treibhaus

Kulturprogramm für Stadtbenützer

Spielplatz am Volksgarten. Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck. Geöffnet täglich von 10 bis 1

DOCH. FÜR HEUTE GIBTS NOCH KARTEN FÜRS SOMMERKINO - AB 16:00 im TREIBHAUS

ab 16:00 werden nicht abgeholte karten vergeben. einen ausweis mitbringen, eine mailadresse & ordentlich in den opferstock spenden, bitte. danke. der eintritt ist frei - aber die veranstaltung kostet recht viel geld.

DOLCE ViTA. VOM SCHöNen LEBEN. GESCHICHTEN & MUSIK. EINTRiTT FREI*WiLLIG

für die konzerte & filme im zeughaus gibts platzkarten - die gibts aber nur online, hier auf www.treibhaus.at - die restln gibts am spieltag ab 16uhr im treibhaus. für konzerte im treibhaus gilt: der frühe vogel - il primo uccello...

MARKUS KOSCHUH

Mit „AUTsch! – Österreich dreht auf“ wird ein neues Fernsehformat das Licht der Welt erblicken. Nehmen Sie Platz und seien Sie live dabei, wenn das Schweigen ein Ende hat. Denn jetzt spricht das Volk!.
Vorbei sind die Zeiten, in denen die Probleme eines Landes nur von ein paar Politikern gelöst wurden. Das neue Zauberwort heißt:  „Schwarmintelligenz“. Endlich kommen all jene zu Wort, die immer schon gewusst haben, wie es geht. Der Satz „Wenn ich einmal was zu sagen hätte..“ wird wörtlich genommen. Dadurch kommt die echte Wahrheit ans Licht.
Denn tausende Stammtisch-Philosophen können sich nicht irren. Deshalb darf jeder auftreten, um grenzgeniale Lösungen und hochprozentige Meinungen zu präsentieren.
Ein engagierter Entertainer revolutioniert die Medien. Zumindest träumt er davon, denn eigentlich hat die Show noch keinen Sendeplatz. Und auch kein Aufnahmestudio. Deshalb wird die erste Version in einem kleinen Keller gedreht. Was den Welterfolg nicht aufhalten wird, denn Bill Gates fing schließlich auch in einer Garage an.
Markus Koschuh spricht, imitiert, parodiert und singt sich in seinem neuen Programm lustvoll über den Abgrund der österreichischen Seele hinweg. Getreu dem Motto: Du glückliches Österreich raunze.

AUTSCH.

Koschuh: Der Zeigefinger bohrt tiefer

PREMIERENKRITIK Von Joachim Leitner (Tiroler TaGESZEITUNG)

Herrn Karls kleiner Bruder: Markus Koschuhs neues Programm „Autsch – Österreich dreht auf“ ist derzeit im Innsbrucker Kellertheater zu sehen.Markus Koschuh als angehender TV-Produzent Gernegroß, der sich selbst das Raunzen verbietet – und andere präsidential poltern lässt.


Wen die Widrigkeiten des Liebeslebens aus dem Eigenheim in den großmütterlichen Keller treiben, der hat Grund zum Raunzen. Oder er kann andere raunzen lassen – und selbst die eigen­e Karriere antreiben. Was mit Medien machen zum Beispiel. Reality-TV vielleicht. Aber richtige Realität, keine Barbara-Karlich-Dramaturgie, keine Elisabeth-T.-Spira-Sozialromantik, sondern die ungefilterte und ungeschnittene Wahrheit. So stellt sich der Herr Gernegroß seine Sendung „Autsch – Österreich dreht auf“ vor. Und daran basteln er und sein (unsichtbarer) Kompagnon Matthias – wohl auch, um dem eigenen Raunz­impuls entgegenzuarbeiten. Grundkonzept der Show: Das Volk, Herr und Frau Österreicher, vom Kleinformatleser bis zur den Parlamentsclub wechselnden Abgeordneten also, darf erzählen, was ihm über die Leber gelaufen ist – und wortreich nach Ausreden suche­n, warum man so ist, wie man ist.
Natürlich findet sich auch ein nasal polternder Landtagspräsident in der zum Studio umfunktionierten Abstellkammer ein. Denn „Autsch“ ist Markus Koschuhs neues Kabarettprogramm – und der präsidentiale Polterer gehört zu Koschuhs Paraderollen. So viel Fan-Service muss dann doch sein. Denn sonst ist einiges neu bei „Autsch“: Nicht mehr den Aufregern des tagespolitisch Aktuellem gilt Koschuhs vornehmliches Interesse – das kommt zwar vor, aber eher als Probe aufs Exempel –, „Autsch“ ist hintergründiger, leiser, die Pointen freilich sind nicht weniger hinterfotzig. Verraten werden sie an dieser Stelle natürlich nicht. Nur so viel: Der Zeigefinger wird in „Autsch“ weniger hoch erhoben, aber er bohrt tiefer als beispielsweise zuletzt bei „Hypoventilieren“. 
Neu ist neben dem „Tatort“ – Koschuh ist für „Autsch“ vom Treibhaus ins Keller­theater gewechselt – übrigens auch der „Komplize“: Theaterleiter Manfred Schild hat den Text für die Bühne eingerichtet. Die Führung eines erfahrenen Regisseurs tut Koschuh gut: Es gibt kluge szenische Lösungen und das Programm funktioniert auch als dramaturgisch rundes Stück – ohne lose Enden. Die Zeiten der – mitunter etwas zu bemüht verbundenen – einmal mehr, einmal weniger erhellenden Revuenummern scheint vorerst vorbei.
Auch weil Koschuh mit Gerne­groß eine Figur entwickelt hat, die mehr ist als Karikatur oder Büttenredner. Natürlich steht dieser Gernegroß für den kleinen Mann und dessen bitter-bedrohliche Abgründe, ist Wichtigtuer, Klugscheißer und Trottel von trauriger Gestalt. Aber er ist spannend, vielschichtig und widersprüchlich genug, um durch den Abend zu tragen.
Auf dem Spielplan des Kellertheaters wechselt sich „Autsch“ als Teil eines kabarettistischen Doppels mit „Der Herr Karl“ ab. Und natürlich geht Koschuhs Gernegroß, trotz einer durchaus klug gesetzten Bezugnahme auf den Kabarettklassiker von Helmut Qualtinger und Claus Merz, nur als Karls kleiner Bruder durch. Für seinen Weg hinaus auf andere Kleinkunstbühnen des Landes scheint aber auch der gut gerüstet.

