treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

BILLY COBHAM

DIE SCHLAGZEUG LEGENDE seit biches brew - jazz fusion with a caribean flavour

Schlagzeuger, Komponist, Produzent und Musikerzieher, Billy Cobham ist eine der charismatischsten Persönlichkeiten des modernen Jazz. Für den gebürtigen Panamaer gibt es keine Grenzen: Schon mit dem Mahavishnu Orchestra lotete er in den Siebzigern die Möglichkeiten der Fusionsprache aus, und bis heute ist er der weltumspannenden Klangphilosophie treu geblieben. Das zeigen gerade seine jüngsten und aktuellen Projekte: Er bringt seinen Trompeter-Kollegen Randy Brecker mit einem brasilianischen Trommelorchester zusammen, musiziert mit Schweizer Jodlern oder packt in seiner Band karibische Steel Pan-Töne mit Geige und Piano unter einen Hut aus Latin, Rock und Jazz. Für Billy Cobham ist Musik universell und eine „mächtige Verbündete zum Wohle der Welt.“

Billy Cobham ist neben Max Roach und Tony Williams der einflussreichste Jazzdrummer der Nachkriegszeit. Als stilbildender Schlagzeuger des Jazzrock ist er bereits Legende, aber sein Einfluss reicht weit über den Jazz hinaus. Er inspirierte Legionen von Drummern aus Soul, Rhythm & Blues, Pop und Rock. Zudem ist er ein Pionier des Electronic Drum Programming und ein erfolgreicher Plattenproduzent. Aber am besten ist Billy auch heute noch live.

Welcome:

Billy Cobham: drums
Jean-Marie Ecay: guitar
Michael Mondesir: bass
Junior Gill: steel pan
Pan Cat Mallots, Christophe Cravero: keyboards, violin


Billy Cobham gilt als einer der ganz Großen des Jazz. Schaut man sich die Liste der Weggefährten des Schlagzeugers und Komponisten an, liest sich diese wie das „Who Is Who“ des Jazz. Miles Davis´ „Bitches Brew“ und “The Inner Mounting Flame” des Mahavishnu Orchestra sind nur einige von vielen Schlüssel-Produktionen, an denen Billy Cobham maßgeblich beteiligt gewesen ist.

1979/80 war Cobham u. a. mit John McLaughlin, Stu Goldberg und Jack Bruce in Europa unterwegs. Mit Chet Baker und Larry Coryell nahm er 1979 in Paris das Album „Tender Variations“ auf, Soundtrack zu dem Film „Der Windhund“. Internationale Tourneen mit George Duke oder Randy Brecker und seiner neuen Ausgabe von Spectrum prägten die Zeit nach der Jahrhundertwende.

Sein Album "Palindrome" (BHM) enthält Soundcollagen, die in die Vergangenheit reichen und gleichzeitig an bekanntes Material erinnern, dabei dennoch mit überraschenden und neuen Arrangements aufwarten - frisch, kosmopolitisch und modern zusammengesetzt. Der legendäre Funk- und Fusion-Drummer interessiert sich für das Stilmittel und die ästhetische Technik des Palindroms, das vorwärts und rückwärts gelesen den gleichen Sinn ergibt. Cobham überwindet in seiner Musik Grenzen, verarbeitet Jazz-, World- und Rootselemente zu einer besonderen Fusion.




*

Der für einen Jazzmusiker Mitte der siebziger Jahre ungewöhnlich populäre Prototyp des Powerhouse-Drummers hat mit seinen perfekt unisono zur Hauptmelodie geführten Schlagabfolgen auf gestimmten Tom-Toms, Doppel-Basstrommeln und einer Vielzahl von Becken, mit dem Tempo seiner Snare-Wirbel und dem virtuosen Steuern des Drumsynthesizers innerhalb des Rock-Jazz-Idioms neue technische Dimensionen erschlossen.
Schon als Kind war Billy Cobham, der im Alter von drei Jahren mit seiner Familie aus seinem Geburtsland Panama in die USA kam, mit seinem Vater, einem Pianisten, aufgetreten. An der Brooklyn High School of Music and Art erhielt er eine formale Ausbildung, spielte u. a. mit George Cables und Clint Houston und gehörte dann einer Army-Band an. Noch bevor er 1968 aus der Army entlassen und Mitglied des Horace Silver-Quintetts wurde, hatte Cobham 1967/68 gelegentlich mit Billy Taylor, mit Hubert Laws, James Brown, Esther Philipps, Grover Washington und auch für Jazzmobile gearbeitet.

Bei George Benson folgte 1968 das Plattendebüt. Nach einer Europa-Tournee mit Horace Silver ließ sich Cobham als Studiomusiker in New York nieder, gründete 1969 aber auch die Fusion-Gruppe Dreams, die bis 1970 zwei Platten einspielte. Daneben gab es zu jener Zeit unzählige Engagements als Sideman bei Aufnahmen mit Quincy Jones, Larry Coryell, Les McCann, The Fifth Dimension, Stanley Turrentine, Gil Evans, Kenny Burrell, Miles Davis und John McLaughlin, mit dem er 1971 bis 1974 schließlich in der Supergruppe Mahavishnu Orchestra zusammenarbeitete.

