treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

JENSEITS VOM CHRISTKINDLMARKT // DER neue TREIBHAUS-PASS // & MORE.

Den Treibhaus-Konzert-Paß (gilt bis 30.6.'20) oder Eintrittskarten als erlesene Genschenks-Papiere: das Winter & Frühjahr bereits im Vorverkauf. Von Rebekka Bakken bis John Scofield bis Lola Marsh, von Mascheks Jahresrückblick bis Manuel Rubey. Den Paß gibts endlich online - mit dem Link d(r)oben im Menu!

NETNAKISUM

...hollareidullioö and keep on rockin`! - Wilde Streicherinnen aus der Steiermark

Wenn sie die Bühne stürmen, schwingen die signalfarbenen Dirndln und die Hüften. Da kokettieren Traditionen mit Erotik, wobei sich der überzogene Trachtenlook als Persiflage auf die in unseren Landen verbreitete „war so und bleibt so“ – Mentalität entpuppt.  Provokation ist aber nicht ihr Geschäft und auch nicht ihre Absicht, denn ihr Outfit ist Accessoire zum Spiel mit den Gegensätzlichkeiten.
Streichtrio trifft steirische Polka, Deep Purple und Britney Spears lernen Walzer, Klassik wird mit Balkan gekreuzt, genialer musikalischer Wahnsinn!
NETNAKISUM sind ein singendes Streichtrio, das der Volksmusik verbunden, aber nicht an sie gefesselt ist. Ihre klassische Streichausbildung würzen die 3 Virtuosinnen mit einem kräftigen Schuss Humor-
Ach ja, Du fragst vielleicht was NETNAKISUM auf deutsch bedeutet? Dann lies NETNAKISUM am besten rückwärts :-)

Drei durchgeknallte Saiten-Hühner mischen die Volksmusik auf. Das Schnecki, die Zenzi und die Sexy Hexy Resy lassen dem klassischen Jägermarsch, der ehrwürdigen Mozartpolka oder dem bäuerlichen Almenrausch und Enzian kapriziös-fidele Verwandlungen angedeihen, die so unkonventionell wie unterhaltsam sind. Von klassischem Dresscode und typisch weiblichen Umgangsformen zutiefst unbeeindruckt, geben sich die Mädels aus der Steiermark attraktiv-offensiv. Und vor allem humorvoll. Denn Ernsthaftigkeit kommt allenfalls bei der Beherrschung ihrer Instrumente auf. Der Rest ist Girlie-Gaudi: von alpinem String-Rock und bis zu kosmopolitischer Brauchtumspflege wird alles niedergefiedelt, was ihnen unter die Saiten kommt. Keine Ecke der Welt ist vor ihren Neuinterpretationen sicher. Südamerika, der Mittelmeerraum oder die Karibik, der Drang nach dem Unkonventionellen kennt keine Grenzen. Letztendlich kehrt man aber doch immer wieder zur würzigen Bergluft und zur erdigen Landler-Polka zurück. Wurzeln kann und soll man nicht abschneiden. Das haben die Damen wohl erkannt und präsentieren noch rasch einen zünftigen Obergrinser. ( www.sound-and-image.de)

Ihr verdrehter, verkehrt zu lesender Name ist Programm: Klassisches Streichtrio, Stubenmusi, Schlager-, Bauchtanzgruppe oder Salonorchester? - Nichts von all dem! Ein Trio, dass sich zwischen verschiedenen Musik- bzw. Volksmusikstilen auf einer Gratwanderung befindet und noch immer nicht weiß, ob es nicht eben mal zu einer richtigen Girlie-Rock-Group mutiert oder lieber auf einer Reise in die Mongolei geht, um Querverbindungen zwischen dem Jodeln und dem dortigen Obertongesang herzustellen.

Direkt, frech, ernst, frisch, froh, und immer mit einer notwendigen Portion an Tiefgang. netnakisum hat auch immer einen gehörigen Schwung, so dass die Musik in die Beine fährt, sich das Publikum nicht zu helfen weiß und zu tanzen beginnt also bitte nicht in Schischuhen kommen. "Falls Sie uns auf einem Konzert besuchen, kommen Sie einfach wie Sie sind, Sie dürfen hier so bleiben und bitte vergessen Sie die Fantransparente nicht."


DeeLinde Cello
Magdalena Zenz Violine
Marie-Theres Härtel Viola


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Wenn sie die Bühne stürmen, schwingen die signalfarbenen Dirndln und die Hüften. Da kokettieren Traditionen mit Erotik, wobei sich der überzogene Trachtenlook als Persiflage auf die in unseren Landen verbreitete „war so und bleibt so“ – Mentalität entpuppt.  Provokation ist aber nicht ihr Geschäft und auch nicht ihre Absicht, denn ihr Outfit ist Accessoire zum Spiel mit den Gegensätzlichkeiten.
Netnakisum verdrehen sich selber und vorgefasste Bilder ihres Publikums – und es bleibt nicht beim Wortwitz und beim plakativen Bühnenbild: Das Streichquartett überzeugt durch Professionalität und Spritzigkeit und das in allen nur denkbaren Varianten des globalen Klanges der Musik. Sie wurzeln in der heimischen Volksmusik, genießen dazu eine profunde Musikausbildung, verinnerlichen die Musik der Völker und spielen sich mit den Tönen, wie andere mit den Bügeln ihrer Sonnenbrille.
Wer meint, dass damit eine Damenband zur Genüge beschrieben ist, wird eines Besseren belehrt: Sie sind zudem ausgezeichnete Vokalistinnen und verbinden vollendetden Gesang mit der Streichmusik. Es ist eine faszinierende Übereinstimmung der Strichcodes der Stimmen mit der instrumentalen Tonerzeugung. Wenn solchermaßen der musikalische Globus auf den Kopf gestellt wird, so verwundert es auch nicht, dass die drei Nennirekisum (Musikerinnen) das Werkverzeichnis dieser Welt bereits um eigene Kompositionen erweitert haben.