 

 

HYPOVENTILIEREN.

Von dicker und heißer Luft.
Ruhig. Ganz ruhig Atmen. Einatmen. Ausatmen.
2 Jahre Jahre Schwarz-Grün in Tirol. Das ist noch da. 
Ruhig. Ganz ruhig atmen. Einatmen. Ausatmen.
500 Mio Euro Hypo Tirol Geld ist ja nix.
Das ist halt weg.
Ruhig. Ganz ruhig atmen. Einatmen. Ausatmen.
Wie schaut es in Tirol mit dem Verhältnis Politisches Kabarett : Kabarettistischer Politik aus?
Zählen wirklich Inhalte oder muss man aufs Inhalieren zählen? Ende Mai sind es 2 Jahre Schwarz-Grüne Koalition in Tirol.  Zeit für eine Bilanz des politischen Tirol der letzten zwei Jahre. Inklusive Suche nach rund 500 Millionen Euro der Hypo Tirol.

 

PREMIERENKRITIK: SPRACHKRITIK UND DIE RACHE AUS DEM ARCHV. 

In seinem neuen Programm „Hypo-Ventilieren“ entwirft Markus Koschuh ein Doku-Drama des Grauens
und geht mit den Grünen hart ins Gericht.
von Joachim Leitner
TT 11.6.2015

Innsbruck – Die Rache des Journalisten an der Politik, sagte ORF-Anchorman Robert Hochner einmal, sei das Archiv. Ein Umstand, der wohl auch für das Berufsfeld des Kabarettisten Gültigkeit besitzt. Markus Koschuh jedenfalls hat für sein neues Programm „Hypo-Ventilieren“ den Weg ins Archiv gewagt – und Erstaunliches entstaubt. Und das in mehrfacher Hinsicht.

Zunächst setzt sich Koschuhs Aufarbeitung des Desasters um die Hypo Tirol, deren, naja, eigenwilliges Investitionsverständnis einen kapitalen Millionenschaden zur Folge hatte, durchgängig aus – man möchte es kaum glauben – ernstgemeinten und für die Veröffentlichung bestimmten Aussagen der Handelnden selbst zusammen. Koschuh arrangiert daraus ein Doku-Drama des Grauens, das einmal mehr beweist, dass die ganz reale Kombination aus Ignoranz und Gewinnstreben mehr Satirepotenial hat, als es dem Kabarettisten lieb sein kann. Wer sich da noch auf die Schenkel klopft, hat nichts verstanden. Wie der Titel des Programms bereits nahe legt, bildet die Hypo das dramaturgische Rückgrat des Abends.

Apropos Rückgrat: Das vermisst Koschuh auch nach gut zwei Jahren Regierungsbeteiligung noch immer bei den Tiroler Grünen. Seine Ernüchterung über die Partei, der er sich einst zumindest auf professioneller Basis verbunden fühlte, war ebenso nachvollziehbar wie erwartbar. So erwartbar jedenfalls, dass sich kein Grünen-Vertreter unters Premierenpublikum im Innsbrucker Treibhaus mischte.