Schon 1973 nahm Cobham erste Alben unter eigenem Namen auf: erst "Spectrum", nach dem sich seine bald darauf berühmte Gruppe benannte, dann "Crosswinds", "Total Eclipse", "Shabazz" (Montreux, 1974) und "A Funky Thide Of Things". Mit diesen Besetzungen, denen Musiker wie die Brecker Brothers, George Duke oder John Scofield angehörten, feierte der mehrfache Pollsieger Billy Cobham in den siebziger Jahren auf Festivals in aller Welt Triumphe. Ab 1976 leitete er zusammen mit George Duke eine neue Gruppe und engagierte sich zunehmend bei Drum Clinics und großen Werbeveranstaltungen für Schlagzeughersteller speziell der stimmbaren Tom-Toms namens Octobans.

1979/80 war Cobham u. a. mit John McLaughlin, Stu Goldberg und Jack Bruce in Europa unterwegs. Mit Chet Baker und Larry Coryell nahm er 1979 in Paris das Album "Tender Variations" auf, Soundtrack zu dem Film "Der Windhund".

Ende 1985 kehrte Cobham in die USA zurück und spielte mit einer neuen eigenen Gruppe das Album "Warning" ein. Seitdem arbeitet er bei Tourneen und Aufnahmen u. a. mit Frank Nimsgern, Jean-Paul Bourelly, Chris Beckers, mit Peter Gabriels Weltmusik-Projekt und mit Stanley Clarke und Larry Carlton in der Jazz Explosion Band Superband. Der Schlagzeuger, der auch an Aufnahmen von Freddie Hubbard, McCoy Tyner, Ron Carter, Randy Weston, Airto Moreira, Milt Jackson, Stanley Turrentine und Sonny Rollins mitgewirkt und 1993 im UNICEF-Auftrag in Brasilien unterrichtet hat, präsentierte 1994 mit "The Traveler" seine beste Einspielung unter eigenem Namen seit "Picture This" (1987).

Internationale Tourneen mit George Duke oder Randy Brecker und seiner neuen Ausgabe von Spectrum prägten die späten neunziger Jahre und die Zeit nach der Jahrhundertwende ebenso wie Aufnahmen mit dem dänischen Ensemble New (u. a. "Hope Street", 1997) oder dem London Jazz Orchestra, das 2000 eine Reihe von Kompositionen Cobhams realisierte. Unter seinen jüngeren Einspielungen sind "The Traveler" (1994), "Focused", "Inner Conflicts" (2000) und "North By Northwest" (2002) hervorzuheben. 2002 gastierte er mit Spectrum wieder in den USA.

Im Jahre 2001 eröffnete Billy Cobham seine von der internationalen Kritik begeistert aufgenommene Projektreihe "The Art Of Jazz", zunächst mit "The Art Of Three" in der Allstarbesetzung mit Kenny Barron und Ron Carter. Es folgten "The Art Of Four", mit Ron Carter, Donald Harrison und James Williams, und schließlich "The Art Of Five". Entstanden ist diese Projektreihe aus dem Wunsch Billy Cobhams, seine Erfahrung als Jazzmusiker systematisch zu erfassen und weiterzugeben in einer Art akustischem Lehrbuch. Cobham bietet dabei gültige Bestandsaufnahmen der Möglichkeiten von Jazzformationen in klassischen Besetzungen: Ideale Balance von Freiheit und Bindung, aufeinander eingeschwungenes Zuhören und elastischer Wechsel der Stimmführung in fein austarierter Kohärenz der Räume.


*****************************

PRESSEKIT:

Billy Cobham

Seit seinem Durchbruch in den frühen 1970-er Jahren als Gründungsmitglied des Mahavishnu Orchestra und als Drummer/ Leader, dessen Aufnahmen (wie bspw. "Spectrum") und kraftvolles, komplexes Spiel einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der Jazz- und der Fusion-Jazz-Szene hatten, so ist Billy Cobham stets der unermüdliche, musikalische Entdecker und Forscher geblieben.

Seine Biografie verdeutlicht seinen internationalen Werdegang: In Panama geboren und New York aufgewachsen, in der Schweiz für mehr als 25 Jahre verweilend, so konnte Cobham nicht nur als Master-Drummer und Percussionist, sondern auch als Komponist, Producer und Musik-Erzieher Grenzen überschreiten und in seinem eigenen, kreativen Ausdruck die weltweit gesammelten Erfahrungen verarbeiten.

