshalb fand, weil
sie so lässig und zugleich eindringlich sang wie Henderson das heute auch tut. Weshalb
Songs wie „Incorruptible“ unwillkürlich auf einen neuen James Bond hoffen lassen und der
(tatsächlich) „Trilingual Lovesong“ eine amerikanisch-schwedisch-dänische Lovestory in
Technicolor ins Leben rufen könnte. Kaum jemand errichtet so schwungvolle Brücken von
der Filmmusik der frühen Sechziger in die hippen Jazzclubs des Hier & Jetzt wie Caroline
Henderson, fast niemand lässt sich dabei derart „swinging & irresistible“ von mal puristisch
kleinen, mal charmant großen Besetzungen begleiten.
Caroline Hendersons lässige Souveränität hat durchaus Gründe, es hört sich nämlich oft sehr
gut an, wenn eine Sängerin nicht mehr am Anfang ihrer Karriere steht und einen Background
aufzuweisen hat, der in ihrem Fall glamourös und lebenserfahren zugleich genannt werden
darf.
Neben ihrer Arbeit im Music Biz nämlich moderiert die stilsichere Lady eigene TVSendungen,
wirkt als UNICEF-Botschafterin, nahm 2011 von der dänischen Königin eine
Ehrung als „Dame“ entgegen und hat bestimmt auch nicht so ganz nebenbei drei Söhne
erzogen. All das ist ihrer Musik anzuhören.
Mit den Singer/Songwriterinnen des so genannten Nu Jazz teilt Caroline Henderson wenig,
im besten Falle noch die Leidenschaft fürs Singen. Modernistische Verbeugungen sind ihre
Sache nicht, weit lieber erinnert sie an die Geniestreiche eines Henry Mancini, ohne sich
deshalb gleich im Retro-Dickicht zu verirren. Ihre so variantenreich gestalteten und
instrumentierten Songs eint die Erkenntnis, dass eine wiedererkennbare und einzigartige
Stimme wie die ihre in einem vielfarbigen und unterschiedlich temperierten Umfeld
durchaus als unikate Konstante genügt, um Spannungsbögen über weite Strecken zu führen.
In „Time Is Forever Young“ etwa stemmt sich Caroline Hendersons Stimme ohne jede
erkennbare Anstrengung gegen einen höchst zwingenden Beat, an anderer Stelle wieder
lässt sie sich vom Flow ihrer exquisiten Musiker einfach aufs offene Meer hinaus treiben und
bestimmt auch dabei noch nonchalant den Kurs. Und der kann manchmal durchaus in
unerwartete Gewässer führen: Mit „Calamity Lane“ etwa beschreitet sie augenzwinkernd
beinahe folkloristisches Terrain, „Falling Again“ ist fast der Prototyp einer mitternächtlichen
Clubhymne, „From New York“ wiederum recherchiert heiter in den Sounds der Roaring
Twenties und ankert dennoch im 21. Jahrhundert. Gemeinsam mit ihrer wunderbaren Band
hat sich Caroline Henderson zudem in ungewöhnliche Rhythmen und in den überraschenden
Wechsel derselben verliebt, was es dem geneigten Zuhörer noch ein bisschen leichter
macht, sich seinerseits in die Songs der Dänin zu verlieben. Es kann nicht mehr wirklich lange
dauern, bis der Rest Europas, bis der Rest der Welt sich an den Dänen ein gutes Beispiel
nimmt und Caroline Henderson zu Füßen liegt. Am 28. Februar wird die schöne Chanteuse
50 Jahre alt, mit ihrem Album „Jazz, Love & Henderson“ macht sie sich selbst wie der ganzen
Welt ein grandioses Geschenk.