Entstaubt hat Markus Koschuh übrigens auch einen Standard der 90er-Jahre-Comedy: Die Marcel-Reich-Ranicki-Imitation. In Gestalt des Großkritikers verreißt er das Schwarz-Grüne Koalitionsabkommen, bleibt die Beispiele für den konstatierten Schwulst, der Inhaltsleere übertünchen soll, allerdings schuldig. Als nachgerade fulminant erweist sich Koschuh im Gegensatz dazu, wenn er sich aufs dünne Eis der Sprachkritik bewegt: Wie Markus Koschuh einen Werbespot der Wirtschaftskammer auf Worthülsen abklopft, ist spektakulär. Davon hätte man gerne mehr gesehen. Dass es im Archiv ganze Regalmeter Material dafür gibt, steht außer Frage.

In AGRARGEMEIN hat Markus Koschuh nicht nur das bisher erfolgreichste Tirol-Kabarett auf die Bühne gebracht sondern auch ein topaktuelles Tiroler Sittenbild gezeichnet. In seinem neuen Programm „SCHWARZMALEN“ geht Koschuh über die Niederungen der Tiroler Politik hinaus und malt schwarz, was der Pinsel her gibt: Von den aktuellen (gesellschafts-)politischen Baustellen bis zu seiner eigenen Zukunft als Kabarettist. Vorsicht: Kann Spuren von Nationalratswahlkrampf und Tirol enthalten. Ein tief schwarzes Programm – und wer Koschuh kennt, weiß, dass er traurig am aberwitzigsten ist … SCHWARZMALEN – eine kabarettistische Gruppentherapie. Krankenscheine an der Treibhaus-Bar oder via www.treibhaus.at




SCHWARZMALEN.

PPREMIERENKRIRIKEN


ORF tirol
Koschuh malt im Treibhaus schwarz

„Schwarzmalen“ nennt der Kabarettist Markus Koschuh sein neues Programm, das er derzeit im Treibhaus in Innsbruck spielt. Darin fördert er allerhand Dunkles zu Tage – von den Seelenschmerzen eines Kabarettisten bis hin zu politischen Themen.
Markus Koschuh hat sich die Latte des Erfolgs hoch gelegt: In Agrargemein brillierte er mit bestens recherchierten, ins Groteske übersetzten Fakten. Jetzt beackert er unter beträchtlichem Erfolgsdruck das weite Feld der Vorwahlzeit und präsentiert eine Politrevue, in der er gerne in fremde Häute schlüpft. Hier gibt es einiges zu persiflieren, was Koschuh zielsicher macht.
Dankbar für „Typen“
„Es gibt ein paar Personen in der Tiroler Politik, die sich sehr gut persiflieren lassen. Um diese Typen bin ich als Kabarettist dankbar, als politischer Mensch dann schon weniger“, so der Kabarettist. Dass er etwa Landtagspräsident Herwig van Staa besonders gern aufs Korn nimmt, zeigt Koschuh auch im neuen Programm „Schwarzmalen“. Aber auch ein Wahlbewerber taucht auf, der reichlich Stoff für Pointen gibt: Frank Stronach.
Schwarzmalen ist ein tagesaktuelles Programm, das viel Typisches aus dem Alltagsirrsinn filtert. Wie Koschuh aber einen Abend lang das Publikum im Griff hat, nötigt Respekt ab.


INS SCHWAZE GETROFFEN
kronenzeitung
Mit „Agrargemein“ landete Kabarettist Markus Koschuh im Vorjahr den ganz großen Hit. Sein neues Programm „Schwarzmalen“ feierte Donnerstag im Treibhaus in Innsbruck Premiere. Koschuh nimmt darin verschiedene Ziele ins Visier – und er trifft souverän ins Schwarze.
Wenn Markus Koschuh einen Kunstfehler sehen will, dann legt er sich nicht ins Krankenhaus, sondern besucht das Museum am Bergisel! Die Landespolitik bekommt im neuen Programm ebenso ihr Fett ab wie Finanzministerin Maria Fekter oder Onkel Frank aus der „Steirmork“. Priestermangel (Koschuh mimt genial den Missionar aus Afrika) und Bildungsbankrott, Ausländerhass und schwarz-grüner Alltag im Landtag – der Kabarettist malt uns eine düstere Zukunft. Eine, über die Donnerstag Abend im Treibhaus herzlich gelacht wurde.
Koschuh hat sich die Latte mit „Agrargemein“ hoch gelegt. Mit „Schwarzmalen“ beweist er, dass er über eine gute Sprungkraft verfügt.
Claudia Thurner

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tiroler tageszeitung
MARKUS KOSCHUH MALT JETZT SCHWARZ
Provinzpossen und der Blick über den Tellerrand
Joachim Leitner