Billy Cobham's neuestes Album " Tales from the Skeleton Coast", ist die dritte Veröffentlichung zum Gedenken und zu Ehren seiner Eltern. In seinen eignen Worten beschreibt Billy Cobham sein neues Album:
"Tales from the Skeleton Coast reflektiert grundsätzlich prägende Erfahrungen mit meinen Eltern. Erinnerungen, die einen tiefen Eindruck in Herz und Geist hinterlassen haben. Ebenso behandle ich bei diesem Album Eindrücke von meinen Touren durch eine Region, die früher als Southwest Africa, heute als Namibia, bekannt war.
Die Bilder der Skelettküste brennen immer noch in mir und in weiterer Folge in meiner Musik, die ich als klangliche Reflexion dieser Zeit kreiert habe

Billy Cobham ist zudem das Herzstück einer 90-minütigen Dokumentation des Regisseurs Mika Kaurismäki, die den Titel „Sonic Mirror“ trägt. Die Anfänge des Films lassen sich bis 2001 zurückdatieren, als Kaurismäki auf Cobham zutrat, da er ein Porträt über das Leben und den Werdegang des Drummers drehen wollte.
„Aber als wir anfingen, kam uns die Idee, anders an die Sache heranzugehen“, gibt der Filmregisseur preis. „Wir entschieden uns schlussendlich, einen Film über Billy und einige seiner Projekte zu machen, indem wir den Rhythmus und die Musik als Kommunikationsmittel und universelle Sprache in den Mittelpunkt stellten.“ Für Cobham bedeutet der Ausdruck „Sonic Mirror“ eine „… Reflektion des Sounds von alledem, was ich erfahre, oder was ‚man‘ in der Musik erfährt. Es ist beinahe wie eine Radio-Empfangsschüssel, wo alle Radio-Signale ankommen, verarbeitet werden und dann zurück zum Moderator gesendet werden.“
Der Film, der in der Schweiz, in New York, in Salvador da Bahia (Brasilien) und Helsinki (Finnland) gedreht und im April 2007 veröffentlicht wurde, konnte bereits im Rahmen von Filmfestivals in München und Köln, Rio de Janeiro und Sao Paulo, Pusan (Südkorea), Gijón (Spanien), Adelaide (Australien), Guadalajara (Mexico) und in Buenos Aires (Argentinien) gezeigt werden. Des Weiteren wurde der Film als kommerzielle Veröffentlichung in Frankreich vertrieben.



Ein Hollywood-Reporter beschrieb Sonic Mirror als „eine Wohlfühl-Weltmusik-Dokumentation, mit dem Potential, der nächste Buena Vista Social Club zu werden.“
Für Cobham sind jedoch andere Dinge wichtig: „(Die Dokumentation)… zeigt den Wert der Musik als wichtiger Bestandteil dieser Welt. Wenn sie für das öffentliche Wohl und die Belange aller genutzt wird, ist sie ein mächtiger Verbündeter.“


Die Veröffentlichung einer Multiple-Disc-DVD, die ein Konzert von Cobham in Finnland  gemeinsam mit Randy Brecker und Mali Di Bali, einem bahianischen Bloco Afro, zeigt, ist gerade in Arbeit. Ebenso zu sehen: Das Glarus Konzert (zusammen mit Schweizer Musikern und Jodlern), sowie Cobham gemeinsam mit den Okuta Percussions und The Autistics.


Billy Cobham wurde in Colón (Panama) am 16. Mai 1944 geboren. Im Winter des Jahres ’47 siedelte seine Familie in die USA um, wo sie zuerst in Harlem, später dann in der Bedford-Stuyvesant Sektion in Brooklyn lebte. „Musik war allumgebend“, so erinnert sich Cobham. „Zuerst entweder folkloristische Latin-Musik oder ‚tipico‘, wie sie es in Panama nannten, oder Jazz.“

Cobham, dessen erster, bezahlter Gig bereits im Alter von 8 Jahren stattfand, um seinem Vater einen Gefallen zu tun, sammelte erste Erfahrungen als Drummer, indem er Mitglied der St. Catherine’s Queensmen, einer Trommel- und Horngruppe in St. Albans (Queens) war. Danach lernte er an der berühmt-berüchtigten New Yorker High School of Music and Art, wo er Musiktheorie und Schlagzeug-Techniken neben einigen der heute wohl größten Musiklegenden wie dem Trompeter Jimmy Owens, dem Bassisten Eddie Gomez und dem Pianisten Larry Willis studierte. Damals war „Jazz ein eher ‚verbotenes Gefilde‘ für die Studenten, wohingegen klassische Musik von dem Bildungsestablishment bevorzugt wurde. Und so leckten sich die Studenten natürlich die Finger danach, mit Jazzkünstlern in Berührung zu kommen, sei es die Möglichkeit durch das Aufeinandertreffen während der Vorlesungen oder über das Anhören von LONGPLAY-Platten, die sie studierten und dann eventuell nachspielen konnten.“