Ein unheimlich reicher und reichlich unheimlicher Wahlkanadier lässt sich zum Bundespräsidenten küren, kauft Südtirol, verkauft es mit ordentlichem Gewinn an die Schweiz – und weil das Geschäft so erfreulich glatt gelaufen ist, kriegen die Eidgenossen den Kanton Vorarlberg gleich mitgeliefert. „Tränsäktsch’n abgeschlossen. Alles gut, weil Würschaft gut. Alles zum Wohle der Osta­reichä und der Auslandä, das sind die Ostareichä im Ausland.“ Davor hat das neue Staatsoberhaupt bereits den ORF gekauft und die „Nervensäge“ Armin Wolf an die CIA verscherbelt. „Wenn der dich verhört, gestehst du alles. Sogar den Zweiten Weltkrieg.“ Nur das Business mit der Seelsorge erwirtschaftet keine Überschüsse und leidet an Fachkräftemangel. Also her mit berufenen Gastarbeitern, die Eheversprechen absegnen und gutmeinende Handreichungen zur Zeugung zukünftiger Beitragszahler bereithalten. Tu felix austria nube, sozusagen.


Markus Koschuh zum Beispiel stünde gern mit Maria Fekter vor dem Altar. Nicht etwa weil die Finanzministerin das Zeug zur neuen Maggie Thatcher hat. Und schon gar nicht wegen den „süßen Rehäuglein“ der designierten Eisernen Lady, sondern wegen zweckorientierter Überlegungen anagrafischer Natur. Danach müsste er sich nur noch in Peer umbenennen, hieße dann also „Peer Fekter Koschuh“. Und das mache den morgendlichen Blick in den Spiegel, wenn nicht perfekt, so doch um einiges erfreulicher.

Ja, dem Spaß am Kalauer, frönt Markus Koschuh auch in seinem neuen Programm „Schwarzmalen“, das am Donnerstagabend im ausverkauften Treibhaus-Turm Premiere hatte. Auch des Kabarettisten Zorn – seine Empörung über die Verhältnisse, über Politiker von trauriger Gestalt und die Engstirnigkeit der Stammtische, über öffentliche und vor allem veröffentlichte Meinung – ist der gleiche geblieben.

Verändert haben sich vielmehr die Dimensionen. Während Koschuh in seinem furiosen Debüt „Agrargemein“ und dem wahlkampfbedingten Schnellschuss „Landtagsmahl“ Tiroler Provinzpossen faktensatt zerlegte, soll das neue Programm auch über den Tellerrand des heiligen Landes hinausschauen und der gesamtösterreichischen Politik den Marsch blasen. Ganz auf seine Stammthemen will Markus Koschuh aber doch nicht verzichten: Landtagspräsident Herwig van Staa – noch immer Koschuhs Paraderolle – schießt weiterhin mit Kanonen auf Fruchtfliegen und den in Agrarfragen seit Regierungsantritt auffällig maulfaulen Grünen widmet er enttäuschtes Kopfschütteln und vielsagendes Schweigen. Dafür gab es Szenenapplaus. Genauso wie für den lakonisch konstatierten „Kunstfehler am Bergisel“.
Immer dann aber, wenn sich Markus Koschuh auf das große politische Parkett begibt, wird das Eis merklich dünner: Der Bildungspolitik-Einakter mit Fritz Neugebauer (der verdächtig nach van Staa klingt) und Claudia Schmied birgt zwar manche Pointe, als Lehrstück über politische Stagnation und Reformstau bleibt er, genauso wie die „Pensions-Tupperware-Party“, aber seltsam brav.



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Die Allermeisten reichen heiße Kartoffeln gerne weiter, nicht so Kabarettist Markus Koschuh. In seinem neuen Programm AGRARGEMEIN beackert Koschuh das milliardenschwerste Tirol-Thema der letzten Jahrzehnte und zerlegt es in seine Einzelteile: die Vorgänge rund um jene Agrargemeinschaften, die aus Gemeindegut hervorgegangen sind, und die seit wenigen Jahren DER politische Dauerbrenner sind.
Die Komplexität des Stoffs, "der für fünf Hollywood-Thriller und 10 'Tatorte' reichen würde", hat es Koschuh dabei speziell angetan: "Es war verrückt, sich dieses Themas anzunehmen, nach monatelanger Recherche und unzähligen Stunden der Ideenfindung liegt nun aber ein Programm vor, dass die Materie in ihre Einzelteile zerlegt und Lachtränensäcke nachhaltig entleert."
AGRARGEMEIN - ein bitterböses, wahnwitziges Kabarettprogramm, das Tirol so noch nicht gesehen haben wird und gut und gerne als Tiroler Sittenbild gelten könnte.

AGRAR.GEMEIN

PREMIERENKRITIK
tiroler tageszeitung
STATT ORTSTAFELN a bissl GRUND VERSCHOBEN

Koschuh singt inbrünstig die heimliche Hymne der Tiroler „Dem Land Tirol die Treue“ bei der Premiere im Treibhaus.
Von Alexandra Plank

Innsbruck – Gleich vorneweg: Matschige Tomaten und faule Eier gibt es für den Kabarettisten Markus Koschuh bei der Premiere seines bitterbösen Programms „Agrargemein“ keine – vielmehr Lachsalven und Szenenapplaus. Für Begeisterungsstürme sorgt der von ihm verkörperte Guerilla der BBA (Bäuerliche Befreiungsarmee Agrar), in dessen Patronengürtel Kartoffeln stecken.

Anzunehmen, dass einem Mann im Publikum aber nicht zum Lachen zumute war. Realsatire ist weniger witzig, wenn man sie am eigenen Leib erlebt. Josef Guggenberger, ehemaliger Vorstand der Agrarbehörde, der mit dem „Fall Mieders“ die Agrar-Causa ins Rollen brachte und sich daraufhin, aus seiner Sicht, mit „systematischem Mobbing“ konfrontiert sah, ließ sich die humoristische Aufbereitung dennoch nicht entgehen. Dass Koschuhs Programm, in dem er die Agrarier gehörig auf die Schaufel nimmt, politischen Zündstoff birgt, ist dem Besucher rasch klar, wenn er den Blick durch die Reihen gleiten lässt. Bürgerforum-Chef Fritz Dinkhauser hat sich ebenso eingefunden wie Georg Willi von den Grünen. Zudem mischen sich Hanns-Peter Adami, einstmals Boss des Agrarmarketings, und Fritz Hakl, Ex-Chef der Raiffeisenlandesbank (RLB), unters Volk.

Neben den üblichen Verdächtigen aus der Kulturszene werden aber auch Jungbauern gesichtet, die sich ins Fäustchen lachen. Zweifel, ob es Koschuh gelingen würde, den recht komplexen Sachverhalt auf den Boden zu bringen, zerstreuen sich rasch. In seinem schlauen Lexikon findet sich nämlich eine ebenso simple wie absurde Erläuterung von Tirols Streitthema Nummer eins. Als „atypisches Eigentum“ bezeichnet der Kabarettist den Umstand, dass jemandem (den Gemeinden) ein Besitz weggenommen wird und anderen (den Agrariern) übertragen wird, die dann den Gewinn abschöpfen.

Mit zahlreichen umgetexteten Liedern (Koschuh muss sich als Sänger nicht verstecken) transportiert der Kabarettist seine Botschaft: Es sind die Agrarier, es sind die da oben, die es sich seit Jahrzehnten richten. Eine reduzierte Anklage, die so an einem Stammtisch fallen könnte, wenn dort nicht wiederum die Bauern sitzen würden.

Landtagspräsident Herwig van Staa ist ebenfalls anwesend, allerdings als perfekte Parodie auf der Bühne. Er spricht den Agrariern Mut zu. Ein Bauernvertreter, der zugleich Bürgermeister ist, tritt auf, um das Schicksal eines verarmten Bauern zu beklagen und dem Spielsüchtigen aus der Patsche zu helfen, gemäß dem Agrarier-Motto „Wir sind nicht da, um über jemanden zu richten, sondern es den Unsrigen zu richten“.

Höhepunkt des Abends, der von Yvonne Kathrein auf der Harfe begleitet wird (Licht Tom Neumayr), ist die Rede eines Vertreters der Kärntner Landmannschaft. Er gibt den Agrariern wegen konsequenten Ignorierens der Urteile des Verfassungsgerichtshof (VfGH) den Pokal „VfGHhahaha“ weiter. „Wir haben nur die Ortstafeln verschoben, ihr aber habt a bissl Grund verschoben. Wir haben nur die Slowenen beschissen, aber ihr bescheißt eure eigenen Leute“, erklärt er. Auch LH Günther Platter bekommt sein Fett ab. Seine Stellungnahme: eine leere Seite. LR Anton Steixner wird mit dem schmachtenden „Toni, Toni“ (ursprünglich Angie) besungen. Ein Programm voller Witz, ein Feuerwerk an Ideen, bei dem es einem wie Schuppen von den Augen fällt.

Tiroler Tageszeitung, Fr, 03.02.2012

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lieber markus koschuh!
im treibhaus steht seit Jahren an prominenter stelle und in großen lettern ein wunderbares zitat von otto grünmandl:
politisch bin ich vielleicht ein trottel aber privat kenn ich mich aus.
daß du dieses zitat umgedreht und quasi als produktionsfirma für dein neues kabarettprogramm auf den drucksorten verwendet hast, hab ich dir übel genommen und ich hab dir deswegen ziemlich ins gesicht geblasen.
ich nehm meinen rüffel reumütig zurück: politisch bist du kein trottel, du hast gestern mit der premiere von AGRARGEMEIN das BESTE kabarettprogramn in den turm gezaubert, das ich seit otto grünmandl als tiroler kabarettproduktion im turm erleben durfte. respekt!
der treibhausturm hat schon viel erlebt. gestern bei deiner premiere war er rappelvoll, zu 90 prozent mit menschen, die noch nie im treibhaus waren. ehrlich: auch ich war mehr als skeptisch. aus diesem un-thema agrargemeinschaften ein kabarettprogramm zu bauen, das kann doch niemand mehr hören und sehen und durchblicken tun auch nur mehr die juristen und nicht einmal die.
denkste. du hast daraus ein bitterböses, wahnwitziges sittenbild gebastelt. es gibt fürchterlich viel zu lachen und das lachen tut heut noch weh. gratuliere, wie aufwändig und sauber du für dieses bild recherchiert hast - man merkt deinem programm die mühe gar nicht an! wunderbar und hinterfotzig gemein selbst die kleinigkeiten - von pfaundlers jungbürgerbuch als vor-lesebuch bis zur ave mariiie. du hast haltung und sie dir bewahrt. allein: dem land tirol die treue nehm ich dir übel. ich habs schon vorher nicht hören können aber jetzt erst recht nimmer.
gratuliere. auf dass viele menschen dein programm anschauen - und auch die richtigen.
möge die übung gelingen.

nk pleifer




"Agrargemeine Polit-Show" -
Das Innsbrucker Treibhaus präsentierte am Mittwoch mit der Premiere von Markus Koschuhs "Agrargemein" spitzzüngige Polit-Satire auf höchstem Niveau. Mutig packte er das Thema Agrargemeinschaften an und teilte ungebremst und faktenreich aus. Koschuh und seine musikalische Begleitung "Jessica"
Für politisches Kabarett das berührt, aufregt, amüsiert und den Nerv des Publikums trifft, muss man nicht in die ferne Hauptstadt blicken. Funktionierende Polit-Satire lebt vor allem vom Künstler und funktioniert nicht erst ab der Ministerebene! Das beweist Markus Koschuh und nimmt sich der heißen "Tiroler Kartoffel" Agrargemeinschaften an. Das trockene Thema, das fast nur noch einfallsreiche Winkeladvokaten zu durchblicken scheinen, wird in Koschuhs "Agrargemein" lebhaft illustriert. Die scharfzüngige "Rundumwatschn"
für Politik, Kirche, Anwälte und natürlich Agrarier gelingt. Er hält ihnen gelungen den Spiegel vor - mit viel schwarzem Humor.
Pointenreiche Sketches, reihen sich an scharfzüngige Liedtexte und Parodien. Die Premiere am Mittwoch war bereits von Oppositionspolitikern gut besucht. Vielleicht beweist auch die VP-Riege bald, dass sie manchmal über sich selbst lachen kann. Koschuh liefert Spitzenkabarett "made in Tirol"!
Manuel Diwosch - © Kronen Zeitung



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Eine Frage der Gerechtigkeit

Markus Koschuh mag feine, alte Ohrwürmer. Als Kabarettist Koschuh ist er weniger sanft unterwegs. Sein Programm „Agrargemein“ hat am 1. Feber im Treibhaus Premiere.
Ein Bauernbundobmann mit Erklärungsbedarf. Rechtsanwälte, die auf gut Glück Honorarnoten verschicken. Ein Beamter, der in die Pension gemobbt wird. Agrarier als Grundstücksspekulanten. Der Innsbrucker Kabarettist und Poetry-Slam-Spezialist Markus Koschuh hat sich die Tiroler Agrargemeinschaften vorgeknöpft. Die TT traf ihn zu einem Gespräch über sein neues Programm.

Sie hielten ein Café in Innsbruck nicht gerade für einen geeigneten Treffpunkt.

Markus Koschuh: Ein Stehkaffee im Bauernbund wäre sicher auch nett gewesen. Dort hat das Thema Agrargemeinschaften ja angefangen und jetzt will man davon nichts mehr wissen und bezeichnet die anderen als Hardliner.

Wem gehört Tirol?
Koschuh: Die Frage ist eigentlich sehr leicht zu beantworten. Allen. Nicht nur den Tirolerinnen und Tirolern, sondern allen, die in Tirol leben. Das hat nichts mit Kommunismus, sondern mit Gerechtigkeit zu tun. Auf jeden Fall gehört Tirol nicht nur ein paar wenigen.

Wie sind Sie auf das Thema gestoßen?
Koschuh: Ich bin schon vor Jahren auf die Agrargemeinschaften gestoßen. Allerdings war mir das Thema für die Bühne zu kompliziert. Ich habe es aber nie in irgendeine Schublade gegeben und jetzt die Herausforderung gesucht. Es ist ein erklärendes Kabarett geworden, das seine komischen und witzigen Seiten hat. Man wird nach dem Programm gscheiter hinausgehen.

Was erwartet das Publikum?
Koschuh: Es wird ein Bildungskabarettprogramm mit volksmusikalischen Einlagen unter Beimischung harter Fakten. So könnte man das Programm am ehesten umreißen. Die Nummern werden Einblicke in die Agrargemeinschaften geben, nicht in die bäuerliche Welt. Dieser Unterschied ist mir ganz wichtig. Das Programm ist nicht gegen Bauern. Es ist ein Programm gegen die Agrargemeinschaften, die es sich über die Jahre hinweg gerichtet haben und sich mitunter schamlos wie in Mieming bedient haben. Da sind Dinge passiert, die glaubt man außerhalb von Tirol gar nicht. Eine Familie eines ehemaligen Agrarobmanns etwa hat innerhalb von ein paar Jahren drei Millionen Euro Gewinn macht. Ich kann nicht Grund um 8,70 Euro kaufen und um 340 Euro pro Quadratmeter verkaufen. Jeder normal denkende Mensch will das nicht mehr verstehen.

Was meinen Sie mit volksmusikalischen Einlagen?
Koschuh: Ohrwürmer der volksmusikalischen Tiroler Geschichte, neu getextet und von mir gesungen. Eine volksmusikkundige Person wird mit auf der Bühne sein. Wer, das ist eine Überraschung. Vielleicht werden wir auch die Landeshymne einbauen, auch wenn sie noch so krude gesetzlich geschützt ist.

Momentan ist der Begriff „Wutbürger“ in aller Munde. Darf oder soll ein Kabarettist ein Wutbürger sein?
Koschuh: Zum Selbstverständnis eines Kabarettisten gehört Mut. Ich war während der Recherche viel in Tirol unterwegs und habe mit vielen Leuten geredet. Wenn ich von 90 Prozent der Leute, die mir gewisse Dinge erzählen, höre: „Aber das haben Sie nicht von mir“, dann herrscht Angst vor der Obrigkeit und vor persönlichen Nachteilen. Das kann‘s nicht sein. Ein Kabarettprogramm ist immer auch politisch. Und ein Kabarett ist immer gegen den Mainstream gerichtet. Wenn man im Kabarett nicht mehr mutig ist, muss man es lassen.

Wo haben Sie recherchiert?
Koschuh: Im Oberland, im Außerfern. Im Unterland gibt es nicht so viele Agrar-Hotspots wie im Oberland.

Haben Sie offene Türen vorgefunden?
Koschuh: Die Leute wollen wirklich, dass ich die Umstände der Recherche für mich behalte. Aber ich habe mit Leuten gesprochen, die sich sehr profund mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Auch Agrarobmänner waren dabei.

Schreiben Sie Ihr Programm komplett selbst?
Koschuh: Das ist mein Anspruch. Der eigene Sprachduktus ist bei einem Kabarett sehr wichtig. Ich weiß, wie ich rede, ich weiß, wie ich Sachen lese. Wenn ich mich in ein Thema reinbeiße, dann funktioniert das Schreiben auch. Natürlich habe ich Leute von außerhalb, die sich das Programm anschauen. Einen Pointenschreiber brauche ich nicht, noch fallen mir die Sachen selber ein. Agnes Mair hat mich bei diesem Programm begleitet. Harald Windisch hat mir schauspielerisch schon einige Tipps gegeben.

Als Österreichs amtierender Poetry-Slam-Meister planen Sie neue Projekte an Schulen.
Koschuh: Wir sind ja mit „Text ohne Reiter“ schon länger an Schulen. Anfang März startet das Projekt „Tirol goes Poetry“. Wir machen mit Mitgliedern der Szene einen Schwerpunkt an Tirols Schulen. Eine Woche nach dem Workshop gibt es einen Schul-Poetry-Slam. Aus jeder Klasse treten dann ein, zwei Leute an und rittern um die Krone des Poetry Slam.

Wird man Sie außerhalb von Tirol sehen?
Koschuh: „Agrargemein“ ist ein reines Tirolprogramm. Aber wer weiß? Ich habe vom ehemaligen Landeshauptmann van Staa eine Visitenkarte, auf der er in ein paar Zeilen Fritz Staudigl anregt, sich um einen Auftritt in Brüssel zu bemühen. Bisher war die Ausrede, dass da oben nur bildende Kunst gezeigt wird.

Der Sprung nach Wien?
Koschuh: In Wien, der Kabarettstadt, möchte ich erst auftreten, wenn ich mir ganz, ganz sicher bin. Ich will als Kabarettist nicht auf irgendeiner Bühne stehen, sondern mich nach oben orientieren. So ein Auftritt ist wie das erste Mal eines Jugendlichen, der sich für die große Liebe aufbehält.
Das Gespräch führte Sabine Strobl



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JAHRESRÜCKBLICK

Das Ende naht, das Jahr bald 'rum
vom Glühwein macht das Kopferl bumm.
Revue-passiert wird was gescheh'n
Koschuh tritt manchen auf die Zeh'n.

Lachen soll man schon auch dürfen
Und hernach ein Gläserl schlürfen.
Koschuh lädt ein zur Heiterkeit
so kommet her, ob nah ob weit.

Zweitausendelf war kein Gedicht
Da hilft auch dieses Poem nicht.

Schon bei der Geburt am 29.6.1977 stand Markus Koschuh im Rampenlicht der Kreissaal-Beleuchtung. Anders als heutzutage auf der Bühne erntete er aber keinen Applaus, sondern einen Schlag vom anwesenden Gynäkologen.

Die ersten (beinahe) Bühnenerfahrungen waren geprägt von einer Ohnmacht vor 1.000 ZuschauerInnen sowie dem Verlust der Stimme bei einem Casting in dem es darum ging, einer der sieben Zwerge zu werden. Von diesen Erfahrungen nicht entmutigt, schaffte es Koschuh schon knapp 20 Jahre später wieder auf die Bühne.

Waren es anfänglich dialektale Polit-Persiflagen, punktete er bei seinen ersten Poetry Slams bald mit Texten, die er mit seiner größten Waffe unterstützte: der Mimik. Gezielt eingesetzt, nie grimassierend. Es folgten bisher unzählige Auftritte von Sylt bis Meran und von Zürich bis Wien, drei Kabarettprogramme (die fast wie von selbst immer politischer wurden und werden), ein eigens kreiertes Kabarettleseformat "Wort fetzt!" mit mittlerweile acht Auflagen, die (Mit-)gründung der Innsbrucker Lesebühne "Text ohne Reiter", der Gewinn der österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaft 2010 und der zweite Platz bei den europäischen Poetry-Slam-Meisterschaften 2010.

Außerdem gewann Koschuh bei seinen Auftritten viele neue FreundInnen, denen an dieser Stelle auch einmal Danke gesagt werden soll.

Der Koschuh ist Vater keiner Kinder und weder geschieden und schon gar nicht vertwittert, weil er kein ADS hat. Führerschein B vorhanden. Auto: njet



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Unter uns gesagt

Mit seinen Poetry Slam-Beiträgen und seiner Kabarettlesung "Wort fetzt!" ist der Tiroler Kabarettist Der Koschuh im gesamten deutschsprachigen Raum längst ein viel umjubelter Gast.
In seinem aktuellen Kabarettprogramm zeigt sich Der Koschuh politischer denn je: Wie lautet etwa die Steigerungsform des Wortes "krass"? Mit welch unlauteren Mitteln lässt sich auch die härteste Dancing-Stars-Jury überzeugen? Und wie geht es auf Parteitagen vor und hinter den Kulissen zu? Unter uns gesagt: es ist alles sehr kompliziert ... Politisch, skurril, witzig. Das ist "Unter uns gesagt".
Medienecho: "über manche Passagen muss man noch am Tag danach lachen".


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Das Leben des Fritz

Das Leben des Fritz - ein Leben des Scheiterns und vor allem: des gescheitert Werden. Gleich nach der Geburt legt ihn die eigene Mutter - der kleine Fritz ist ihr schlicht zu hässlich - als erstes Kind der Geschichte von innen (!) in die Babyklappe. Sein Leben lang ist Fritz in der Folge auf der Suche nach Nähe und entschließt sich nach dem tiefsten Tiefschlag in seinem Leben sowie an seinen eigenen Ansprüchen und denen Anderer gescheitert, die "finale Distanz" zurück zu legen. Im Rückblick werden die prägendsten, komischsten und dunkelsten Momente im Leben des Fritz beleuchtet.
Der bühnenreifste, traurigkomischste Nachruf der Kabarettgeschichte - das bisher beste Programm von Der Koschuh!
Regie: Michael Carli

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Krone, 20.12.2010
Erfolg für Markus Kozuh

Die erste offizielle Europameisterschaft im Poetry Slam im französischen Reims (15.-16.12.) brachte dem Vertreter Österreichs, dem Innsbrucker Autor und Kabarettisten Markus Kozuh, einen Riesenerfolg ein: Kozuh wurde von der Jury knapp hinter der Schweizerin Lara Stoll zum Vize-Europameister gekürt. Poetry Slam ist ein Lesen und Inszenieren von Textet - erlaubt ist dabei alles, was Text und Stimme her zu geben vermögen. Markus Kozuh ist ein Großmeister darin. Das ist jetzt bestätigt!